14. Februar 2019 / 17:39 Uhr

Vor dem Klassiker: Diese Turbine-Duelle mit Frankfurt bleiben in Erinnerung

Vor dem Klassiker: Diese Turbine-Duelle mit Frankfurt bleiben in Erinnerung

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Drei DFB-Pokalsiege feierte Turbine Potsdam, hier zuletzt 2006. Allesamt wurden die Erfolge gegen Frankfurt eingefahren.
Drei DFB-Pokalsiege feierte Turbine Potsdam, hier zuletzt 2006. Allesamt wurden die Erfolge gegen Frankfurt eingefahren. © Jan Kuppert
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Spiele zwischen Turbine Potsdam und dem 1. FFC Frankfurt sind Klassiker des deutschen Frauenfußballs. Am Sonntag steigt das 54. Duell.

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22 Mal hieß der Sieger Potsdam, einmal mehr Frankfurt. Die wettbewerbsübergreifende Bilanz zwischen den Turbinen und dem einstigen Dauerkonkurrenten vom Main ist fast ausgeglichen. "Das Spiel ist schon aufgrund seiner Historie immer noch ein Klassiker", sagt Turbine-Chefcoach Matthias Rudolph, "die Spiele in den letzten Jahren waren auch immer auf hohem Niveau, auch wenn es vielleicht nicht immer um die Deutsche Meisterschaft gegangen ist."

„Gegen keine andere Mannschaft haben wir so viele Duelle auf dem Rasen ausgetragen wie gegen unseren Rivalen aus Brandenburg“, sagt Frankfurts Manager Siegfried Dietrich über den Klassiker des deutschen Frauenfußballs, bei dem es am Sonntag (13 Uhr, Stadion am Brentanobad) im 54. Aufeinandertreffen aber nicht mehr um Titel geht.

Nach dem 3:1-Hinspielerfolg war Turbine-Coach Rudolph zwar mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Spielweise seiner Mannschaft zufrieden: "Seitdem hat sich ja viel verändert. Wir sind eine gefestigte Truppe, von der ich überzeugt bin, dass sie da auch gewinnt." Ein Erfolg wäre umso wichtiger, weil sich die Topteams aus Wolfsburg und München am Wochenende selbst die Punkte streitig machen. "Wenn wir oben noch ein Wörtchen mitsprechen wollen, müssen wir dort unbedingt gewinnen - das ist jedem klar."

Der SPORTBUZZER erinnert an fünf geschichtsträchtige Duelle

13. Juni 2004: Es ist der letzte Spieltag der Saison 2003/04. Turbine reist als Erster zum absoluten Spitzenspiel an den Main, in dem Frankfurt mit einem Sieg die vierte Meisterschaft in Folge feiern könnte. Doch die Potsdamerinnen brennen beim 7:2 vor 4800 Zuschauern ein Feuerwerk ab, holen ihren ersten gesamtdeutschen Meistertitel. Es war „das Beste, was ich je gesehen habe“, jubelt Turbines Trainerikone Bernd Schröder.

29. April 2006: Vor 20 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion feiert Potsdam seinen bislang letzten DFB-Pokalsieg – es ist ein Titel-Hattrick. Und wie in den beiden Jahren zuvor heißt der unterlegene Finalist: Frankfurt. Isabel Kerschowski und Petra Wimbersky treffen beim 2:0-Sieg. „Frankfurt hat mehr Weltklassespielerinnen, aber wir funktionieren besser als Team“, sagt Schröder hinterher.

Von (A)lushi bis (Z)ietz: Alle deutschen Nationalspielerinnen von Turbine Potsdam

<b>Fatmire Lira Alushi:</b> Als sie 2009 aus Duisburg nach Potsdam wechselte, hieß sie noch Bajramaj. Alushi kickte bis 2011 bei Turbine, gewann mit dem Verein zwei Meisterschaften und 2010 die Champions League. Schon vor ihrem Wechsel nach Potsdam war sie 2007 mit der DFB-Elf Weltmeister geworden. Zur Galerie
Fatmire "Lira" Alushi: Als sie 2009 aus Duisburg nach Potsdam wechselte, hieß sie noch Bajramaj. Alushi kickte bis 2011 bei Turbine, gewann mit dem Verein zwei Meisterschaften und 2010 die Champions League. Schon vor ihrem Wechsel nach Potsdam war sie 2007 mit der DFB-Elf Weltmeister geworden. ©
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27. Mai 2006: Knapp einen Monat nach der Pokalschlappe funktionieren die Frankfurterinnen besser. Sie legen schon im Hinspiel des UEFA-Cup-Finales im Karl-Liebknecht-Stadion mit einem 4:0 den Grundstein für den Sieg. Das Rückspiel geht dann trotz zweier Turbine-Tore von Conny Pohlers mit 2:3 verloren. „Bei meiner Mannschaft ist die Batterie runter”, erklärt Bernd Schröder nach den zwei Pleiten gegen den Dauerrivalen um Manager „Siggi“ Dietrich, mit dem er sich manches Mal beharkt.

21. November 2010: Potsdam verliert das Bundesliga-Rückspiel am Brentanobad mit 1:4 (1:1). Zweimal Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes und ausgerechnet Turbine-Rekordtorschützin Conny Pohlers treffen für die Gastgeberinnen, Nadine Keßler sorgt aus Turbine-Sicht nur für Ergebniskosmetik. Im März – das Saisonende wird wegen der anstehenden WM im eigenen Land vorgezogen – jubelt trotzdem Turbine über den dritten Meistertitel in Serie, einen Zähler vor Frankfurt.

30. September 2012: 4120 Zuschauer sehen im Karl-Liebknecht-Stadion einen „Hassgipfel“, den Ex-Turbine Fatmire Bajramaj (heute Alushi) in der Nachspielzeit und doppelter Überzahl mit 2:1 für Frankfurt entscheidet. Die Potsdamerinnen Alexandra Singer und Stefanie Mirlach waren vorher mit den Köpfen zusammengerasselt und blutüberströmt liegen geblieben. Dann zieht sich auch Bajramaj nach Foul von Tabea Kemme noch einen Kreuzbandriss zu. „Der Frauenfußball hat heute seine Unschuld verloren“, bedauert Bernd Schröder.

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