18. Juni 2020 / 11:48 Uhr

Von RB Leipzig zum FC Chelsea: Das sagt Timo Werner zum Wechsel nach London

Von RB Leipzig zum FC Chelsea: Das sagt Timo Werner zum Wechsel nach London

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Timo Werner zieht es zur neuen Saison von RB Leipzig zum FC Chelsea. 
Timo Werner zieht es zur neuen Saison von RB Leipzig zum FC Chelsea.  © Christian Schroedter
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Die beinahe unendliche Geschichte hat ein Ende. Timo Werner verlässt RB Leipzig, unterschreibt beim FC Chelsea einen Vertrag bis 2025. In einer ersten Reaktion zeigt sich der Stürmer vor allem dankbar für seine Zeit beim Bundesliga-Herbstmeister.

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Leipzig. "Ich hatte in Leipzig vier großartige Jahre. Nun wage ich mich in die Weltmetropole London. Für mich war klar, dass mein nächster Schritt ins Ausland gehen wird – das war immer schon mein Traum." Mit diesen Worten verkündete Timo Werner am Donnerstagvormittag offiziell, was zuvor schon größtenteils klar war: seinen Wechsel von RB Leipzig zum FC Chelsea zum 1. Juli. Der 24-Jährige hat bei den Londonern einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Über die Ablösemodalitäten wurde - wie in der Branche üblich - Stillschweigen vereinbart. Der Nationalstürmer machte aber bekanntermaßen von einer Ausstiegsklausel aus seinem bis 2023 gültigen Kontrakt Gebrauch, die 53 Millionen Euro "schwer" sein soll. Er soll laut BILD auf der Insel mehr als zehn Millionen Euro pro Saison verdienen.

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Keiner trifft in Leipzig besser

Seine Entscheidung sei keine gegen RB Leipzig, betont Werner. Es sei vielmehr ein "für meinen Traum, einmal in der Premier League – der stärksten Liga der Welt – zu spielen. Und nun bekomme ich die Chance, bei einem europäischen Top-Klub den nächsten Schritt zu gehen. Ich freue mich sehr auf dieses neue Abenteuer, die Atmosphäre und den Fußball in England." Der Nationalstürmer spart nicht mit warmen Worten. "Ich kann mich nur bei allen bedanken, die es mir von Anfang an immer leicht gemacht und mich vor allem auch in schwierigen Zeiten unterstützt haben: mein Team, die Trainer und Betreuer, die Mitarbeiter und vor allem auch unsere Fans", so Werner. Wir haben gemeinsam sehr viel erreicht und ich konnte mich als junger Spieler hier perfekt weiterentwickeln."

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2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) ©

Der Angreifer wechselte im Sommer 2016 vom VfB Stuttgart an die Pleiße. In seit dem 157 absolvierten Pflichtspielen erzielte Werner 93 Tore und bereitete 40 Treffer vor. Er war in allen vier Jahren bester Torschütze der Messestädter und ist mit seinen 93 Treffern zudem Rekordtorschütze von RB. In Leipzig reifte er vom großen Talent zum Nationalstürmer, ist aus dem Kader von Bundestrainer Joachim Löw inzwischen nicht mehr wegzudenken.

"Nicht sofort Eins-zu-Eins ersetzen"

Die Verantwortlichen von RB wissen wohl, was sie dem gebürtigen Schwaben zu verdanken haben. Auch deshalb sind die Abschiedsworte trotz monatelangen Hin und Hers um die Vertragsverlängerung im vergangenen Jahr und den schlussendlichen Wechsel in diesem Jahr warme. "Timo ist ein herausragender Stürmer mit einer überragenden Torquote und mit seinen Leistungen in den letzten Jahren hat er sich diese Chance erarbeitet und mehr als verdient", so Sportdirektor Markus Krösche. Vorstandschef Oliver Mintzlaff ergänzt: "Er kam als Stürmer-Talent 2016 zu uns nach Leipzig und hat hier den Sprung zu einem der besten Angreifer der Bundesliga gemacht. Sein Weg unterstreicht unsere Philosophie, junge Spieler mit großem Potenzial weiterzuentwickeln." Der Transfer sei deshalb auch ein Kompliment für die Arbeit des Clubs.

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Der RB-Chefetage stellt sich nun die Aufgabe, den absehbaren Abgang zu kompensieren. Dabei setzt der Bundesliga-Herbstmeister nicht zwingend auf einen Sofort-Lösung. "Einen Spieler wie Timo Werner kann man nicht sofort Eins-zu-Eins ersetzen und er wird sowohl sportlich auch als menschlich eine Lücke hinterlassen", erklärt Krösche dazu. "Unsere Aufgabe ist es nun, diese Lücke nach und nach zu schließen."

Champions League wohl ohne Werner

Der Abschiedsschmerz wird den Leipzigern durch kolportierte 53 Millionen Euro Ablöse versüßt. Wie wichtig dieses Geld ist, daraus macht Mintzlaff keinen Hehl. "Wir haben immer betont, dass es für unser Business in Leipzig wichtig ist, auch Spieler zu verkaufen. Nur mit diesen Transfererlösen können wir weiter Schritt für Schritt wachsen und RB Leipzig sukzessive international ausrichten." Aktuell dürften die Einnahmen die Voraussetzung dafür sein, im Kampf um die lediglich ausgeliehenen Patrik Schick und Angelino entsprechend handeln zu können.

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Platz 10: Marvin Compper. 3 1/2 Jahre im Trikot der Roten Bullen: Im Januar 2018 wechselt Marvin Compper für 1,14 Mio. € (laut tm.de) zu Celtic Glasgow. Mittlerweile spielt er wieder in Deutschland: In Liga 3 beim MSV Duisburg. ©

Da der Werners Wechsel zum 1. Juli wirksam wird, muss RB das ab 12. August angesetzte Champions-League-Turnier in Lissabon wohl ohne seinen Torschützen vom Dienst bestreiten. Zwar will die UEFA den teilnehmenden Clubs die Möglichkeit geben, mit den "alten" Kräften aufzulaufen. Aber bereits zu Wochenbeginn war durchgesickert, dass der Schwabe diese Gelegenheit nicht wahrnehmen und sich auf seinen neuen Arbeitgeber konzentrieren möchte. Für Chelsea, das in der Königsklasse nach einem 0:3 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern vor dem Aus steht, darf der Stürmer nach den jüngsten UEFA-Entscheidungen in dieser Saison aber auch nicht in der Champions League auflaufen.

Überhaupt ist derzeit offen, wann Werner wieder im wichtigsten europäischen Klub-Wettbewerb zu sehen sein wird. Denn: Die Champions-League-Qualifikation der Londoner für 2020/21 ist keineswegs gesichert. Derzeit belegt der Verein in der Premier League zwar den vierten Tabellenplatz, allerdings sind bis zum Ende der Spielzeit noch neun Partien zu bestreiten. Eventuell könnte auch Rang für für eine sichere Teilnahme reichen, sofern der Ausschluss von Manchester City durch den Sportgerichtshof CAS bestätigt wird.