06. Oktober 2019 / 21:41 Uhr

Von einem Ur-Leipziger Fußballderby das keines mehr ist

Von einem Ur-Leipziger Fußballderby das keines mehr ist

Udo Zagrodnik
SPORTBUZZER-Nutzer
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Zahlreiche Lok-Fans drückten ihrem Team beim Public Viewing die Daumen. © Udo Zagrodnik
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Während vielerorts Derbys über die "Bühne" gehen, versuchen einige hohe Herren in Leipzig die Lichter auszuknipsen.

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Leipzig. Am Sonntag war das Leipziger Stadtderby angesetzt, BSG Chemie gegen 1. FC Lokomotive. Im Leutzscher „AKS“ wurde auf dem Rasen gespielt vor offiziell 4.500 grün-weißen Fans, und im Probstheidaer „Bruno“ waren über 1.000 auf der blau-gelben Fanmeile. Ursache der strikten Trennung waren die im Vorfeld verordneten staatlichen Auflagen. Unsereins verfolgte diese Begegnung auf der Fanmeile. Schon bei der Fahrt per Fahrrad vom Bahnhof Connewitz zum „Bruno“ war mir aufgefallen, dass im weiträumigen Stadionumfeld (sicher auch am nahen Denkmal) die Polizei Streife fuhr, und der Hubschrauber kreiste am Himmel. Am „Bruno“ angekommen, waren für Erwachsene fünf Euro Eintritt fällig, um die Liveübertragung per geliehener Videowand zu ermöglichen. Dafür gab es für die Fans einen Getränkegutschein, also ein Freigetränk. Und es gab am Einlass Kontrollen ähnlich der Punktspiele, also auch Flaschenverbot. Man könnte ja schon mit einer kleinen Plasteflasche jemanden verletzen.

Vor dem Anpfiff sind mir zwei Transparente der Lokschen Fans aufgefallen. An der Tribüne hing „Die Polizei ist wie ein Kondom..... mit sicher, doch ohne ist besser!“ Das andere fand sich am Stadionzaun, zeigte aber in den Innenraum. Den Vereinspräsidenten und Lokomotivführer Thomas Löwe angesprochen, freundlicherweise „übersetzte“ er mir den Inhalt: „In welcher Liga spielt eigentlich die Polizei, wenn sie nicht mal ein Spiel in Liga 4 absichern kann?“

DURCHKLICKEN: Udo Zagrodniks Eindrücke aus Probstheida

Nutzerautor Udo Zagrodnik verfolgte das 103. Leipziger Derby zwischen der BSG Chemie und dem 1. FC Lok beim Public Viewing in Probstheida. Zur Galerie
Nutzerautor Udo Zagrodnik verfolgte das 103. Leipziger Derby zwischen der BSG Chemie und dem 1. FC Lok beim Public Viewing in Probstheida. © Udo Zagrodnik
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Und dann rollte er der Ball, hier per Videowand. Auch ein Kamerateam des Mitteldeutschen Rundfunks war da. Und es ergaben sich auch einzelne Gespräche. Das mit den Einschränkungen für die Zuschauer hat keiner so richtig verstanden Auch MDR-Mitarbeiter zeigten sich verwundert. Auf dem Leutzscher Rasen ging es kämpferisch zur Sache und Schiedsrichter Steven Greif geizte nicht mit gelben Karten. Assistiert wurde er von Richard Hempel und Benjamin Seidel. In Probstheida war das Publikum mitgehend dabei. Bei einigen Szenen ihrer Elf im Abwehrverhalten, bei Fehlpässen und beim Chancentod, also im Sturm Torchancen auslassen, da stöhnte man auf den Dammsitzen und der Tribüne. Doch es gab auch den Klatschrhythmus. Und so kam es, wie es kommen musste, die Chemie nutzte eiskalt zwei ihrer Torchancen zum 2:0-Sieg. Florian Schmidt vor der Pause und Daniel Heinze nach der Pause waren die Helden für die BSG. Nach acht Jahren: BSG Chemie Leipzig holt ... - Sportbuzzer, das ist der redaktionelle Spielbericht.

Rund um die Fanmeile gab es an den Verkaufsständen ein ordentliches Imbissangebot. Auch das Club-Casino hatte geöffnet. Nach dem Schlusspfiff verweilten noch etwa zweihundert Fans im Bereich hinter der Tribüne. Bei der Rückankunft der Lokschen Mannschaft wurden viele Hände geschüttelt, Trainer Rainer Lisiewicz zum 70. Geburtstag gratuliert. Und einzelne Spieler hatten sich unters Volk gemischt. Im fairen Miteinander ergaben sich volksnahe Gespräche. Vielleicht war es nur ein Spiel oder doch mehr? Und nun steht eine Frage im Raum, was im Frühjahr beim Rückspiel sein wird. Das Bruno-Plache-Stadion ist für 13.000 Zuschauer zugelassen, was heißt 1.300 Gästefans dürfen rein. Oder diese Regel wird von den Oberen wieder gekippt, auf fünf Prozent herab gesetzt.

An einer Stelle ist unsereins dann per Fahrrad zum Bahnhof Connewitz gefahren und nahm den kleinen Umweg über die Probstheidaer Brücke. In einem Tante-Emma-Laden (im Bundesdeutschen: Spätverkauf) wurde für die Bahnfahrt noch ein Getränk besorgt. Vorbei an der Tram-Wendeschleife Klemmstraße, da war in einem Dönerladen Polizei und nichts ging mehr, also Pech gehabt. Wenig später fuhr „meine“ S-Bahn nach Regis-Breitingen und weiter bis Altenburg. So, und in wenigen Stunden ist wieder Alltag.

Abschließend möchte ich per Link noch http://www.chemie-leipzig.de/ und https://www.lok-leipzig.com/ nennen, sowie UDO ZAGRODNIK: Infos und Inhalte zum Autor – Sportbuzzer.de (meine Handschrift). Hier findet man meine Berichte zur Lokschen, sowie zu den Pleißestädtern vom SV Regis-Breitingen und dem FSV Gößnitz, ausgezeichnete Sportbücher und meine Kommentare.

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