23. November 2020 / 18:03 Uhr

Vor erneutem Handball-Start:Peiner Trainer fordern ausreichend Vorbereitung

Vor erneutem Handball-Start:Peiner Trainer fordern ausreichend Vorbereitung

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Wie soll es weitergehen? Die Oberliga-Handballerinnen des MTV Vater Jahn Peine würden eine Neueinteilung bevorzugen.
Wie soll es weitergehen? Die Oberliga-Handballerinnen des MTV Vater Jahn Peine würden eine Neueinteilung bevorzugen. © ISABELL MASSEL
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Der Handball-Landesverband hat mehrere Modelle zur Fortsetzung der Saison in den Ober-, Verbands- und Landesligen zur Diskussion gestellt. Sie gehen von einem Punktspielstart Anfang Januar oder Anfang Februar aus. Peiner Trainer sind allerdings skeptisch, dass das möglich ist.

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Das Ziel steht fest: Die Handball-Saison soll bis Mitte Juli beendet sein. Ob das funktioniert, steht aber nicht fest. Die vom Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) installierte „Task Force Spielbetrieb“ hat Modelle zu einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebes der Ober-, Verbands- und Landesligen im Januar beziehungsweise Februar kommenden Jahres vorgelegt (siehe Artikel unten). Am Samstag sollen diese mit Vertretern der Ober- und Verbandsligisten in Video-Konferenzen diskutiert werden. Das Meinungsbild der Vertreter der Landesligen ermittelt die Gruppe mit Hilfe einer Online-Umfrage.

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„Gut ist, dass der Verband die Vereine durch die Video-Konferenz mitnimmt. Einen Starttermin im Januar sehe ich allerdings nicht“, sagt Dennis Bühn, Trainer des Verbandsligisten MTV Groß Lafferde. Selbst der vorgeschlagene Februartermin könne zu früh sein. Offen sei ja, wann man wieder trainieren darf und in die Hallen kommt. „Drei bis vier Wochen Vorbereitungszeit braucht man wenigstens, sonst riskiert man Verletzungen.“

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Bühn plädiert eher dafür, die Saison auszusetzen. „Man könnte dann im April, Mai und Juni regionale Pokale ansetzen, um sich zu präsentieren.“ Alternativ könne man auch die Verbandsliga in zwei Siebener-Staffeln halbieren. „Dann hätte jede Mannschaft zwölf Spiele.“ Entscheidungsturniere könnten den Auf- und Abstieg regeln. „Es kann aber das Problem bleiben, dass immer mal wieder Spiele abgesagt werden, weil es zu Corona-Fällen in den Mannschaften kommt.“

Julian Winkel, Trainer der Landesliga-Handballerinnen der HSG Nord, hält sogar sechs Wochen Vorbereitungszeit für nötig, um nicht nur körperlich, sondern auch spielerisch auf das nötige Level zu kommen. Seine Mannschaft hätte ohne die Beschränkungen Mitte November das erste Punktspiel ausgetragen, musste aber zwei Wochen davor wieder pausieren. „Wir hatten ja noch nicht einmal den Stand von vor dem ersten Lockdown erreicht, dann kam der zweite“, sagt Winkel.

Er vermutet sogar, dass durch die voraussichtlichen Lockerungen über die Feiertage die Corona-Zahlen wieder steigen, und ist pessimistisch: „Ich sehe nicht, dass wir eine sinnvolle Saison spielen können.“ Vielleicht seien Spiele im April, Mai und Juni in Turnierform möglich. „Vielleicht auch mit kleineren Staffeln und freiwilliger Teilnahme.“ Den gewohnten Handball-Spielbetrieb werde es wohl erst wieder in der Saison 21/22 geben.

Mit Vorschlag 3 der Task-Force, dem Punktspielstart im Februar und einer Staffel-Neueinteilung könnte sich Marco Wittneben am ehesten anfreunden. Der Trainer der Oberliga-Handballerinnen des MTV Peine hält Punktspiele im Januar nicht für akzeptabel. „Man muss den Akteurinnen nach zweieinhalb Monaten Pause die Möglichkeit zum Einspielen geben.“

Der Vorschlag 2 mit einer Einfachrunde und der Übernahme der bisherigen Ergebnisse „wäre für uns das Schlimmste“. Die Jahnerinnen hatten bisher drei Auswärtsspiele – und alle verloren. In Rohrsen hatten die Peinerinnen aufgrund von Verletzungen keine gelernte Torfrau zur Verfügung.

Wenn auch im Februar noch kein Spielbetrieb möglich ist, würde Wittneben „lieber die Saison abhaken“, als in kleinen Staffeln eine Kurz-Saison über vielleicht drei Monate zu absolvieren.

Sigurt Grobe, Leiter der SG Zweidorf/Bortfeld, geht davon aus, dass die Handballer „frühestens ab dem 10. Januar“ wieder in die Hallen dürfen und Punktspiele erst im März stattfinden werden. Ein Zeitproblem sieht er deshalb für die Landesligen aber noch nicht. Er plädiert dafür, elf Siebener-Staffeln bei den Männern einzurichten. „Dann hätten wir genügend Spieltage, selbst wenn wir bis in den Juli am Wochenende vor den Sommerferien im Einsatz sind. Und notfalls muss man am Wochenende mal doppelt spielen.“

Das Beach-Turnier, das die SG bisher Anfang Juli veranstaltet hat, sieht er dann allerdings infrage gestellt. „Sollten wir bis Juli um Punkte spielen, hat vermutlich niemand Lust, gleich darauf bei einem Beach-Turnier zu starten.“

Modelle der „Task Force“ zum Handball-Re-Start

Oberligen Frauen

*Vorschlag 1: * Spielbeginn am 16./17. Januar. Staffelstärken und Spielmodus bleiben unverändert. Die Erst- und Zweitplatzierten der beiden Staffeln ermitteln die Aufsteiger in Relegationsspielen. Vorletzter und Letzter steigen ab.

*Vorschlag 2: * Spielbeginn am 6./7. Februar. Staffelstärken bleiben unverändert. Fortgesetzt wird der Spielbetrieb in einer Einfachrunde bis Ende April. Ergebnisse der bisherigen Begegnungen werden berücksichtigt. Aufsteiger und Absteiger werden ab Mai in einer Meister- und einer Abstiegsrunde festgelegt, in deren Wertungen die Ergebnisse des direkten Vergleichs einfließen.

Vorschlag 3: Spielbeginn am 6./7. Februar. Die 31 Oberligisten werden in vier Staffeln mit sieben beziehungsweise acht Mannschaften aufgeteilt. Die Erstplatzierten spielen die Aufsteiger ab Mitte Juni in einer Hin- und Rückrunde aus. Die Letztplatzierten steigen ab. Die Vorletzten gehen in die Abstiegsrelegation.

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Ober- und Verbandsligen Männer

Vorschlag 1: Spielbeginn am 16./17. Januar. Neuaufteilung in drei Staffeln mit neun beziehungsweise zehn Mannschaften. Die Erstplatzierten spielen die Aufsteiger ab Mitte Juni in einer Hin- und Rückrunde aus. Die Letztplatzierten steigen ab. Die Vorletzten gehen gegebenenfalls in die Abstiegsrelegation.

Vorschlag 2: Spielbeginn am 16./17. Januar oder am 6./7. Februar. Die Staffelstärken bleiben unverändert. In einer Einfachrunde bis Mitte Mai werden die Ergebnisse der bisherigen Begegnungen berücksichtigt. Auf- und Absteiger werden ab Mitte Mai in einer Meister- und einer Abstiegsrunde festgelegt, wobei die Punkte aus der Vorrunde gegen die direkten Gegner mitgenommen werden. Alternativ könne eine Quotientenregelung der Einfachrunde erfolgen.

Landesligen Frauen

Spielbeginn am 6./7. Februar. Die 64 Landesligisten werden in acht Staffeln eingeteilt, in denen bis Anfang Juni eine Hin- und Rückrunde ausgetragen wird. Die Erstplatzierten qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde, in der ab Mitte Juni vier Aufsteiger ausgespielt werden. Die Letztplatzierten steigen ab.

Landesligen Männer

Spielbeginn am 6./7. Februar. Die Landesligisten werden in zehn oder elf Staffeln eingeteilt, in denen sieben oder acht Mannschaften bis Anfang Juni eine Hin- und Rückrunde austragen. Die Erstplatzierten qualifizieren sich für die Aufstiegsrunde, in der ab Mitte Juni vier Aufsteiger ausgespielt werden. Die Letztplatzierten steigen ab.

Von Matthias Press