30. Oktober 2020 / 09:51 Uhr

Vor Duell mit Meppen: Dynamo Dresden ringt um mehr Torgefahr und Wiedergutmachung

Vor Duell mit Meppen: Dynamo Dresden ringt um mehr Torgefahr und Wiedergutmachung

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski fordert vor dem Meppen-Spiel mehr Torgefahr von seinen Jungs.
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski fordert vor dem Meppen-Spiel mehr Torgefahr von seinen Jungs. © Jochen Leimert
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Die Sportgemeinschaft will gegen den SV Meppen wieder in die Erfolgsspur zurück, doch die personelle Ausgangssituation ist nicht gerade ideal. Ein Heimsieg ist für das Kauczinski-Team dennoch Pflicht.

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Dresden. Nach zwei herben Enttäuschungen bei den Pleiten gegen Zwickau (1:2) und in Ingolstadt (0:1) sehnt sich Dynamo Dresden nach einem Erfolgserlebnis. Her soll das schon am Sonnabend (14 Uhr) im vorerst letzten Heimspiel vor Zuschauern. Nicht nur die 999 Anhänger im Stadion, sondern auch alle anderen an den Laptops und TV-Bildschirmen sollen sehen, dass die Mannschaft noch leidenschaftlich auftreten, Tore schießen und gewinnen kann. Ein Sieg könnte auch die Stimmung im zuletzt häufiger kritisierten Team merklich aufhellen, vom Ranking in der Tabelle ganz zu schweigen.

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Trainer Markus Kauczinski räumt ein, dass der Frust aus der Vorwoche noch tief sitzt: „Niederlagen sind nie gut. Wir wollten viel gutmachen nach dem Spiel in Zwickau. Wir sind nach Ingolstadt gefahren, um einiges zu reparieren, aber das ist nicht gelungen. Das nagt natürlich.“ Dass seine Mannschaft als Aufstiegsfavorit Nummer eins - so sahen es vor Saisonbeginn die Drittliga-Trainer - mehr als andere unter Druck steht, das weiß der erfahrene Coach. Er weiß auch, dass der nicht jedem Spieler behagt, aber jeder Profi habe vor der Serie gewusst, dass in Dresden mehr erwartet wird als anderswo.

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Spielt vor der Elfmetersituation einen schlimmen Fehlpass auf Bilbija und bringt seine Vorderleute damit unnötig in Bedrängnis (3.). Kutschkes anschließenden Strafstoß (5.) kann er nicht parieren. Bewahrt Dynamo mit guten Paraden gegen Niskanen (28.) und Schröck (32.) aber vor einem höheren Rückstand. Die Niederlage geht dennoch zu einem guten Teil mit auf seine Kappe. Note: 4,5 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Spielt vor der Elfmetersituation einen schlimmen Fehlpass auf Bilbija und bringt seine Vorderleute damit unnötig in Bedrängnis (3.). Kutschkes anschließenden Strafstoß (5.) kann er nicht parieren. Bewahrt Dynamo mit guten Paraden gegen Niskanen (28.) und Schröck (32.) aber vor einem höheren Rückstand. Die Niederlage geht dennoch zu einem guten Teil mit auf seine Kappe. Note: 4,5 ©

Deshalb stellt der 50-Jährige auch klar: „Der Druck, der da ist, den muss man aushalten können.“ Für ihn steht fest, dass jetzt kein Gejammer hilft, sondern nur eines: „Wir müssen zusehen, dass wir funktionieren und die Ergebnisse bringen.“ Der Gelsenkirchener fügte auch treffenderweise an: „Wenn keiner was von einem erwartet, ist es auch nicht schön.“

Dynamo muss vorn zwingender werden

Um gegen die von Ex-Nationalspieler Torsten Frings trainierten Meppener den zweiten Heimsieg einzufahren, muss sich Dynamo gegenüber den letzten Auftritten vor allem im Angriff deutlich steigern: „Wir wissen, dass wir gefährlicher, im letzten Drittel zwingender werden müssen“, macht Kauczinski eine klare Ansage. Um dieses Ziel zu erreichen, könnte er diesmal auch mit zwei Stürmern beginnen: „Ja, das ist eine Überlegung“, gab der Coach vorab zu.

Im ersten Punktspiel gegen Meppen - es gab bisher nur 1994 mal ein Pokalspiel gegen den SVM, das Dynamo auswärts durch ein Tor von Werner Rank (64.) mit 1:0 gewann - muss Kauczinski aber wieder auf mehrere Spieler verzichten. Besonders auf den Außenverteidiger-Positionen ist die Not nach der Roten Karte von Max Kulke und den Verletzungen von Robin Becker (muskuläre Probleme) und Chris Löwe (Bänderanriss im Knie) groß. Links wird Jonathan Meier beginnen, rechts plant Kauczinski mit Kevin Ehlers oder Paul Will, die eigentlich in der Innenverteidigung bzw. im defensiven Mittelfeld zu Hause sind.

Fehlen werden weiter auch Justin Löwe (Reha nach Schulter-OP), Luka Stor (Reha nach Bänderanriss im Sprunggelenk) und Pascal Sohm (Aufbautraining nach Sprunggelenksproblemen). Simon Gollnack hatte eine Grippe, wird maximal am Sonntag in der A-Jugend eingesetzt. Wieder gesund ist dagegen Routinier Marco Hartmann: „Er steht wieder zur Verfügung, hat die ganze Woche komplett trainiert.“ Der Eichsfelder bekommt definitiv auch einen Platz im Kader, denn aufgrund der langen Ausfallliste muss Kauczinski sowieso keinen Spieler streichen.