16. Februar 2018 / 15:11 Uhr

Von Hannover 96 in die österreichische Landesliga: Das macht Mohamadou Idrissou heute

Von Hannover 96 in die österreichische Landesliga: Das macht Mohamadou Idrissou heute

Yannis Bartels
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Skandalprofi Mohamadou Idrissou spielte mit einer Unterbrechung von 2002 bis 2006 für Hannover 96.
Skandalprofi Mohamadou Idrissou spielte mit einer Unterbrechung von 2002 bis 2006 für Hannover 96.
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Es ist schon ein paar Jahre her, dass Mohamadou Idrissou das Trikot von Hannover 96 trug. Seitdem verschlug es ihn unter anderem nach Israel und Mazedonien. Jetzt folgt nach einer längeren Orientierungsphase die nächste Station in Idrissous wechselhafter Fußballkarriere.

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In ganz Europa spricht man über die Transfers von Coutinho, Neymar und Mbappé. In ganz Europa? Nein, da gibt es diese eine kleine Stadt in Österreich namens Hallein, deren größter Verein Union Hallein im Winter diesen Jahres den wohl größten Transfer-Coup ihrer Geschichte tätigte. Allen halbwegs Bundesliga-affinen Fußball-Zuschauern wird der Name Mohamadou Idrissou ein Begriff sein. Und eben jener fand nun den Weg in die 21.000 Einwohner große Stadt, die 15 Kilometer von der Hauptstadt Salzburg entfernt liegt.

Das wurde aus den 96-Abgängen seit 2014/15:

<b>Hiroki Sakai</b> stand vier Jahre bei den Roten unter Vertrag und absolvierte in dieser Zeit 102 Spiele. Im Juli 2016 wechselte er ablösefrei zu Olympique Marseille. Der Japaner verpasste in der Saison 2016/17 nur drei Spiele in der Ligue 1. Auch in 2017/18 ist er Stammspieler bei den Franzosen, sein Vertrag wurde im September vorzeitig bis 2021 verlängert.. Zur Galerie
Hiroki Sakai stand vier Jahre bei den Roten unter Vertrag und absolvierte in dieser Zeit 102 Spiele. Im Juli 2016 wechselte er ablösefrei zu Olympique Marseille. Der Japaner verpasste in der Saison 2016/17 nur drei Spiele in der Ligue 1. Auch in 2017/18 ist er Stammspieler bei den Franzosen, sein Vertrag wurde im September vorzeitig bis 2021 verlängert.. ©
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​"Wir haben 13 Spiele und ich werde definitiv mehr als 13 Tore schießen"

Der Transfer des sich zuletzt in einer schöpferischen Pause befindlichen Kameruners zum österreichischen Viertligisten warf schon vorher seine Schatten. Zum Beispiel als er gegen Gage, Preise auf einem örtlichen Hallenturnier verlieh. Nachdem der Deal Mitte Januar dann auch von den Verantwortlichen als fix vermeldet wurde, folgte kurz darauf die dem Wechsel gerecht werdende Vorstellung inklusive Pressekonferenz. Direkt nach dieser stand er einem Reporter in einem Live-Interview Fragen und Antworten und kündigte auch prompt sehr selbstbewusst an, dass er mehr Tore als Spiele machen würde. Sichtlich geschmeichelt schien er, als sein Interviewpartner ihn auf seinen auffälligen Kleidungsstil ansprach, aber dazu später mehr.

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Der Werdegang des Einmaligen

Sein Karrierebeginn klingt vergleichbar ruhig - fast schon harmlos - schaut man sich den Rest der Laufbahn von Idrissou an. Ende 2000 fand der Mittelstürmer im Alter von 20 Jahren den Weg vom kamerunischen Rekordmeister Cotonsport Garoua nach Deutschland zum FSV Frankfurt. Von dort aus wechselte er über einen Halt bei Wehen Wiesbaden zu Hannover 96, ging zwischenzeitlich auf Leih-Basis für ein halbes Jahr zum französischen Erstligisten SM Caen, um dann im Sommer 2006 die Roten endgültig zu verlassen.

Danach ging seine Deutschlandtournee weiter: Von Duisburg nach Freiburg, dann zu Gladbach, bei Gladbach unter Favre nicht mehr gebraucht zur Eintracht aus Frankfurt und schlussendlich nach Kaiserslautern, von wo aus er sich in Richtung Israel zu Maccabi Haifa verabschiedete. Dort angekommen dauerte es nicht lange und der Kameruner wurde vereinslos. Er versuchte sich in der ersten mazedonischen Liga bevor er dann 2015 nach Deutschland zurückkam und beim KFC Uerdingen in der Regionalliga West unterschrieb. Das war dann auch seine vorerst letzte Station, denn 2017 wurde sein Vertrag aufgelöst.

Das waren die wichtigsten Stationen von Mohamadou Idrissou in Deutschland:

Idrissou jubelt im Trikot von Hannover 96 mit Fredi Bobic (r.) und Altin Lala (l.). Für die Niedersachsen spielte er von 2002 bis 2006 und erzielte in 64 Spielen 13 Tore. Zur Galerie
Idrissou jubelt im Trikot von Hannover 96 mit Fredi Bobic (r.) und Altin Lala (l.). Für die Niedersachsen spielte er von 2002 bis 2006 und erzielte in 64 Spielen 13 Tore. ©

Ein Bad Boy auf wie neben dem Platz

Nachdem er nun genügend Zeit außerhalb des Fußballs hatte, nutzte er seinen bereits erwähnten Hang zur Mode und gründete sein eigenes Modelabel. "Mo the lion" wurde nach seinem Spitznamen und dem der kamerunischen Nationalmannschaft, für die Idrissou insgesamt 39 A-Länderspiele absolvierte, benannt. Idrissou selbst eröffnete bereits zwei Stores, einen in der Einkaufspassage von Werne und einen in Düsseldorf.

Ein Streit mit seinem Vermieter, bei dem es darum ging, ob er kurz vor seinem Auszug Wände seiner früheren Wohnung mit Urin beschmierte, brachte seinen Namen dann abermals in die Randartikel von Boulevard-Zeitschriften. Zuletzt wurde es allerdings ruhig um den 37-Jährigen. Es scheint als sei die Zeit der Eskapaden nun offiziell vorbei, denn wie auf Idrissous Instagram-Seite zu sehen ist, arbeitete er zuletzt hart an seiner physischen Fitness. Diese wird der 37-jährige sicherlich gut gebrauchen, wenn er in der Salzburger Landesliga auflaufen wird. Mal sehen wie lange er diesmal seinem Verein die Treue schwört.

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