10. Dezember 2021 / 17:45 Uhr

Vor Hans Werner Niesner zieht sogar der Bundestrainer den Hut

Vor Hans Werner Niesner zieht sogar der Bundestrainer den Hut

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Ausgezeichnet: Gifhorns Hans Werner Niesner erhielt die Ehrenplakette des NBV.
Ausgezeichnet: Gifhorns Hans Werner Niesner erhielt die Ehrenplakette des NBV. © Lea Behrens/Privat (2)
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Ein halbes Jahrhundert engagiert sich Hans Werner Niesner im Niedersächsischen Badmintonverband. Da musste für den Gifhorner Coach schon etwas Besonders zur Ehrung und Würdigung her.

Er ist als Gifhorns Mr. Badminton bekannt. Doch Hans Werner Niesner ist längst viel mehr als das, mindestens auch Niedersachsens Mr. Badminton. Der 74-Jährige, der sportlich beim BV Gifhorn seine Heimat hat und in Wolfsburg lebt, bekam jüngst die erstmalig verliehene Ehrenplakette des Niedersächsischen Badmintonverbands (NBV) überreicht. Eigentlich war die Auszeichnung für sein 50-jähriges Engagement im NBV schon für Ende 2020 vorgesehen, doch der ordentliche Präsenz-Verbandstag musste Corona-bedingt abgesagt werden.

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Corona sorgte zwar dafür, dass Niesner im vergangenen Jahr nicht öffentlich ausgezeichnet werden konnte, doch der NBV vergaß den Trainer auch damals nicht. Mit satten elf Seiten im NBV-Online-Organ BON „möchten wir Dein Lebenswerk würdigen“, heißt es im Vorwort.

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Es gratulierten unter anderem der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes Reinhard Rawe („Alle Präsidenten und Verantwortlichen des NBV mögen es mir nachsehen und auch verzeihen: auf inhaltlicher Ebene war Hans Werner Niesner für uns im LSB der erste Ansprechpartner“), NBV-Lehrwart Michael Brundiers („Hans Werner Niesner ist nicht nur in Niedersachsen, nicht nur in Deutschland, nicht nur in Europa, sondern in der gesamten Badmintonwelt eine Größe. In der Filmbranche hätte er für sein Lebenswerk schon längst einen Oscar erhalten“) und auch Bundestrainer Detlef Poste („Eine Trainerlaufbahn, vor der ich nur den Hut ziehen kann. Und es ist kein Ende in Sicht“).


Auch Anekdoten durften nicht fehlen. Harald Klauer, der mit Niesner 1980 die Austrian International im Doppel gewann, war damals am Finalmorgen erkältet, hatte Magenbeschwerden, fühlte sich Elend. Niesners Tipp: „Du trinkst einen fetten Grog mit doppeltem Rum und einem rohen Ei. Dann spuckst du oder es geht dir gut!“ Klauer: „Ich hab’s tatsächlich gemacht, war leicht beschwipst, aber ziemlich ’locker’ und wir haben das Finale natürlich gewonnen!“

Niesner selbst freute sich über diese schriftliche Würdigung. „Auch das war schon ein Novum in der Verbandsgeschichte.“ Nun gab’s aber mit einem Jahr Verspätung beim ordentlichen Verbandstag die Übergabe der NBV-Ehrenplakette unter Standing Ovations. „In Würdigung besonders herausragendem Engagements und unermüdlichen Einsatz für den Badmintonsport“, so der NBV-Vorsitzende Markus Bennewitz bei seiner Laudatio.

Niesner, der die Plakette „sehr stilvoll“ findet, ist „für die Ehrungen sehr dankbar“. Für ihn auch mit 74 Jahren weiter Ansporn und Auftrag zugleich: „Ich werde weiterhin engagiert für die Sportart Badminton weiterarbeiten – und das weiterhin mit großer Leidenschaft und Freude!“ Heute (16 Uhr) geht’s beispielsweise für die SG Gifhorn/Nienburg im Derby gegen die SG Lengede/Vechelde um wichtige Punkte im Kampf um die Rückkehr in die 2. Bundesliga – mit Niesner in der Halle.