01. November 2019 / 13:37 Uhr

Vor Handball-Ostderby ist Rückkehrer Steinert sicher: „Es wird sehr emotional“

Vor Handball-Ostderby ist Rückkehrer Steinert sicher: „Es wird sehr emotional“

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Christoph Steinert will mit dem SC Magdeburg in Leipzig Zählbares holen.
Christoph Steinert will mit dem SC Magdeburg in Leipzig Zählbares holen. © imago images / Jan Huebner
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Am Sonntag ist es wieder soweit: Derbyzeit! Der SC DHfK Leipzig empfängt den SC Magdeburg. Die Arena ist schon seit einiger Zeit ausverkauft. Die Fans freuen sich auf einen hoch emotionalen Schlagabtausch. Für Christoph Steinert ist die Partie eine Rückkehr in alte Gefilde.

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Leipzig. Christoph Steinert (29) spielt seit dieser Saison wieder für den SC Magdeburg. Nach Stationen in Minden, Leipzig und Erlangen ist er zu seinem Ausbildungsverein zurückgekehrt. Im Interview spricht er über das Ostderby, berichtet wie er Linkshänder wurde und verrät wie emotional Bennet Wiegert im Training coacht.

Christoph Steinert, mit einem verwandelten Siebenmeter für Leipzig haben Sie 2016 dem SC DHfK kurz vor Schluss beim 21:21 in Magdeburg einen Punkt gerettet. Erinnern Sie sich noch an diese Szene?

Ich erinnere mich gut und nach meiner Rückkehr nach Magdeburg war der Siebenmeter auch noch einmal in der Mannschaft und beim Trainerteam ein Thema. Was ganz witzig ist, bei Instagram gibt es Handballseiten. Dort ist die Szene immer mal wieder als Video zu sehen. Deshalb bekomme ich sie auch in regelmäßigen Abständen zu sehen.

Sie tragen jetzt wieder das Trikot der Magdeburger. Hatten Sie an eine Rückkehr zu ihrem Jugendverein, wo Sie auch in der Bundesliga debütierten, noch geglaubt?

Nicht so richtig. Als ich aus Leipzig weg bin, wusste ich nicht mehr so genau, auf welche Position ich gehöre. Ich wurde im Prinzip überall eingesetzt. In Erlangen hat sich das dann wieder geändert. Dort habe ich wieder halbrechts und auch ganz gut gespielt. Es gab dann auch ein paar andere Angebote, der SCM war für mich aber die erste Wahl.

DURCHKLICKEN: Ostderby zwischen DHfK und SCM im Dezember 2018

SC DHfK Leipzig - SC Magdeburg 24:25 Zur Galerie
SC DHfK Leipzig - SC Magdeburg 24:25 © Dirk Knofe
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Linkshänder sind in allen Ligen begehrt. Sie sind eigentlich Rechtshänder, wie kam‘s zum Wechsel der Wurfhand?

Stimmt, es gibt nicht ganz so viele von uns. Deshalb sind wir Linkshänder schon gefragt. Ich bin ohne Erfahrung erst mit 14 zum Handball gekommen. Der Trainer hat mich damals mit beiden Händen werfen lassen. Als beides gleich schlecht war, hat er mich anschließend immer mit links spielen lassen. Heute bin ich beidhändig. Alles Filigrane mache ich mit rechts. Alles, wofür ich Gewalt brauche, mache ich mit links.

Was macht den SCM für Sie so besonders?

Für die gesamte Stadt hat der Verein eine besondere Wertigkeit. Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Handballverein in Deutschland mit einer solchen Tradition. Für mich ist er so besonders, weil ich hier meine ersten Schritte als Profi gemacht und für den SCM mein erstes Bundesligator erzielt habe.

*Coach Bennet Wiegert ist während der Spiele sehr emotional. Wie erleben Sie ihn im Training?
*
Da ist er nicht ganz so emotional, sondern ein bisschen bedachter und analytischer. Trotzdem bleibt aber genauso viel Feuer drin. Der Trainer fordert schon mit Nachdruck die Leistung ab und verändert sich nicht komplett. Ich finde Leidenschaft immer gut. Solange das kontrolliert bleibt, ist das völlig in Ordnung.

SCM-Coach Bennet Wiegert ist ein Vulkan an der Seitenlinie.
SCM-Coach Bennet Wiegert ist ein Vulkan an der Seitenlinie. © 2018 Getty Images

Magdeburg und Leipzig sind überragend in die Saison gestartet, mussten jetzt aber einige Punkte liegen lassen. Was ist für beide Vereine in dieser Spielzeit möglich?

Ich glaube, dass Leipzig seine beste Platzierung bisher in der 1. Bundesliga schaffen kann und am Ende besser als Platz acht abschneidet. Wir werden mit Sicherheit noch bisschen stärker sein. Ich finde unseren Kader besser. Bisher war bei uns aber zu wenig Konstanz drin. Wie weit es nach oben geht, müssen wir sehen. Wenn Hannover das Ding weiter durchzieht, wird es für uns mit der Champions League schwierig. Melsungen und Kiel spielen auch sehr konstant.

Was erwarten Sie am Sonntag für ein Spiel?

Ich glaube, es wird sehr emotional. Es kann beides passieren, eine schnelle Entscheidung, in welche Richtung auch immer. Es kann aber auch sehr spannend werden. Ich bin wahnsinnig gespannt. In dem Spiel ist alles drin.

Wo hat sich der SC DHfK aus Ihrer Sicht in dieser Saison weiterentwickelt?

Der größte Unterschied zur letzten Saison ist die Torhüterposition. Beide Keeper sind relativ konstant und zeigen kaum Ausfälle. In einem Spiel hat Joel Birlehm sogar mehr als 20 Bälle gehalten. In der Abwehr ist mit Philipp Müller und Marko Mamic mehr Größe und Härte dazugekommen. Leipzig hat jetzt mehr Varianten in der Deckung.

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Haben Sie noch Kontakt zum SC DHfK und gibt es schon Ansagen von den alten Kollegen?

Ich telefoniere ab und zu mit Jens Vortmann, mit Lukas Binder habe ich auch noch Kontakt. Wir treffen uns einmal im Jahr mit unserer gemeinsamen Clique. Das Spiel am Sonntag ist zwischen uns bisher kein Thema. Das wird von unseren Freunden mehr gehypt als von uns selber. In unserem Umfeld knistert es.

Wenn der SCM am Sonntag in den Schlusssekunden einen Siebenmeter bekommen sollte, schnappen Sie sich dann den Ball?

Nein, nein. Wir haben gerade drei andere Jungs, die werfen. Sonst nehme ich mir den Ball aber immer gerne.

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