28. Oktober 2020 / 13:31 Uhr

Von wegen BVB und Co.! Trainer Julian Nagelsmann für RB Leipzig "unverkäuflich"

Von wegen BVB und Co.! Trainer Julian Nagelsmann für RB Leipzig "unverkäuflich"

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig will Trainer Julian Nagelsmann unter keinen Umständen ziehen lassen.
RB Leipzig will Trainer Julian Nagelsmann unter keinen Umständen ziehen lassen. © 2020 Getty Images (Montage)
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Die Gerüchte um eine Verpflichtung von Julian Nagelsmann als nächsten Trainer von Borussia Dortmund nehmen zu. Der 33-Jährige steht noch bis 2023 bei RB Leipzig unter Vertrag. Können ihn die Roten Bullen aber auch ohne Titel halten?

Leipzig. Wechselt Julian Nagelsmann zum Saisonende das Team? Medienberichten zufolge ist die Borussia aus Dortmund an dem jungen Trainer von RB Leipzig interessiert. Denn den Vertrag mit ihrem aktuellen Coach Lucien Favre wollen die Schwarz-Gelben wohl nicht verlängern. Problem für den BVB (und etwaige andere Interessenten): Der aktuelle Vertrag des 33-Jährigen bei den Messestädtern läuft bis 2023. Eine Ausstiegsklausel gibt es nicht. Und: Die RB-Bosse sind so gar nicht verhandlungsbereit.

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In einem aktuellen Interview mit der Sport Bild stellt Vorstandschef Oliver Mintzlaff klar: Julian Nagelsmann ist unverkäuflich. Eine Schmerzgrenze gebe es nicht. „Es nutzt einem nichts, viel Geld zu bekommen, wenn der wichtigste Mann im Verein weg ist, um die Mannschaft zu führen und weiterzuentwickeln.“ Anrufe von möglichen Interessenten habe es (auch deshalb?) bis dato nicht gegeben.

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2019 holten die Leipziger den jungen Erfolgstrainer für fünf Millionen Euro von der TSG Hoffenheim. Bei seinem Wechsel stellte der Coach klar: Er will mit seinem neuen Team "Blechernes", sprich Titel, holen. Schon in seinem ersten Jahr schrieb Nagelsmann ein bedeutendes Stück Vereinsgeschichte, brachte die Mannschaft bis ins Halbfinale der Champions-League. In der neuen Spielzeit setzt Nagelsmann international nicht zu hohe Ziele. Die KO-Runde des höchsten europäischen Clubwettbewerbs soll es allerdings trotzdem mindestens sein. Mintzlaff ist mit den Plänen des Bullen-Coaches einverstanden: "Uns ist bewusst, dass wir nicht jede Saison das Halbfinale der Königsklasse erreichen werden. Das Ziel bleibt die Qualifikation für die Champions League. Alles andere wäre vermessen und überheblich“, sagte der 45-Jährige

Sorgen wegen fehlender Einnahmen

Dass ihm Nagelsmann ohne zeitnahe Titel davonlaufen könne, befürchtet der Vorstandschef der Roten Bullen indes nicht. „Er ist ein außergewöhnlicher Trainer mit klaren Vorstellungen und trotzdem sehr teamfähig.“ Der Erfolg und die Entwicklung von RB unter seiner Leitung in der vergangenen sowie der aktuellen Saison seien eindeutig. „Deswegen habe ich auch nicht das Gefühl, dass RB ein unattraktiver, stagnierender Verein für ihn ist – ganz im Gegenteil."

Sorgen macht Oliver Mintzlaff dagegen die finanzielle Entwicklung aufgrund der Corona-Pandemie. Zum Heimspiel gegen Hertha BSC am vergangenen Wochenende durften lediglich 999 Zuschauer in die Red-Bull-Arena. Nun drohen ein möglicher Lockdown light und einmal mehr Geisterspiele. Zudem fallen rund die Hälfte der eingeplanten fünf Millionen Euro Champions-League-Prämie weg. Insgesamt rechnet der RB-Boss dieses Jahr mit Mindereinnahmen von etwa 30 Millionen Euro. Im kommenden Jahr sei es sogar noch etwas mehr. „Ein Stadion für 999 Zuschauer aufzuschließen bringt pro Spieltag ein Minus von circa 180.000 Euro. Finanziell lohnt sich das nicht. Lange können wir das nicht durchstehen“, stellt er klar.