10. Januar 2022 / 10:35 Uhr

Vor neuer Verordnung: "Initiative Teamsport Sachsen“" fordert Hilfe vom Freistaat

Vor neuer Verordnung: "Initiative Teamsport Sachsen“" fordert Hilfe vom Freistaat

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann wünscht sich finanzielle Soforthilfen.
DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann wünscht sich finanzielle Soforthilfen. © Matthias Rietschel
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Am 14. Januar soll die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft treten. Die „Initiative Teamsport Sachsen“ will vor allem, dass wieder Zuschauer in die Arenen dürfen.

Dresden. Mit der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung, die am Mittwoch vom Landtag beschlossen und am 14. Januar wirksam werden soll, treten im Falle ihrer Verabschiedung Lockerungen für den Sport in Sachsen in Kraft.

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Doch die am Freitagabend vom Kabinett in Dresden erarbeiteten Eckpunkte gehen vielen Verantwortlichen in Sachsens Profivereinen längst nicht weit genug. Die „Initiative Teamsport Sachsen“ meldete sich am Wochenende noch einmal zu Wort und forderte neben der Wiederzulassung von Zuschauern in Hallen und Stadien auch Liquiditätshilfen.

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Die Manager erklärten unisono, dass sie den Fortbestand ihrer Vereine in der derzeitigen Form als akut gefährdet ansehen, sollte sich die Situation für sie nicht deutlich verbessern. Karsten Günther, Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig, sagte: „Machen wir es konkret: Allein bis zum 9. Januar hat das exklusiv in Sachsen verhängte Zuschauerverbot zu einem wirtschaftlichen Schaden von rund 6,5 Millionen Euro bei unseren Vereinen geführt – und da reden wir nur über eine 50-prozentige Auslastung als Bezugsgröße. Machen wir so weiter, steuern wir bis zum Saisonende auf die Zahl von 25 Millionen Euro zu. Vom sportlichen Wettbewerbsnachteil und dem langfristigen Verlust von Partnern wollen wir gar nicht reden. Diese Situation ist nicht nur existenzbedrohend, sie nimmt uns die Luft zum Atmen.“


"Sicherung der Liquidität"

Sandra Zimmermann, Geschäftsführerin des deutschen Volleyball-Meisters Dresdner SC, weiß aktuell nicht, wie sie die neue Saison vorbereiten und die Planung in den Lizenzunterlagen mit Zahlen untersetzen soll: „Ein Großteil der Klubs muss bis März die Lizenzunterlagen für die neue Saison einreichen. Aktuell ist jedoch keine seriöse Planung möglich. Wirtschaftlich solide zu planen heißt, dass unsere Teams künftig sportlich nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden. Sportlich solide zu planen heißt, dass wir Stand jetzt extreme wirtschaftliche Risiken eingehen müssten. Das kann niemand vertreten. Der sächsische Profisport droht von der Bildfläche zu verschwinden.“

Sie fordert Finanzhilfen vom Freistaat: „Wir brauchen kurzfristig und unbürokratisch zur Sicherung der Liquidität eine finanzielle Soforthilfe für den Sport. In Bundesländern wie Thüringen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern wurden entsprechende Beschlüsse bereits gefasst. Zudem bedarf es einer Novellierung der Bundesbeihilfen für den Sport, da diese immer weniger abdecken, u.a. weil sie Auf- und Abstiege oder Play-off-Einnahmen nicht berücksichtigen, die Bezugsgrößen fast drei Jahre zurückliegen und nur noch wenig mit den aktuellen Saisonetats zu tun haben. Einige Vereine sind bei der Ticketbeihilfe gar nicht inbegriffen und schauen komplett in die Röhre.“

Steffen Herhold, Geschäftsführer des Basketball-Erstligisten Niners Chemnitz, drängt auf die Wiederzulassung von Fans in den Arenen: „Eine Rückkehr von Zuschauern und damit auch Sponsoren ist elementar. Und sie ist in klar definierten Stufen auch sicher und pandemieneutral realisierbar, das haben wir bereits nachgewiesen. Unsere Fans und Partner konnten in den letzten beiden Jahren zahlreiche Spiele wegen des Verbotes nicht besuchen und ihre Leistungen nicht in Anspruch nehmen. Trotzdem haben sie zu großen Teilen ihr Engagement zu Gunsten der Vereine aufrechterhalten. Aber die Möglichkeiten und das Verständnis dies fortzusetzen schwinden – verständlicherweise.“

Mit: Eva Wagner