08. November 2019 / 16:33 Uhr

Vor Derby des LHC und Grün-Weiß Werder: Behörde sperrt Oberrang in Ludwigsfelder Stadtsporthalle

Vor Derby des LHC und Grün-Weiß Werder: Behörde sperrt Oberrang in Ludwigsfelder Stadtsporthalle

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Oberrang der Stadtsporthalle ist ein beliebter Standort bei Spielen des Ludwigsfelder HC – vorerst aber ist die Galerie für den Publikumsverkehr gesperrt. 
Der Oberrang der Stadtsporthalle ist ein beliebter Standort bei Spielen des Ludwigsfelder HC – vorerst aber ist die Galerie für den Publikumsverkehr gesperrt. 
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Handball Oberliga Ostsee-Spree: Galerie der Arena bleibt bei Derby zwischen dem Ludwigsfelder HC und Grün-Weiß Werder geschlossen.

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Die Nachricht, die per Mail gekommen war, warf die Planungen für das Wochenende gründlich durcheinander: Am Freitagvormittag brach beim Ludwigsfelder Handball-Club geschäftiges Treiben aus, nachdem ein Schreiben aus dem Fachbereich Sport der Stadt Ludwigsfelde eingegangen war. „Ich habe sofort die Verantwortlichen bei Grün-Weiß Werder kontaktiert, um ihnen mitzuteilen, dass auch das Ticketkontingent für die Gästefans kleiner ausfallen wird“, sagt Sylvio Barth, der Manager des Oberligisten, „dass uns wenige Stunden vor dem Spiel diese Entscheidung mitgeteilt wird, ist natürlich sehr ungünstig. Wir müssen beispielsweise auch das Catering umdisponieren, wir benötigen jetzt weniger zu Essen und zu Trinken für die Versorgung der Fans. Finanziell entsteht uns ein Verlust durch die Sperrung.“

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Der Hintergrund: Die Zuschauerkapazität beim Lokalduell am Sonnabendabend (Start: 18.30 Uhr) gegen den HV Grün-Weiß Werder in der Oberliga Ostsee-Spree ist um mehr als 100 Plätze herabgesetzt worden, weil der Oberrang, die sogenannte Galerie, nach einer Begehung der Bauaufsicht gesperrt worden ist. In einer E-Mail der Stadt heißt es: „Die technische Bauaufsicht des Landkreises Teltow-Fläming hat im Zuge der Brandverhütungsschau am 5. November die Galerie in der Stadtsporthalle für Zuschauer gesperrt, sodass nur noch maximal 300 Zuschauer auf der Tribüne Platz finden können. Bis zur Bekanntgabe am Freitagvormittag wurde seitens der Stadt Ludwigsfelde intensiv versucht, eine Sondergenehmigung zu erwirken“, schreibt Marcel Joachimsthaler, der für die Sportstätten der Autobauerstadt zuständig ist. „Wir haben mit großem Andrang gerechnet, es werden nicht alle Zuschauer Platz finden, das tut uns natürlich leid“, wirbt Sylvio Barth um Verständnis.

Wie lange der Oberrang der Arena über dem Kaufland für Publikumsverkehr nicht zur Verfügung stehen wird, ist unklar. „Im ersten Anlauf habe ich versucht, eine Ausnahmeregelung zur weiteren Nutzung für ein Jahr zu erwirken. Leider bis jetzt ohne Erfolg“, schreibt Marcel Joachimsthaler. „Selbstverständlich versuche ich weiter hierbei einen Kompromiss zu finden und bin im ständigen Austausch mit der technischen Bauaufsicht des Landkreises Teltow-Fläming.“ Hintergrund der Sperrung sei, heißt es bei der Stadt, „dass mit der Baugenehmigung aus dem Jahr 1997 die Galerie nur für Sportler genehmigt wurde. Diese Baugenehmigung muss geändert werden. Dafür ist ein Antrag auf Nutzungsänderung nötig, der zeitnah vorbereitet wird.“ Da die Stadt Ludwigsfelde nur Mieter der Stadtsporthalle sei, kann aktuell noch keine Aussage getroffen werden, wie lange die Galerie für Zuschauer gesperrt bleibt.“

In Bildern: Junge Leichtathleten bestreiten Kila-Cup-Finale 2019 in Mellensee.

Junge Leichtathleten bestreiten Kila-Cup-Finale 2019 in Mellensee. Zur Galerie
Junge Leichtathleten bestreiten Kila-Cup-Finale 2019 in Mellensee. © Privat
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Die sportliche Ausgangslage ist beim Derby so unterschiedlich wie lange nicht mehr – zwischen beiden Vereinen klafft in der Tabelle eine große Lücke: Der LHC ist Fünfter (12:6 Zähler), das Team aus der Blütenstadt rangiert auf dem drittletzten Tabellenplatz (4:12). Am Dienstag hatte sich der Club, der perspektivisch nach dem Abstieg aus der dritten Liga den Wiederaufstieg anpeilt, von den beiden Trainern Steffen Schieke und Mathias Marschke getrennt. Lediglich einem Sieg (29:25 gegen den BFC Preussen) stehen zwei Remis und fünf Niederlagen gegenüber. Am vergangenen Wochenende hatte Werder zu Hause deutlich gegen den VfV verloren. „Wir mussten reagieren. Die Mannschaft muss wieder in die Erfolgsspur gebracht werden, aus diesem Grund ist diese durchaus schwere Entscheidung ein Schritt in die richtige Richtung“, hatte Olaf Linke, der Vizepräsident der Grün-Weißen erklärt.

Niko Harnge Interimscoach bei Grün-Weiß Werder

Das Ruder wird interimsmäßig Niko Harnge übernehmen, unterstützt wird er von Torwarttrainer Matthias Lessig und Athletiktrainer Jan Wiesner. Das Trio übernimmt nun zumindest auch vorübergehend die Aufgabe, mit einer neu zusammengestellten und sehr jungen Mannschaft – viele Spieler absolvieren ihre erste Saison im Männerbereich – den Weg aus dem Tabellenkeller zu finden. Auch der LHC sucht nach der Heimniederlage zuletzt gegen den Stralsunder HV (21:25) gegen den Kurs zurück in die Erfolgsspur – und hofft eine baldige Wiedereröffnung der Galerie. Der Oberrang ist wegen der besonderen Perspektive auf das Spielfeld für viele Fans ein beliebter Standort bei den Heimpartien. „Wir wünschen uns natürlich, das die Besucher bald wieder zurückkehren können“, sagt Sylvio Barth.

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