05. Februar 2020 / 15:07 Uhr

Von wegen Notnagel: Neuzugang Angelino ist zu RB Leipzig gekommen, um zu bleiben

Von wegen Notnagel: Neuzugang Angelino ist zu RB Leipzig gekommen, um zu bleiben

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Angelino bei seiner Vorstellung mit RB-Sportdirektor Markus Krösche.
Angelino bei seiner Vorstellung mit RB-Sportdirektor Markus Krösche. © Picture Point
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Nicht wenige Experten sahen im Last-Minute-Transfer des spanischen Linksverteidigers von Manchester City zu RB Leipzig eine Notlösung. Bei der offiziellen Vorstellung von Angelino kam nun heraus: Die Gespräche zwischen dem 23-Jährigen und den Messestädtern liefen schon wesentlich länger.

Leipzig. "Ich möchte mit dem Verein alles gewinnen, was möglich ist." Als RB Leipzigs Neuzugang Angelino bei seiner offiziellen Vorstellung am Mittwochnachmittag diesen Satz sagt, müssen einige Anwesende im Raum dann doch leicht schmunzeln. Denn am Vorabend waren die Messestädter nach einem 1:3 (0:1) bei Eintracht Frankfurt aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Dabei erstmals in der Startelf: der spanische Neuzugang, der erst am letzten Tag der Transferperiode einen Vertrag bei RB unterzeichnet hatte. Schuld an der Niederlage war er allerdings mitnichten, im Gegenteil. Sein Auftritt im linken Mittelfeld gehörte zu den besseren des Abends. Zufrieden war Angelino mit seiner Leistung beim Debüt dennoch nicht. "Ich denke, das kann ich besser machen", meinte er.

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Mit der Verpflichtung des gelernten Linksverteidigers reagierte RB in letzter Minute auf den Weggang von Marcelo Saracchi und Luan Candido. Ein Notnageltransfer war auf der letzten Rille war das Geschäft mit Manchester City allerdings mitnichten. "Wir waren bereits längere Zeit in Gesprächen", so der 23-Jährige. Auch Sportdirektor Markus Krösche bestätigte das. "Wir hatten Angelino schon eine Weile auf dem Radar. Es ist bekannt, dass wir mehrere Optionen hatten. Wir haben uns sowohl mit Rechts-, Innen- als auch Linksverteidigern befasst." Da Marcel Halstenberg auch innen spielen könne und angesichts der Abgänge, habe man mit dem Spanier noch einmal eine größere Variabilität hinzugewonnen. Dass die Entscheidung richtig gewesen sei, habe man trotz des 1:3 bereits in Frankfurt gesehen. "Er hat einmal mit der Mannschaft trainiert, aber sofort viele gefährliche Aktionen kreiert. Wir sind froh, dass er hier ist."

Segen von Guardiola

Der Angesprochene hat – natürlich – nur Gutes über seinen neuen Arbeitgeber zu sagen. Die Entscheidung für RB sei ihm leichtgefallen. „Die Qualität dieser Mannschaft ist unglaublich. Hier zu sein ist eine großartige Möglichkeit für mich.“ Angelinos Aufenthalt in der Messestadt ist zunächst auf die kommenden fünf Monate beschränkt. So lange läuft die Leihvereinbarung mit Manchester City. „Ich will hier in Leipzig meine Chance suchen“, so der ehemalige U21-Nationalspieler, der in seiner bisherigen Karriere schon mehrfach verliehen wurde. Er lief in den vergangegen sechseinhalb Jahren für sieben Vereine auf, unter anderem für den PSV Eindhoven, RCD Mallorca und NAC Breda auf. Das Ziel des jungen Familienvaters in Leipzig lautet deshalb: bleiben. „Ich hoffe, dass das möglich ist, wenn ich gut arbeite.“ RB hat sich eine Kaufoption für den Verteidiger gesichert. Wie viele Millionen die Sachsen im Fall der Fälle nach England überweisen müssen, wollte Markus Krösche indes nicht preisgeben. „Wir sprechen nicht über Zahlen. Das ist mit Manchester auch explizit so vereinbart.“

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Pep Guardiola gab Angelino übrigens höchstpersönlich seinen Segen für den Wechsel an die Pleiße. „Wir haben vorher miteinander gesprochen“, bestätigte Angelino am Mittwoch auf Nachfrage. „Er hat nur Positives über die Bundesliga und auch über den Club erzählt. Er meinte, ich würde gut hierher passen.“ Zwischen seinem alten und seinem neuen Coach sieht der Spanier durchaus Parallelen. „Pep und Julian Nagelsmann sind sich sehr ähnlich in dem, was sie versuchen zu spielen.“ Auch zwischen dem deutschen Fußball-Oberhaus und der Premier League sehe er nur unwesentliche Unterschiede. „Das Konterverhalten, die Herangehensweise, das unterscheidet sich nicht so stark.“

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