27. Mai 2021 / 19:42 Uhr

Vor dem Sachsenpokal-Finale heißt es noch: Nur gucken, nicht anfassen

Vor dem Sachsenpokal-Finale heißt es noch: Nur gucken, nicht anfassen

Anton Kämpf
Leipziger Volkszeitung
Hermann Winkler, Präsident des sächsischen Fussballverband, steht bei der Pressekonferenz zum Finalspiel mit dem Sachsenpokal zwischen dem Chemnitzer Trainer Daniel Berlinski (l.) und Lok Leipzigs Coach Almedin Civa.
Hermann Winkler, Präsident des sächsischen Fussballverband, steht bei der Pressekonferenz zum Finalspiel mit dem Sachsenpokal zwischen dem Chemnitzer Trainer Daniel Berlinski (l.) und Lok Leipzigs Coach Almedin Civa. © Luise Böttger
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Lok Leipzig kämpft im Finale des Sachsenpokals gegen Titelverteidiger Chemnitzer FC um die DFB-Pokal-Teilnahme. Bei den Leipzigern soll es nach dem Spiel einen Fanempfang mit Gesang im Plache-Stadion geben.

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Leipzig. Stolze 13,2 Kilogramm ist der neue Sachsenpokal schwer, der Platz für die nächsten 20 Landescupgewinner bereit hält. Nachdem die Vorgängerversion, ein Sponsorenpokal, im vergangenen Jahr in der Sportschau noch etwas belächelt worden ist, handelte der Sächsische Fußballverband und ließ nach dem Entwurf von Social-Media-Beauftragte Luise Böttger und in Zusammenarbeit mit der Bronzegießerei Noack aus Leipzig einen nigelnagelneuen Wanderpokal herstellen. „Es ist der schönste, den ich je gesehen habe“, resümiert Almedin Civa und versichert, nicht zu übertreiben.

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Doch noch heißt es: Nur gucken, nicht anfassen. Denn Berühren möchte der Lok-Trainer den Cup auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Sachsenpokalfinals zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und dem Titelverteidiger Chemnitzer FC (MDR, 14:05 Uhr) nicht – bringt Unglück! Der Bosnier muss es wissen: Neun Landesfinals erlebte er als Spieler, Sportdirektor und Trainer, sechs Mal durfte Civa jubeln. Sein einziges an der Seitenlinie verlor er jedoch 2018 0:1 gegen Energie Cottbus. Seine Lehren? „Ich kann den Spielern viel erzählen, aber ich spiele nicht. Ich kann steuern, Tipps geben, aber die Erfahrung müssen die Jungs machen. Dieses Spiel ist wichtig, auch für die Meisterschaft nächstes Jahr und das weitere Leben.“

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Ein Endspiel, bei dem nicht nur ein Titel, sondern auch die DFB-Pokal-Teilnahme rausspringt. Für Daniel Berlinski, Coach des CFC, sogar noch wichtiger. „Im Endeffekt geht es darum. Es gibt nichts schöneres, als solche Highlightspiele“, schwelgt Berlinski noch in Erinnerungen – Chemnitz schied in der 1. Runde des DFB-Pokals Bundesligist TSG Hoffenheim erst im Elfmeterschießen aus.

Finale ohne Zuschauer

Lok Leipzig kam in seiner jüngeren Vereinsgeschichte noch nicht in den Genuss eines solchen Highlightspiels. „Als ich es gehört habe, konnte ich es kaum glauben“, verrät Civa seine Verwunderung bei Amtsantritt. Daher appelliert er auch an seine Mannschaft: „Wir können mit nur einem Spiel den Menschen drumherum, die immer alles gegeben haben – den Fans, den Mitgliedern, den Mitarbeitern der Geschäftsstelle – etwas zurückgeben. Das reicht, um motiviert zu sein. Ich bin zuversichtlich, dass alle mehr als 100 Prozent geben werden.“

Umso bitterer mutet es an, dass dieses Entscheidungsspiel erneut unter Ausschluss der Fans stattfinden wird – bei der Ansetzung war die Pandemielage noch zu undurchsichtig. Dass die weitläufigen und zum Teil unübersichtlichen Umzäunungen der Egidius-Braun-Sportschule Sicherheitslücken aufweisen und Fanlager sich versammeln könnten, wissen die SFV-Verantwortlichen. Präsident Hermann Winkler vertraut jedoch den Sicherheitskräften, die zahlreich und mit Unterstützung der Bundespolizei vor Ort sein werden. „Entscheidend war, dass es eine ausgiebige Sicherheitsberatung gab und uns versichert worden ist, dass die Umsetzung der Partie machbar und möglich ist“, so Winkler.

Um zusätzlich das Gelände rund um die Sportschule zu entlasten, wird Lok eine Parallelveranstaltung im Bruno-Plache-Stadion durchführen. Dabei soll die Mannschaft nach dem Finale in den eigenen vier Wänden mit Gesang empfangen werden, die womöglich mit dem 13,2 Kg schweren Pokal im Gepäck zurückkehren wird.