17. Januar 2022 / 20:09 Uhr

Vor dem Derby gegen Hertha BSC: Stadionausbau bei Union verzögert sich

Vor dem Derby gegen Hertha BSC: Stadionausbau bei Union verzögert sich

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Kultstatus: Die Alte Försterei.
Bleibt erstmal unverändert: Das Stadion An der Alten Försterei von Union Berlin. © Nadine Bieneck
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Im Pokalderby zwischen Hertha BSC und Union Berlin geht es bei beiden Clubs auch um die Stadionfrage. Klar ist: Der schon lange geplante Umbau des Fußballstadions An der Alten Försterei verzögert sich laut Berliner Senat weiter.

Der 1. FC Union Berlin hat ein Problem, das auf den ersten Blick keines ist. Die Elf von Trainer Urs Fischer spielt erfolgreich Fußball! So erfolgreich, dass der eigene Kosmos ein bisschen zu klein geworden ist – das gilt insbesondere für das Stadion An der Alten Försterei.

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22.012 Zuschauer fasst die Heimspielstätte Unions. Wenn nicht gerade eine Pandemie alle mathematischen Regeln außer Kraft setzt – derzeit dürfen lediglich 3000 Fans die Heimspiele vor Ort verfolgen –, übersteigt die Nachfrage regelmäßig die Kapazität. Und das wird auch erstmal so bleiben. Wie der Senat auf SPORTBUZZER-Anfrage mitteilte, wird der Club auch in diesem Sommer das erstrebte und für den Stadionumbau nötige Baurecht nicht erhalten. "In Anbetracht der noch erforderlichen Verfahrensschritte bis zum Baurecht, ist der Sommer 2022 nicht einzuhalten", hieß es.

Die ersten Stadionpläne sind von 2017

Der vom Verein im Dezember noch als „derzeit möglich und realistisch“ eingestufte Zeitplan zum Erhalt des Baurechts sei laut Senat aufgrund von „noch erforderlichen“ Verfahrensschritten nicht einzuhalten. Union wollte den neuen Sachstand am Montagabend nicht kommentieren. Damit geht das lange Warten auf den Spatenstich wohl in die nächste Runde.

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Rückblick: Erstmals 2017 kündigte Präsident Dirk Zingler den Ausbau des Stadions an. Damals hieß es, Union wolle bis Mitte 2020 das Stadion umgebaut haben, statt 22.012 Fans hätten ab 2020 laut Planung exakt 36.978 darin Platz finden sollen. Die Kosten waren mit etwas über 30 Millionen Euro veranschlagt worden und sollten mit der Aufnahme von Krediten finanziert werden.

Getan hat sich über vier Jahre nach der Vorstellung der Stadion-Entwürfe und einen Bundesliga-Aufstieg später eher wenig. „Die Alte Försterei bleibt die Alte Försterei“, sagte Zingler 2017. Nur meinte er damit, dass sich bloß der Charakter des Stadions – laut, eng, viele Stehplätze – nicht ändern solle. Und nicht nichts.

Das Problem waren (und sind) die offenen Fragen rund um das Stadion. Wenn die Alte Försterei künftig etwa 15.000 Fans mehr fasst, muss auch die Infrastruktur mitwachsen. Das betrifft vor allem die Tram-Anbindung vor dem Stadion, deren Taktung erhöht werden müsste, und den rund 15 Fußminuten entfernten (und zu kleinen) S-Bahnhof Köpenick, der erst im Jahr 2026 zu einem Regionalbahnhof umgebaut werden soll.

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Zwar bestehe laut Senat „in wesentlichen Punkten“ Einigkeit, „ein abschließendes und abgestimmtes Verkehrskonzept liegt allerdings noch nicht vor.“ Besondere Probleme bereite nach wie vor die Übergangsphase bis zur Fertigstellung des S-Bahnhofs Köpenick als Regionalbahnhof. Für die Umbauphase gebe es noch keine tragfähige Lösung im Hinblick auf den An- und Abfahrtsverkehr mit der S-Bahn.