31. Dezember 2021 / 12:05 Uhr

Von Machern durch die halbe Regionalliga: Laufbahn von Chemie Leipzigs Boltze

Von Machern durch die halbe Regionalliga: Laufbahn von Chemie Leipzigs Boltze

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 23.09.2020, Alfred-Kunze-Sportpark, Fußball, Regionalliga , 
BSG Chemie Leipzig vs. FC Carl Zeiss Jena 0:2 (0:1) , 
Im Bild: Benjamin Boltze (26, Chemie) , 
Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche , 
VERÖFFENTLICHUNG IST HONORARPFLICHTIG, zuzügl. MWST. , 
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Benjamin Boltze würde gern im Trikot von Chemie Leipzig seine Karriere beenden. © Picture Point/Roger Petzsche
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Benjamin Boltze startete einst beim SV 90 und ist bei Chemie Leipzig noch immer gesetzt. Während seiner Karriere kickte er für fast die halbe Regionalliga und machte auch was die Spielposition angeht, ein paar Wandel mit.

Machern. Die sportliche Laufbahn von Benjamin Boltze begann in Machern, beim SV 90. Der gebürtige Wurzener wuchs in Machern auf und kam als D-Junior-Talent in den Nachwuchs des damals in der 2. Fußball-Bundesliga spielenden VfB Leipzig. Als 17-Jähriger wechselte er wegen der VfB-Insolvenz 2004 zum FC Sachsen, wo er schon in der Männermannschaft eingesetzt wurde und drei Jahre blieb.

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Als Trainer Eduard Geyer die Grün-Weißen übernahm, setzte dieser mehr auf ältere Akteure mit viel Routine, weshalb Boltze zu Dynamo Dresden ging. Nach einem halben Jahr holte ihn dort der zu seinem Ursprungsverein zurückkehrende Geyer buchstäblich wieder ein. Boltze zog also erneut weiter und kickte je zwei Jahre für den Chemnitzer FC und den Halleschen FC. Die nächste Station hieß 1. FC Magdeburg, der sich je drei Jahre beim ZFC Meuselwitz sowie bei Germania Halberstadt anschlossen. Seit 2019 spielt der unterdessen 35-Jährige für Chemie Leipzig, womit sich ein Kreis nach der Reise durch fast die halbe Regionalliga geschlossen hat. In Leutzsch hatte für ihn ja seine Karriere im Männerbereich begonnen.

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Unterdessen kam er bei seinen verschiedenen Stationen auf über 300 Regionalliga-Einsätze und lief außerdem zu sechs DFB-Pokalpartien für verschiedene Clubs auf. Immerhin 31 Tore erzielte er als eher defensiver Akteur in Punktspielen. „In der Jugend wurde ich als Offensivspieler eingesetzt, teilweise auch später als Stürmer, weil ich recht schnell war“, erklärt er. Mit zunehmendem Alter ist er dann übers Mittelfeld immer weiter nach hinten gerückt und seit einigen Jahren rechter Verteidiger. Eine Position, auf der er sich durchaus auch wohlfühlt.


„Es waren unter meinen Vereinen viele mit Tradition dabei. Das war auch das reizvolle an meiner Laufbahn. Ganz besonders, wenn dort viele Zuschauer kamen“, sagt Boltze. „Wenn ich ganz ehrlich bin, fühle ich mich aber in der Heimat, also in Leutzsch, am wohlsten“, bekennt er. Bei Chemie würde er gern auch seine Karriere beenden. „Allerdings möglichst vor Zuschauern, mit den Fans.“ Er freue sich zwar, dass die Punktspiele in der vierten Liga trotz der Pandemie weitergehen dürften, doch ohne Zuschauer sei das irgendwie seltsam, die Stimmung, die Atmosphäre fehle einfach.

„Familie ist fußballverrückt“

Sein zehn Jahre jüngerer Bruder Franz spielt aktuell in der Sachsenliga für die SG Taucha. „Er hat meinen Weg wie meine ganze Familie immer mit viel Interesse verfolgt. Vielleicht war ich sogar ein Stück weit Vorbild für ihn“, mutmaßt der große Bruder. Für ihn wie für Franz war das sicher auch Vater Eric, der einst in der drittklassigen Bezirksliga für Empor (alias Frisch Auf) Wurzen die Schuhe schnürte. „Unsere Familie ist fußballverrückt.“ Kein Wunder also, dass Benjamin spielen will, „so lange meine Knochen mich tragen“. Da er immer noch ziemlich flink unterwegs ist, könnte er am Saisonende also durchaus ein weiteres Jahr dranhängen. „Mir macht es nach wie vor Spaß und so lange ich von Verletzungen oder Alterserscheinungen weitgehend verschont bleibe, will ich weitermachen“, erklärt Boltze.

Beruflich hat er übrigens auch mit Fußball zu tun. Folglich bereitet ihm seine Tätigkeit als Außendienstler für einen Teamsporthändler viel Freude: „Denn da habe ich Kontakt mit zahlreichen Vereinen.“ Allerdings ist auch das während der Pandemie nicht gerade unkompliziert. Und so hofft er aus sportlichen als auch beruflichen Gründen, dass „Corona“ bald besiegt oder wenigstens unter Kontrolle ist.