19. Dezember 2020 / 17:23 Uhr

Von Köln eingemauert: RB Leipzig ohne Tor und mit nur einem Punkt

Von Köln eingemauert: RB Leipzig ohne Tor und mit nur einem Punkt

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Leipzigs Angelino vergab in Halbzeit eines zwei Hochkaräter.
Leipzigs Angelino vergab in Halbzeit eines zwei Hochkaräter. © dpa
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Gegen aufopferungsvoll verteidigende Kölner reicht es für RB Leipzig im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres nur zu einem 0:0-Unentschieden. Die von Ausfällen und dem Mammut-Programm der vergangenen Wochen dann doch gezeichneten Hausherren vergaben ihren wenigen Chancen.

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Leipzig. Es ist zwar kein Sieg, aber RB Leipzig bleibt im eigenen Stadion weiterhin ungeschlagen. Die letzte Bundesliga-Partie des Jahres 2020 endet gegen den 1. FC Köln nach zähen 90 Minuten mit einem torlosen Remis.

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Tor nach 120 Sekunden zählt nicht

Vor dem Anpfiff geht der Dank der RB-Profis an die, auf die sie nun zum wiederholten Mal verzichten müssen, ihre Fans. Die Kicker laufen mit besonderen Jacken mit der Aufschrift „Danke #12“ auf. Ehe es losgeht ist es in der Red-Bull-Arena noch einmal stiller als sonst während der Corona-Pandemie. Die Kicker gedenken mit einer Schweigeminute dem am Montag verstorbenen Gerard Houllier, der bei der Red Bull GmbH Global Sports Director für die Fußballvereine war.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Spiel gegen Köln

Erster Punktverlust für RB Leipzig in der heimischen Red Bull Arena: Gegen den 1. FC Köln kam die Nagelsmann-Elf nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Erster Punktverlust für RB Leipzig in der heimischen Red Bull Arena: Gegen den 1. FC Köln kam die Nagelsmann-Elf nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. ©

Der angepeilte sechste Sieg daheim erweist sich für RB Leipzig im Anschluss als schwierige Aufgabe. Die Roten Bullen zeigen sich zwar von Anfang an frisch und sind auch sichtlich gewillt, die Partie schnell zu entscheiden. Aber Amadou Haidaras Tor nach 120 Sekunde zählt nicht. Passgeber Marcel Sabitzer stand zuvor im Abseits. Der 1. FC Köln wiederum steht weit hinten und extrem kompakt. Dafür bringen sie in den ersten 30 Minuten aber auch nur einen wirklichen eigenen Angriff zustande.

Mehr Freiheit für Angelino

Offensive Aktionen gibt es fast nur vor dem Tor des Kölner Torhüters Timo Horn, die RB mit Variabilität in der Formation aufbaut. Hinten machen Marcel Halstenberg, Dayot Upamecano und Willi Orban dicht. Nordi Mukiele hingegen kann etwas weiter vorne agieren, hat dafür aber mehr Arbeit. Denn zum Verteidigen muss der Franzose dann immer wieder zügig nach hinten rücken.

Etwas Entlastung gibt es für Top-Scorer Angelino. Denn mit Halstenberg auf der linken Außenverteidigerposition kann der Spanier etwas offensiver unterwegs sein, muss nicht immer die langen Laufwege nach hinten antreten. Die gesparte Energie nutzt er. In der 36. Minute hat der Spanier die beste Chance der ersten Halbzeit, als ihm Haidara den Ball zuspielt und er beinahe allein vor Horn auf den Kasten zusteuert. Der Kölner Keeper verkürzt den Winkel aber geschickt und so stark, Angelinos Schuss von ihm nach oben abprallt. Kurz darauf haben die Geißböcke ihr erste echte Chance, eigentlich eine 100-prozentige, die sie aber auch nicht nutzen. Schließlich ist das erste Heimspiel der Saison, in dem die Bullen in der ersten Hälfte kein Tor machen.

Köln rührt Beton an

In der zweiten Hälfte lässt Trainer Julian Nagelsmann Dani Olmo für Kapitän Marcel Sabitzer ran. Der hatte im Spiel gegen die TSG Hoffenheim (1:0) einen Schlag auf den Oberschenkel bekommen und war angeschlagen in die Partie gegangen. Auch Yussuf Poulsen räumt den Platz. Für ihn springt Emil Forsberg ein, womit RB Leipzig die zweite Halbzeit zunächst ohne nominellen Stürmer bestreitet.

DURCHKLICKEN: Guido Schäfers Noten für die RB-Elf

(1) Peter Gulacsi: Beobachtet die Bemühungen seiner Vorderleute, ist selbst selten bis nie in Aktion, muss keinen Ball halten. Note: 3 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Beobachtet die Bemühungen seiner Vorderleute, ist selbst selten bis nie in Aktion, muss keinen Ball halten. Note: 3 ©

Köln zeigt sich in der Defensive nun noch stabiler, scheint sich in der Pause nochmal sortiert zu haben. In der 56. Minute ergibt sich eine Lücke. Der Angriff, wie so oft über links und Angelino, der Forsberg den Ball zuflankt, bringt aber nichts. Denn der Schwede kommt nicht richtig an die Kugel und trifft sie unsauber. Weil RB kaum Unordnung in die Kölner Defensive bringen kann, kommt nun auch Alexander Sörloth für Haidara.

Schlussoffensive ohne Effekt

Markus Gisdol hingegen lässt die Grundordnung und das Defensivkonstrukt lange Zeit unverändert, wechselt in der 72. Minute zum ersten Mal und bringt Jonas Hector ins Spiel. Köln macht hinten dichter als dicht. RB kann sich zwar noch Chancen erspielen, wie die von Kevin Kampl in der 66. Minute. Der schießt den Ball allerdings über den Kasten. Wenige Minuten später hat Olmo die Möglichkeit, zur Führung einzunetzen, das Leder rollt aber rechts am Kasten vorbei.

In der Schlussviertelstunde schnürt RB die Geißböcke regelrecht im eigenen Strafraum ein. Aber der Effzeh baut alles in gerade diesem Strafraum zu. Einmal blitzt noch Hoffnung für Leipzig auf, als der 18-Jährige Dennis Borkowski das Leder knapp übers Tor befördert. Das letztlich zähe Spiel endet ohne Tore und mit einer Punkteteilung.