10. September 2021 / 12:02 Uhr

Vor Auswärtsspiel in Leverkusen: So viel Bayer steckt in Turbine Potsdam

Vor Auswärtsspiel in Leverkusen: So viel Bayer steckt in Turbine Potsdam

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
21.04.2021, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Punktspiel, 1.FFC Turbine Potsdam-FC Bayern Muenchen, Karl-Liebknecht-Stadion
im Bild: v.l. Linda Dallmann (Bayern Muenchen),Merle Barth ((1.FFC Turbine Potsdam)
Merle Barth (r.) war vor ihrem Wechsel nach Potsdam Kapitänin bei Bayer Leverkusen. © Foto: Julius Frick
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Frauen-Bundesliga: Potsdams Bundesliga-Fußballerinnen sind am Freitagabend zu Gast in Leverkusen. Von dort wechselten in den vergangenen zehn Jahren acht Spielerinnen nach Brandenburg.

Wenn die Bundesliga-Fußballerinnen von Turbine Potsdam (6.) an diesem Freitagabend (19.15 Uhr/live bei MagentaSport) beim Siebten Bayer 04 Leverkusen gastieren, kommt es im Ulrich-Haberland-Stadion zu einem großen Wiedersehen. Gleich fünf Potsdamerinnen trugen schon einmal das Trikot des Werksclubs. Und auch in der Vergangenheit war Turbine für Leverkusener Fußballerinnen ein beliebtes Wechselziel.

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„Warum das so ist, kann ich gar nicht sagen“, sagt Merle Barth, die vor ihrem Wechsel nach Brandenburg sogar Kapitänin in der Rheinstadt war. „Im Kader hat sich seit meinem Abschied einiges getan, trotzdem freue ich mich auf bekannte Gesichter“, sagt die 27-Jährige.

Eine Methode stecke hinter diesen Transfers nicht, betont Stephan Schmidt. Der Geschäftsführer des Potsdamer Vereins sagt: „Die Personalplanung ist bei uns Aufgabe des Trainers. Wenn Bedarf aufploppt, also eine Spielerin uns verlässt, schauen wir, wer diese Spielerin ersetzen kann.“ Insgesamt achtmal in den vergangenen zehn Jahren wurde Turbine bei Bayer 04 fündig.

In Bildern: Turbine Potsdam schlägt im ersten Heimspiel der Saison Carl Zeiss Jena.

Im ersten Heimspiel der Saison gewinnt der 1. FFC Turbine Potsdam mit 5:0 (3:0) gegen Carl Zeiss Jena. Sara Holmgaard (32.), Maria Plattner (40.), Marie-Therese Höbinger (43./56.) und Sophie Weidauer treffen für die Gastgeberinnen. Zur Galerie
Im ersten Heimspiel der Saison gewinnt der 1. FFC Turbine Potsdam mit 5:0 (3:0) gegen Carl Zeiss Jena. Sara Holmgaard (32.), Maria Plattner (40.), Marie-Therese Höbinger (43./56.) und Sophie Weidauer treffen für die Gastgeberinnen. © Julius Frick

2012 kam Johanna Elsig (seit diesem Sommer HSC Montpellier) als 19-Jährige vom Rhein nach Potsdam, wo sie Abwehrchefin und Nationalspielerin wurde. Es folgte 2015 Torhüterin Lisa Schmitz, die nun ebenfalls in Montpellier zwischen den Pfosten steht. Ein weiteres Jahr später holte Turbine Anna Gasper. Auch sie mauserte sich zur Stammspielerin, stand an der Schwelle zur Nationalelf. Nach persönlichen Problemen hat sie den Leistungssport hinter sich gelassen. Gasper kickt nun in der 2. österreichischen Liga beim USC Landhaus.

So stehen im aktuellen Turbine-Kader noch fünf Spielerinnen mit Leverkusener Vergangenheit. 2017 hatte der Club Nina Ehegötz an die Havel gelotst. Im vergangenen Jahr kamen Merle Barth und Lena Uebach – die 21-Jährige kam verletzungsbedingt noch zu keinem Pflichtspieleinsatz beim 1. FFC – gleich im Doppelpack. Zuletzt hatte Potsdam in Leverkusen bei der erfahrenen Isabel Kerschowski und Keeperin Anna Wellmann zugeschlagen.

Das Verhältnis zum Werksclub sei über all die Jahre gut gewesen. „Wir tauschen uns auf der Arbeitsebene vernünftig aus“, sagt Schmidt. Ohnehin hat Turbine alle Leverkusenerinnen nach Ablauf ihrer dortigen Verträge verpflichtet. Laut Schmidt sei das im Frauenfußball noch immer der gängige Weg. „Wechsel aus laufenden Verträgen heraus werden zwar häufiger, sind aber immer noch die Minderheit. Schlichtweg, weil viele Clubs gar nicht das Geld dafür haben“, so Schmidt. In Deutschland seien es vielleicht zwei, drei Vereine, die in der Lage sind, Ablösen für Spielerinnen zu bezahlen.


Umgekehrt steckt übrigens auch einiges an Turbine-Historie im heutigen Gegner: Kapitänin Jessica Wich holte 2010 mit Potsdam den Champions-League-Pokal. Trainer Achim Feifel war in der Saison 2014/15 Assistent an der Seite von Bernd Schröder. Jüngst schloss sich Turbine-Eigengewächs Caroline Siems nach einem England-Jahr bei Aston Villa der Werkself an.

„Ich gönne ihnen den Erfolg und dass sie nicht mehr nur gegen den Abstieg spielen“, sagt Merle Barth, „aber am Ende will ich mit Turbine vor Leverkusen stehen.“ Diesem Ziel könnte sie mit drei Punkten am Freitagabend ein Stück näher kommen.