19. Mai 2019 / 13:09 Uhr

Vor 10 Jahren: RB Leipzig startet Mission Bundesliga

Vor 10 Jahren: RB Leipzig startet Mission Bundesliga

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Der riesiger Kosmonaut wurde in Fanblock B entrollt.
Der RB-Kosmmonaut erinnert an die Landung des Raumschiffs Red Bull vor genau zehn Jahren in Leipzig und damals zunächst auf der Raketenbasis Markranstädt. © LVZ
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Einen Tag nach dem letzten Spiel der Saison 2018/19 und der 1:2 (0:1)-Niederlage gegen Werder Bremen feiert RB Leipzig seinen Gründungstag. Der rasante Aufstieg zum Champions-League-Teilnehmer und Pokal-Finalisten begann vor genau zehn Jahren in der Oberliga.

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19. Mai 2009 – am Sonntag ist es auf den Tag genau zehn Jahre her, dass RB Leipzig als Verein das Licht der Welt erblickte und offiziell gegründet wurde. Die Roten Bullen kämpfen mittlerweile seit drei Spielzeiten in der Bundesliga um Punkte und haben sich dank starker Leistungen bereits zum zweiten Mal für die Champions League qualifiziert. Dazu wartet am Samstag – es liest sich ein bisschen wie ein Drehbuch – das Finale des DFB-Pokals gegen Rekordmeister Bayern München und damit die Chance auf einen ersten großen Titel.

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Dass es sportlich so schnell in die obersten Etagen des deutschen Fußballs gehen würde, war trotz des immensen finanziellen Spielraums durch Geldgeber Red Bull nicht zu erwarten. Dass die Gegner der Roten Bullen vor einem Jahrzehnt noch Halberstadt und Bautzen statt Dortmund und Glasgow hießen, ist nur noch schwer vorstellbar.

Start in der Oberliga

Los ging es freilich nicht ganz unten, sondern in der Oberliga Süd. Dank eines Deals mit dem SSV Markranstädt, der sein Spielrecht samt erster Mannschaft, Reserve und Jugendmannschaften abtrat, wurde der Einstieg in Liga fünf überhaupt möglich. Für die Mission Aufstieg wurden zudem einige Spieler mit Zweit- oder sogar Bundesligaerfahrung geholt.

DURCHKLICKEN: Das wurde aus den Spielern der RB-Premierensaison

Er war der erste Torhüter von RB Leipzig: Sven Neuhaus. Der Keeper wechselte vom FC Augsburg nach Sachsen und blieb bis 2011. Anschließend heuerte Neuhaus beim Hamburger SV an. Heute arbeitet er beim HSV für die Stiftung „Hamburger Weg“.
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Er war der erste Torhüter von RB Leipzig: Sven Neuhaus. Der Keeper wechselte vom FC Augsburg nach Sachsen und blieb bis 2011. Anschließend heuerte Neuhaus beim Hamburger SV an. Heute arbeitet er beim HSV für die Stiftung „Hamburger Weg“. ©

RB ging folglich als haushoher Favorit in die Oberligasaison. "Allen war klar, dass wir aufsteigen", erinnert sich Michael Lerchl, der vor der Saison aus der zweiten Mannschaft von Energie Cottbus zu RB gewechselt war. Zwar erlebte die von Tino Vogel trainierte Mannschaft bereits am ersten Spieltag gegen die Reserve von Carl Zeiss Jena einen kleinen Dämpfer und sicherte sich erst durch ein spätes Eigentor ein 1:1-Unentschieden.

Aufstieg nicht aufzuhalten

Schlussendlich war der Durchmarsch in die Regionalliga jedoch trotz häufiger Anfeindungen der gegnerischen Fans nicht aufzuhalten. Abgesehen von zwei Punkteteilungen, einem 0:1 am fünften Spieltag gegen Budissa Bautzen und dem bereits bedeutungslosen 1:2 zum Saisonabschluss im Derby gegen den Sachsen Leipzig hielt sich RB jedoch schadlos. Am Ende stieg der Club hochverdient mit 22 Punkten Vorsprung in die Regionalliga auf.

Während die Erfolgsgeschichte der Roten Bullen trotz zweier verpasster Aufstiege in die dritte Liga bis heute andauert, war aus der Premieren-Elf nicht nur für Aufstiegstrainer Vogel nach einer Saison Schluss. Ein paar frühere Spieler – darunter Ralf Rangnicks heutiger Assistenz-Trainer Robert Klauß – haben dennoch ihr Glück beim Verein gefunden. Andere haben es nochmal bei anderen Clubs versucht. Mit der rasanten Entwicklung zum ambitionierten Bundesligisten konnte fußballerisch jedoch keiner der Spieler aus der ersten Stunde schritthalten.