09. Juni 2021 / 19:40 Uhr

Von den Lions zu den Kings: Footballer Max Bruder über seinen Weg zum Profi in der ELF

Von den Lions zu den Kings: Footballer Max Bruder über seinen Weg zum Profi in der ELF

Matthias Müller
Leipziger Volkszeitung
Der einheimische Max Bruder soll einer der Garanten für den Erfolg der Leipzig Kings werden.
Der einheimische Max Bruder soll einer der Garanten für den Erfolg der Leipzig Kings werden. © Mariann Wenzel
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Am 20. Juni sollen die Leipzig Kings ihr erstes Auswärtsspiel bei Berlin Thunder in der  ELF bestreiten. Allerdings besaßen die Sachsen von allen Teams die geringste Vorbereitungszeit, sie konnten darüber hinaus noch keine Testspiele bestreiten. Trotzdem soll der Vibe stimmen, sagt Max Bruder, der in der Offensive Line des neuen Clubs steht. Der Leipziger ist Schutzschild für den eigenen Quarterback oder Ballträger. Er will seinen Beitrag leisten, dass die Leipzig Kings in der Liga für Furore sorgen.

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Leipzig. Am 19. Juni startet die sehnsüchtig erwartete European League of Football (ELF) in ihr erstes Jahr. Die Leipzig Kings hatten von allen Teams die kürzeste Vorbereitungszeit. Einer der Garanten für den Erfolg der Offensive soll Leipzigs Eigengewächs Max Bruder werden. Der 2,13 Meter Hüne begann 2008 in der Jugend der Leipzig Lions im Flagfootball und nahm seither an zahlreichen Mini Camps teil, bis hin zur Jugendnationalmannschaft. Bei der EM 2017 musste er leider aufgrund einer Verletzung passen. Der 23-Jährige sprach mit dem SPORTBUZZER über seine Wechselentscheidung, die Stimmung im Team und die Erwartungen für die kommende Saison.

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Herr Bruder, Sie spielen in der Offensive Line. Was genau muss man in der Position denn mitbringen?

Die Position ist in der ganzen Sportwelt einzigartig, weil die Position nur dazu da ist, einen anderen Spieler zu schützen. Das hat den Vorteil, dass dein Team in der Regel sehr nett zu dir ist. Denn du bist der Schutzschild. Entweder für den Quarterback, damit er mehr Zeit hat, seine Pässe an den Mann zu bringen. Oder im Laufspiel, da suchen wir uns dann unsere Ziele und räumen unserem Ballträger die schweren Jungs aus dem Weg.



Weitere Meldungen zu den Leipzig Kings

Sie haben dieses Jahr die Entscheidung getroffen, Ihren Heimatverein zu verlassen und für die Leipzig Kings in der ELF anzutreten. Wie geht es Ihnen nach dem Wechsel?

Also erstmal liegt es gar nicht an den Lions, dass ich gegangen bin. Ich bin sehr dankbar für Alles und würde mich auch weiter für den Verein engagieren, wenn ich die Zeit hätte. Ich habe mir nur gedacht, ich werde ja auch nicht jünger und wenn sich eine Möglichkeit ergibt, mit Leuten, die ich schon länger kenne auf einem höheren Level zu spielen, dann nutze ich die. Und das hat sich jetzt bei den Kings ergeben. Ich kann viel mehr dazu lernen, denn gefühlt hauen dir die Gegenspieler im Training jetzt 2h aufs Maul, und erklären dir danach, wie und warum sie Moves gemacht haben, die mir in der Saison wohl wieder begegnen. Ich bin gespannt. Profi zu sein ist irgendwie ein beruhigendes Gefühl, nur Spieler zu sein und sich um nichts anderes kümmern zu müssen. Andererseits sind die Erwartungen an dich logischerweise höher.

Commissioner Patrick Esume hat beim Tryout die Offensive-Line-Arbeit gelobt und gesagt, dass NFL-Coaches gerade nach Spielern mit Ihrer Statur suchen würden. Was bedeutet Ihnen das?

Es freut einen natürlich sowas zu hören. Andererseits haben mein Personal Trainer und ich das analysiert, und es ist natürlich ein ganz schöner Druck. Wenn Esume selbst sagt, du siehst aus wie ein potenzieller NFL-Spieler, dann gucken natürlich alle auf dich. Auch die Defensive Liner der anderen Teams, die das Gegenteil beweisen wollen. Deswegen habe ich auch, seit ich bei den Kings bin, jeden Tag trainiert. Klar wäre die NFL mal ein Traum, aber jetzt geht es erstmal darum, sich zu verbessern.

Die Kings sind das letzte bestätigte Team, daher haben Sie auch die geringste Vorbereitungszeit. Ist das einer der Gründe, warum Coach Fred Armstrong den Job bekommen hat? Wie sind denn der Trainingsstand und die Stimmung im Team?

Coach Armstong ist ein super Trainer, hat immer einen Ratschlag, ist ehrlich und so nett, wie Sie ihn beim Tryout erlebt haben. Wir sind zwar das letzte Team, aber aktuell läuft alles richtig gut. Der Vibe stimmt einfach. Unsere Wide Receiver sind halt wirklich krank und wir haben einen krassen Quarterback. Somit steht und fällt unser Offensivspiel mit uns O-Linern. Wir müssen den anderen Jungs Zeit verschaffen, ihr Ding durchzuziehen

Sehen Sie die Kings aufgrund der knappen Zeit als Underdog in der Liga?

Uns wird die Underdog-Rolle von außen zugesprochen. Wir konnten noch keine Testspiele machen. Allerdings gibt es natürlich auch für unsere Gegner noch nicht viel Material, um sich auf uns vorzubereiten. Das könnte ein Vorteil sein. Wenn irgendwann ein öffentliches Training stattfindet, dann wäre das für Fans sicher lohnenswert vorbeizukommen, denn manchmal stehst du mit offener Kinnlade da, so geile Aktionen sind dabei.