19. Dezember 2020 / 18:19 Uhr

Vor Hoffenheim-Spiel: Turbine Potsdam liebäugelt mit dem "Ligaweg"

Vor Hoffenheim-Spiel: Turbine Potsdam liebäugelt mit dem "Ligaweg"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
07.10.2020, Fußball, 1.Frauenbundesliga, Punktspiel, 1.FFC Turbine Potsdam-SC Freiburg, Karl-Liebknecht-Stadion
im Bild: v.l. Trainer Sofian Chahed (1.FFC Turbine Potsdam)
Daumen hoch vom Trainer: Sofian Chahed will auch aus Hoffenheim etwas mitbringen. © Julius Frick
Anzeige

Frauen-Bundesliga: Turbine gastiert zum letzten Spiel des Jahres in Hoffenheim beim Duell um den dritten Champions-League-Qualiplatz. Der Modus der „Königinnenklasse“ ändert sich zur neuen Saison - der SPORTBUZZER erklärt ihn.

Anzeige

Gerade erst sind Vorjahresfinalist VfL Wolfsburg und Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München ins Achtelfinale der diesjährigen Fußball-Champions-League der Frauen eingezogen. In der kommenden Saison 2021/22 wird es diese Runde in Form von K.o.-Spielen nicht mehr geben. Der Europäische Fußballverband UEFA will den Wettbewerb gründlich reformieren – das macht auch Turbine Potsdam nach dann sieben Jahren Europa-Auszeit wieder Hoffnung auf das internationale Geschäft.

Anzeige

Die Runde der besten 16 wird in der „Königinnenklasse“ künftig als Gruppenphase ausgespielt. Es gibt mehrere Wege, sich dafür zu qualifizieren. Der Titelverteidiger und die Meister der drei bestplatzierten Nationalverbände – Deutschland liegt im Koeffizienten-Ranking der UEFA auf Rang zwei hinter Frankreich – sind direkt dabei. Für alle anderen Qualifikanten gibt es vorher zwei Ausscheidungsrunden – die erste wird in Form von Mini-Turnieren ausgetragen, die zweite als Begegnungen mit Hin- und Rückspiel.

Die Trikots von Turbine Potsdam seit 2005

<b>Saison 2005/06 (Heimtrikot)</b> Klassisch: Im blauen Jersey mit weißen Akzenten an der Seite jubeln Ariane Hingst (l.) und die Torschützin zum 1:0, Conny Pohlers (r.), am 14. Mai 2006 beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Am Ende der Saison sprang das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg für die Turbinen heraus. Zu erwähnen sei die Tordifferenz von 115:13. Allein Conny Pohlers konnte sich mit 36 Toren zur besten Torschützin der Bundesliga krönen. Zur Galerie
Saison 2005/06 (Heimtrikot) Klassisch: Im blauen Jersey mit weißen Akzenten an der Seite jubeln Ariane Hingst (l.) und die Torschützin zum 1:0, Conny Pohlers (r.), am 14. Mai 2006 beim Heimspiel gegen den 1. FFC Frankfurt. Am Ende der Saison sprang das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal-Sieg für die Turbinen heraus. Zu erwähnen sei die Tordifferenz von 115:13. Allein Conny Pohlers konnte sich mit 36 Toren zur besten Torschützin der Bundesliga krönen. ©

Der sogenannte „Meisterweg“ berechtigt – je nach Platzierung des Verbandes – zur Teilnahme an Runde eins oder dem direkten Einstieg in Runde zwei. Die sechs besten Verbände stellen je drei Starter. Für die Bundesliga bedeutet dies: der Zweite steigt in Runde zwei ein, der Dritte muss (oder darf) durch die Mini-Turniere. Das ist der sogenannte „Ligaweg“.

Mit diesem liebäugeln auch die derzeit viertplatzierten Turbinen. Platz drei und damit die Rückkehr auf die europäische Fußballbühne hat der Champions-League-Sieger von 2010 vor der Saison als klares Ziel ausgegeben. Das letzte Spiel des Jahres wird dafür richtungsweisend werden. Am Sonntag ist die Potsdamer Elf von Trainer Sofian Chahed, die noch ein Spiel weniger absolviert hat als der direkte Konkurrent, beim punktgleichen Dritten TSG Hoffenheim zu Gast. „Wir fahren dorthin, um mindestens einen Punkt mitzunehmen“, kündigt Chahed an. Die Favoritenrolle schiebt er dem Gegner zu. „Die Karten liegen bei Hoffenheim. Die haben zuletzt ja alles kurz und klein geschossen.“ 5:2, 3:0, 5:1, 6:1 und 7:0 gegen Schlusslicht MSV Duisburg – das ist die aktuell beeindruckende Serie der Frauen von TSG-Coach Gabor Gallai. Im Hinspiel sei sein Team „einen Tick übermotiviert“ gewesen, sagte dieser. Da verloren die Hoffenheimerin, die mit Nicole Billa (zwölf Treffer) die beste Torschützin der Liga haben, in Potsdam mit 1:3.

Gallai erwartet wieder einen „physisch starken Gegner, der sehr robust und aggressiv spielt“. Das sind sehr wohl Eigenschaften, die Sofian Chahed am Sonntag von seinen Turbinen erwartet. Die jüngsten knappen Erfolgserlebnisse hätten gezeigt, „dass die Mannschaft an sich glaubt“, so der Trainer, der wegen einer Schulterverletzung lange auf Keeperin Vanessa Fischer verzichten muss. Will Turbine wirklich auf den „Ligaweg“ einbiegen, geht es eben nicht ums Schönspielen. „Tor ist Tor“, bringt es Chahed auf den Punkt.