26. August 2019 / 08:47 Uhr

Vor der Basketball-WM: Bundestrainer Henrik Rödl schwärmt von Dennis Schröder: "Ein Privileg"

Vor der Basketball-WM: Bundestrainer Henrik Rödl schwärmt von Dennis Schröder: "Ein Privileg"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Basketball Leipzig 16.09.2018 European Qualifier World Cup Qualifier Deutschland (GER) - Israel (ISR) Henrik Rödl (Deutschland, Bundestrainer) Roll Roedl Dennis Schröder / Schroeder (Deutschland, No.17) Schröder *** Basketball Leipzig 16 09 2018 European Qualifier World Cup Qualifier Germany GER Israel ISR Henrik Rödl Germany National Coach Roll Roedl Dennis Schröder Schroeder Germany No 17 Schröder
Der Bundestrainer und sein Star-Spieler: Henrik Rödl (rechts) und Dennis Schröder. © imago/Camera 4
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Der frühere Europameister Henrik Rödl führt die deutschen Basketballer in seine erste Großveranstaltung als Chefcoach. Bei der WM in China erwartet der 50-Jährige das „beste Turnier aller Zeiten“.

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17 Jahre nach dem Gewinn der bislang einzigen WM-Bronzemedaille starten die deutschen Basketballer wieder ambitioniert in eine Weltmeisterschaft. Damals stand Henrik Rödl noch neben Superstar Dirk Nowitzki auf dem Parkett und führt nun das Team um NBA-Star Dennis Schröder als Bundestrainer. Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht der 50-Jährige vor der WM in China (31. August - 15. September) über die besondere Qualität des Anführers, den Olympia-Traum und das Favoritenfeld.

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Als Spieler wurden Sie Europameister, sind nun seit 15 Jahren Trainer tätig. Was bedeutet es für Sie, die A-Nationalmannschaft bei der WM erstmals als Chefcoach zu einem großen Turnier zu führen?

Ich spüre schon, dass das eine ganz besondere Aufgabe ist. Dass ich mit diesen Jungs arbeiten kann, die motiviert sind und mit dieser Einstellung in das Turnier reingehen, ist etwas ganz Spezielles.

Steht Ihnen dafür der talentierteste Kader zur Verfügung, den der deutsche Basketball jemals hatte?

Wir haben gute Spieler und eine größere Tiefe als die meisten Mannschaften in der Vergangenheit. Es gab immer Wellen: 1993 war die Mannschaft so erfahren und so gestählt, dass man da erst mal rankommen muss. Das Team war über die zwölf Spieler im Kader hinaus nicht so tief wie heute, da haben wir mehr Möglichkeiten. Dass ein NBA-Spieler wie Moritz Wagner nicht weiter dabei ist, gab es bei uns damals nicht. Aber es war eine sehr geschlossene Mannschaft, und wir haben nicht mal mit Detlef Schrempf gespielt, dem damals vermeintlich besten Spieler. Viele hatten internationale Erfahrung und waren im besten Alter...

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Ähnlich wie die Generation um Dirk Nowitzki beim Gewinn von WM-Bronze 2002...

Da waren Größen wie (Ademola) Okulaja und (Patrick) Femerling dabei. Die Tiefe über den Kader hinaus, ist heute deutlich anders. Wie gut der Kader ist, muss er aber erst noch im Turnier zeigen.

Bei allem Talent im Team ist das deutsche Spiel stark auf Dennis Schröder zugeschnitten. Wie bewerten Sie seine Entwicklung?

Er hat wieder einen deutlichen Schritt in seinen spielerischen Fähigkeiten gemacht. Er ist defensiv deutlich besser und konstanter geworden durch seine Saison bei Oklahoma City. Er zieht die anderen in allen Bereichen mit. Es ist ein Privileg, so einen Spieler dabei zu haben. Da er den Ball nach vorne trägt, ist er an jedem Angriff beteiligt. Natürlich ist das Spiel da auf ihn zugeschnitten, wir müssen das Beste nutzen, was wir haben. Wir haben aber sehr, sehr viele gute Optionen, die er einzusetzen weiß.

Was muss mit diesem Team dann bei der WM herausspringen, dass es für Sie ein zufriedenstellendes Turnier war?

Ich weiß, dass diese Mannschaft ein sehr, sehr gutes Turnier spielen wird, wenn sie an ihr Potenzial rankommt, sich gut vorbereitet und gesund ist. Da vorher zu sagen, wie weit man kommt, ist eine Frage, die sich bei mir gar nicht aufdrängt. Man kann eine Woche nach dem Turnier sagen, ob es gut war oder nicht.

Welche Bedeutung spielt aber die Olympia-Qualifikation?

Das ist für alle das ganz große sportliche Ziel, jeder möchte dahin. Das spielt aber im Moment eher eine Nebenrolle und steht nicht im Vordergrund. Die Weltmeisterschaft ist so gut besetzt wie noch nie, es sind so viele Mannschaften wie noch nie dabei. Es gibt Stars ohne Ende in allen Mannschaften. Ich glaube, das Niveau ist in der Breite so hoch wie nie zuvor. Die Amerikaner sind zwar nicht so gut wie sonst, aber der MVP der NBA spielt für Griechenland (Giannis Antetokounmpo), die Serben haben zahlreiche Stars. Man kann locker fast zehn Teams aufzählen, die ganz, ganz weit oben landen können bei der WM. Es ist unglaublich, und daran teilzunehmen, ist unser absoluter Fokus.

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Wer geht aus diesem Feld für Sie als Favorit ins Turnier?

Es ist das beste Turnier aller Zeiten, so gleichmäßig verteilt - das bei dieser Dichte vorherzusagen, ist völlig unmöglich. Frankreich, Spanien, Litauen, USA, Türkei, Serbien, Australien, Kanada - und irgendwo in einer Ebene sind wir auch. Aus meiner Sicht wird Weltmeister, wer vier oder fünf Spiele knapp hintereinander gewinnt.

In Frankreich wartet gleich eines der stärksten Teams im ersten WM-Spiel als Gegner. Ist das ein möglicher Vorteil für Ihre Mannschaft?

Es wäre super, wenn wir das gewinnen, dann wäre es ein toller Wegweiser. Es ist natürlich ein sehr, sehr wichtiges Spiel. Wenn wir gewinnen, wäre das ein Riesenvorteil. Aber wenn man verliert, kämpft man weiter, um das aufzuholen. Man muss große Nationen schlagen, um weiterzukommen, und Frankreich ist einer der besten Gegner, den man haben kann.

Der Vorrundenort Shenzhen liegt nahe Hongkong, wo die Lage derzeit angespannt ist. Inwiefern wird das mit der Mannschaft thematisiert?

Wir schauen die Nachrichten wie alle anderen Menschen auch. Natürlich beobachtet man das genau. Aber das ist nichts, was wir beeinflussen können. Die WM wird weiter in Shenzhen stattfinden und ich gehe davon aus, dass wir zwar Militärpräsenz, aber keine Unruhen mitbekommen werden.

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