04. November 2021 / 15:15 Uhr

Vor der deutschen Meisterschaft: Tanzsportteam Göttingen präsentiert seinen Fans

Vor der deutschen Meisterschaft: Tanzsportteam Göttingen präsentiert seinen Fans

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Einen ihrer letzten großen Auftritte hatte die A-Formation beim heimischen Bundesliga-Turnier im Februar 2020.
Einen ihrer letzten großen Auftritte hatte die A-Formation beim heimischen Bundesliga-Turnier im Februar 2020. © Peter Heller
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Nach den nationalen und internationalen Erfolgen wurde es – bedingt durch die Corona-Pandemie – ruhig um die Standard-Formationen des Tanzsportteams Göttingen. Eine Woche vor der deutschen Meisterschaft stellen sie sich ihren Fans vor.

Endlich können sie wieder zusammen tanzen. Die beiden Standard-Formationen des Tanzsportteams Göttingen stecken mitten in den Vorbereitungen für die Deutsche Meisterschaft am 14. November in Bremerhaven. Das A-Team will seinen Titel verteidigen, der letztmals im November 2019 in Hamburg vergeben wurde, ehe die Pandemie ein paar Monate später einen Schlussstrich unter die Wettkämpfe zog.

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Vor den Wettkampf haben die Verantwortlichen die Teampräsentation gesetzt: Am Sonnabend um 17.30 Uhr stellen sich die Göttinger A- und B-Formation den Fans in der Sparkassen-Arena vor. Die Zuschauer benötigen ein personalisiertes Ticket. Karten gibt es online (shop.ts-krebs.de) zu kaufen.

„Die Coronazeit hat uns einiges abverlangt, und trotzdem haben wir es geschafft als Team zusammenzuhalten“, ist Sannah Burkhardt, die Teamsprecherin der A-Formation, überglücklich. Wir mussten uns von kaum einem Teammitglied verabschieden, und das trotz vieler Veränderungen im Privatleben der meisten Tänzer.“ So haben einige beispielsweise ein neues Studium begonnen, andere haben ihr Studium abgeschlossen und wieder andere haben einen neuen Job. „Wir alle haben aber dafür gekämpft und gearbeitet, dass wir nach dieser schwierigen Zeit wieder zusammenfinden können“, sagt Burkhardt.

„Der Formationstanz stellt in Deutschland etwas Einzigartiges in seiner Form des Trainings und seiner Herangehensweise dar. Deswegen bin ich der Formation auch nach meinem beruflichen Wechsel als Projektingenieur nach Berlin treu geblieben“, betont der Geologe Alexander Ploch, einer der sogenannten „Tanzpendler“, der sein Team nicht missen möchte. „Nach der langen pandemiebedingten Turnierpause dürfen wir nun endlich die wichtigsten Turniere unseres Sports dieses Jahr schon tanzen. Wir haben uns den Corona-Regeln entsprechend vorbereitet und freuen uns riesig auf die Deutsche Meisterschaft am 14. November in Bremerhaven und die Weltmeisterschaft am 4. Dezember in Braunschweig“, so Ploch.

Michael Lieberum, der wissenschaftliche Mitarbeiter einer Wirtschaftskanzlei in Potsdam mit Spezialisierung auf das öffentliche Recht, ist der Formation über Jahre hinweg treu geblieben. Und das natürlich „wegen der Sehnsucht nach dem Tanzsport im Allgemeinen und der Einmaligkeit der Standardformation Göttingen im Speziellen.“ Ebenso Bastian Kalusche (30), der dienstälteste Tänzer und gleichermaßen wandelnde Ulknudel der A-Formation, pendelt als Programmierer bei einem weltweit tätigen Anlagenbauer für die Automobilindustrie zwischen Göttingen und Fulda.

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Maija Burkhardt hat sich mittlerweile entschlossen, weiterhin in Göttingen zu wohnen, obwohl sie sich für ein Lehramtsstudium in Kassel entschieden hat: „Ich möchte einfach weiter im Tanzsportteam aktiv sein, weil ich den Sport und das Team einfach so lieben gelernt habe.“ Und Suzan Toptas, die FSJlerin im Klinikum: „Nach einer so langen Zeit im Lockdown, im online-Training und auf Abstand vom Team war der Gedanke, endlich wieder gemeinsam als eine Einheit tanzen zu können, das, was mich am Ball gehalten hat.“


Sophia Seidler war zum Studieren nach Göttingen gezogen und gehört seit 2015 dem Tanzsportteam an: „Das Team hat eine große Rolle bei der Entscheidung gespielt, nach meinem Studium in Göttingen zu bleiben.“ Seit April 2020, und damit ziemlich genau zu Beginn der Coronazeit, arbeitet sie als Ärztin in der UMG: „Natürlich ist man daher auch privat nochmal besonders vorsichtig, um alle so gut es geht vor einer Ansteckung zu schützen.“ Freude nach Impf- und Testmöglichkeiten wieder gemeinsam in der Halle stehen zu können, und die Zeit des Lockdowns gemeinsam geschafft zu haben, hat das Team noch mehr zusammengeschweißt. „Die Coronazeit war und ist für alle eine große Herausforderung. An unserem Team über diese lange Zeit hinweg festzuhalten, das war gleichzeitig eine echte Aufgabe und eine Stütze.“