15. April 2021 / 14:20 Uhr

Von Wolfsburg nach Frankfurt? Glasner reagiert mit Emojis auf Wechselgerüchte!

Von Wolfsburg nach Frankfurt? Glasner reagiert mit Emojis auf Wechselgerüchte!

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Keine Ahnung: Mit diesem Emoji reagiert Glasner auf Wechselgerüchte.
"Keine Ahnung": Mit diesem Emoji reagiert Glasner auf Wechselgerüchte. © (c) Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Die Diskussion um die Zukunft von Oliver Glasner geht weiter. Der Trainer des VfL Wolfsburg wird nach dem angekündigten Abschied von Adi Hütter in Frankfurt auch mit der Eintracht in Verbindung gebracht - und reagiert auf seine spezielle Weise.

Wenn Oliver Glasner nach dem Training wieder das Handy anmacht, dann bekommt er mit, was über ihn so geschrieben wird. Seit bekannt wurde, dass der Coach des VfL Wolfsburg eine Ausstiegsklausel zu Saisonende haben soll, wird er immer wieder mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht. Gladbach war vor der Verpflichtung von Adi Hütter ein Thema, ebenso RB Salzburg oder Bayer Leverkusen. Vor dem Highlight am Samstag (15.30 Uhr) gegen Tabellenführer Bayern München wird der VfL-Trainer als Hütter-Nachfolger in Frankfurt gehandelt - was ihm natürlich nicht entgangen ist.

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"Natürlich bekomme ich das mit", sagte Glasner am Donnerstag. Von Bekannten und Freunden habe er "dann immer auf dem Handy die eine oder andere Mitteilung mit unterschiedlichen Emojis dazu". Seine Reaktion: "Ich schicke dann immer das Emoji zurück, dass die Arme hebt und 'Keine Ahnung' sagt - also von daher: Keine Ahnung."

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Er könne die Spekulation um seine Zukunft ohnehin nicht beeinflussen, fügte er hinzu - und zitierte das englische Sprichtwort "Love it, change it or leave it" - lieb es, ändere es oder lass es einfach sein. Glasner: "Gern habe ich es nicht, ändern kann ich es nicht - also lasse ich es."

Glasner sagt weiterhin nicht, dass er trotz Ausstiegsklausel aus dem Vertrag bis 2022 in der kommenden Saison auf jeden Fall Wolfsburg-Trainer ist - und verweist auf der Beispiel Hütter. Sein Landsmann hatte im Februar betont, dass er in Frankfurt bleibt, dann kam das Gladbach-Angebot, das er annahm. Glasners Erkenntnis daraus: "Du kannst heute etwas mit voller Überzeugung sagen, und morgen ist es plötzlich anders - und dann wirst du vielleicht als Lügner dargestellt." Denn: "Wir wissen alle nicht, was die Zukunft bringt." Für ihn gelte: "Ich habe noch Vertrag - und wir haben ein großes Ziel vor Augen: Die Saison so zu Ende zu bringen, dass wir am Ende auf einem Champions-League-Platz stehen."

Diese Aufgabe sei groß genug - und am Samstag kommt die größte "Teilaufgabe" dazu, die der Spielplan für den VfL-Saisonendspurt bereithält: die Partie gegen Tabellenführer, Dauermeister und Branchenprimus FC Bayern.

Auf Maximilian Arnold (Gelbsperre) muss Glasner verzichten, Kapitän Josuha Guilavogui steht wegen Adduktoren-Problemen nicht als Ersatz zur Verfügung. Möglicherweise fehlt Guilavogui auch noch am nächsten Mittwoch beim Spiel in Stuttgart. Glasner: "Ich denke, es wird knapp." Erfreulich wiederum: Offensivmann Admir Mehmedi wird nach seiner Wadenverletzung erstmals wieder im Kader stehen. Zudem steht Glasner erstmals wieder Paulo Otavio nach seiner Rotsperre zur Verfügung.


Die Bayern müssen mit dem Champions-League-Aus und der Diskussion um die Zukunft von Trainer Hansi Flick klarkommen. Glasner glaubt nicht, dass die Aufgabe dadurch leichter wird. "Sie haben gerade 1:0 in Paris gewonnen. Wenn sie das alles beeinflussen würde, wären sie in Paris 0:5 oder 0:6 untergegangen..."

Top-Torjäger Robert Lewandowski fällt beim FCB mit Bänderdehnung weiterhin aus, außerdem fehlten beim Spiel in Paris Niklas Süle (Muskelfaserriss), Serge Gnabry (positiver Corona-Befund), Leon Goretzka (muskuläre Probleme), Douglas Costa (Haarriss im Mittelfuß), Corentin Tolisso (Sehnenriss im Oberschenkel) und Marc Roca (muskuläre Probleme). Bei Goretzka hatte FCB-Trainer Flick bis zuletzt noch auf einen Einsatz gehofft, der Nationalspieler dürfte für Wolfsburg aber wieder eine Alternative sein. Dafür ist nun der Einsatz von Lucas Hernandez (Rippenprellung) fraglich.

Da die Bayern auch im DFB-Pokal raus sind, bleibt nur noch ein Titel – die Meisterschaft. „Wir müssen schauen, dass wir das in der Bundesliga jetzt zu Ende bringen“, so Flick. Und: „Jetzt kommen Spiele wie das in Wolfsburg, wo es nicht so einfach sein wird.“ Das Aus in Paris müsse man darum abschütteln und dann müsse „schon wieder der Fokus auf Wolfsburg gerichtet sein. Auch wenn es schwer fällt.“

Statt VW-Logo jetzt "ID.4" auf der VfL-Brust

In der Bundesliga gewann der VfL bisher erst viermal gegen die Bayern, am glanzvollsten war das 5:1 in der Meistersaison 2009. Gutes Omen: Damals zierte nicht das VW-Logo die Wolfsburger Brust, sondern der Schriftzug "Polo". Auch jetzt machen die VfL-Kicker wieder Werbung für ein bestimmtes Modell, "ID.4." wird bis Saisonende auf den Trikots zu sehen sein. Auch die VfL-Frauen werben auf diese Art ab sofort für den Elektro-SUV. „Für Volkswagen sind wir ein wichtiger Botschafter für Elektromobilität. Darauf sind wir sehr stolz und darum kommunizieren wir es in diesem Fall, bei diesem für unsere Zukunft so wichtigen Thema, über unsere Trikotbrust“, so VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer.

Der neue Werbeschriftzug soll dabei nicht nur die ID.4-Markteinführung begleiten, sondern auch das VfL-Bemühen um Klimaneutralität sichtbar machen. "Ökologische Nachhaltigkeit stellt für uns eine wichtige strategische Ausrichtung dar. Mit unseren vielfältigen Maßnahmen möchten wir unseren Beitrag leisten“, sagt VfL-Geschäftsführer Michael Meeske. Erst in der vergangenen Woche hatte die britische Organisation "Sport Positive" den VfL in einem Ranking aller Bundesliga-Klubs zum deutschen "Nachhaltigkeitsmeister" erklärt.