09. Mai 2021 / 13:48 Uhr

Psychospielchen vor dem Pokalfinale: RB Leipzig sieht nach der BVB-Pleite keinen Nachteil

Psychospielchen vor dem Pokalfinale: RB Leipzig sieht nach der BVB-Pleite keinen Nachteil

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Dass sie gegen den BVB treffen können bewiesen die Spieler von RB Leipzig am Samstag zwei Mal. Im Pokalfinale wollen sie gegen die Dortmunder auch endlich siegen.
Dass sie gegen den BVB treffen können bewiesen die Spieler von RB Leipzig am Samstag zwei Mal. Im Pokalfinale wollen sie gegen die Dortmunder auch endlich siegen. © Getty Images
Anzeige

Gegen die ganz Großen scheint es für RB Leipzig nicht zum Sieg zu reichen. Trainer Julian Nagelsmann und seine Mannschaft können sich auch im zweiten Durchgang nicht gegen die Borussia aus Dortmund durchsetzen. Dabei wird es definitiv Zeit, dass wieder ein Sieg gegen den BVB geholt wird: Und im Pokalfinale haben sie die Chance dazu.

Anzeige

Leipzig/Dortmund. Sie haben das Spiel zwar nicht gewonnen, beim 2:3 bei Borussia Dortmund hat RB Leipzig dennoch bewiesen, dass sie durchaus im Stande sind, auch einen 0:2-Rückstand aufzuholen. Zwar konnten sie sich das Selbstvertrauen nicht mit einem Sieg sichern, dürften aber bestimmt trotzdem Mut gezapft haben. Denn schließlich haben sie sich wieder herangekämpft. Die Partie im deutschen Oberhaus schürte sicherlich zumindest bei Zuschauern Vorfreude auf das Pokalfinale am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD).

Anzeige

„Teilweise haben wir es aber auch sehr, sehr schlecht gemacht“

Die Generalprobe mag zwar nicht geglückt sein, aber Leipzig kann sich nun entsprechend auf das Pokalfinale einstellen. Ein Faktor ist für Trainer Julian Nagelsmann auch die negative BVB-Bilanz der Roten Bullen. Denn ein Sieg gegen Dortmund liegt mehr als dreieinhalb Jahre zurück, im Oktober 2017, als sich RB mit 3:2 durchsetzen konnte. Seitdem kamen fünf Niederlagen und zwei Remis dazu. „Die Bilanz ist nicht herausragend, darüber wollen wir nicht reden.“ Ob dadurch den Leipzigern aber tatsächlich ein psychologischer Nachteil entsteht, konnte der Bullen-Coach nicht definitiv sagen. „Ich denke, wenn wir das 2:2 gehalten hätten, wäre für Dortmund ein psychologischer Nachteil entstanden. Weil sie dann in diesem wichtigen Spiel, in dem sie 2:0 geführt haben, nur noch ein Unentschieden rausholen oder es gar fast verlieren“, analysierte Nagelsmann die Lage.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Verpatzte Generalprobe: RB Leipzig unterliegt fünf Tage vor dem DFB-Pokalfinale Borussia Dortmund mit 2:3. Zur Galerie
Verpatzte Generalprobe: RB Leipzig unterliegt fünf Tage vor dem DFB-Pokalfinale Borussia Dortmund mit 2:3. ©

Beide Teams würde ihre Lehren aus dem Spiel ziehen, vermutete der Leipziger Trainer. Aber: „Am Ende des Tages wird es Zeit, dass wir mal ein Spiel gegen sie gewinnen. Und am Donnerstag haben wir die nächste Chance dazu.“ Er wolle nicht wirklich die psychologischen Aspekte aufrollen, sondern eher inhaltlich nachsteuern. Was die Spieler von RB Leipzig auf jeden Fall aus der Niederlage mitnehmen können, sind die nötigen Lehren für das Finalspiel. „In der ersten Halbzeit hatten wir zwei verschiedene Phasen. Wir haben teilweise sehr gut gespielt, teilweise haben wir es aber auch sehr, sehr schlecht gemacht. In der zweiten Halbzeit, finde ich, waren wir die bessere Mannschaft“, sagte Trainer Julian Nagelsmann nach dem Spiel.

„Er hat es gut gemacht“

Die Energie, mit der RB nach der Halbzeitpause aus der Kabine kam, war eine völlig andere zum ersten Durchlauf. Sie kämpften, wollten unbedingt aufholen, der Wunsch war deutlich und das Engagement zahlte sich auch aus. Vor allem nach der Einwechslung von Justin Kluivert für Emil Forsberg wehte ein neuer, frischer Wind auf dem Platz. Auch als der Bullen-Coach Angelino aus dem Spiel nahm und Amadou Haidara für ihn brachte, stieg die Qualität der Leipziger. „Eigentlich will ich gar nicht so viel über einzelne Spieler sagen. Aber es gab schon zwei, drei sehr gute Performances. Es gab aber auch zwei, drei, die sich nicht so gut präsentiert haben. Wir werden für Donnerstag eine Entscheidung treffen müssen“, kündigte Nagelsmann.

Auch Konrad Laimer durfte endlich wieder Spielminuten sammeln. Der Österreicher, der nach seiner Arthroskopie bislang die gesamte Saison verpasste, zeigte sich den Umständen entsprechend in einer sehr guten Verfassung. „Körperlich ist er sicherlich noch nicht bei 100 Prozent, das hat man auch gesehen. Wobei man bedenken muss, dass er in einer Phase ins Spiel gekommen ist, die extrem intensiv war. Er hatte sehr viele gute Ballgewinne am Anfang, hat es gut gemacht“, lobte ihn der Trainer.

Es sei wichtig gewesen, ihm diese Minuten zu geben. „Im Finale wird wahrscheinlich nicht von Anfang an spielen können. Aber wir können auf ihn zurückgreifen. Deshalb war sein Einsatz heute wichtig.“ Aber es gab auch etwas Kritik: „Vor dem dritten Gegentor hätte ich mir von ihm noch ein taktisches Foul gewünscht. Aber am Ende war ich zufrieden mit den Minuten, die er gesammelt hat und wie er gespielt hat.“