01. Oktober 2021 / 17:34 Uhr

Vor Duell gegen Halle: Grimmas Coach Kunert prangert Selbstzufriedenheit an 

Vor Duell gegen Halle: Grimmas Coach Kunert prangert Selbstzufriedenheit an 

Tom Rietzschel / lvz
Leipziger Volkszeitung
Kunert
Coach Alexander Kunert am Spielfeldrand © Karsten Hannover
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Mit dem VfL Halle kommt ein äußerst unbequemer Gegner zum FC Grimma. Für den Oberligisten von der Mulde geht es am Sonnabend gegen einen alten Bekannten auf der gegnerischen Trainerbank, Top-Torjäger Tommy Kind und den drohenden Abstiegskampf.

Grimma. Die Enttäuschung war vergangenen Sonntag groß beim FC Grimma. Man hatte es beim Schlusslicht in Nordhausen verpasst (2:3), den nächsten Schritt in die richtige Richtung zu gehen.

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„Ich hatte den Eindruck, dass bei einigen meiner Spieler nach dem letztwöchigen Heimsieg in den Köpfen eine gewisse Selbstzufriedenheit vorhanden war“, so Trainer Alexander Kunert. „Allerdings beginnt der Erfolg im Kopf.“ Nachdem man es versäumte, sich langsam aus der kritischen Tabellenregion zu entfernen, kommt nun am Samstag (14 Uhr) mit dem VfL Halle 96 ein äußerst unbequemer Gegner nach Grimma.

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Vordem Abbruch der vergangenen Saison lagen die Trothaer sogar auf dem Vizerang – punktgleich mit dem Aufsteiger aus Eilenburg. Die neue Spielserie begann für die 96er recht durchwachsen, neun Zähler aus sieben Spielen stehen bisher auf der Habenseite. Doch hat der VfL in den Duellen gegen die Spitzenteams Krieschow (1:0), Plauen (1:1) und zuletzt gegen Erfurt (1:1) eindrucksvoll gezeigt, dass die Mannschaft so langsam wieder im Kommen ist.


Bei Halle steht und fällt alles mit Tommy Kind

„Zu Beginn haben einige organisatorische Dinge unseren Saisonstart etwas erschwert, was sich zwangsweise in den ersten Ergebnissen widergespiegelt hat“, blickt VfL-Trainer René Behring zurück. „Vor allem der Weggang meines Co-Trainers Ivan Markov hat vieles zu Beginn nicht einfach gemacht. Alles braucht halt seine Zeit.“

Dabei spielt auch der Einbau von einer Vielzahl junger Akteure mit Sicherheit eine Rolle, die in ihrer fußballerischen Karriere den nächsten Schritt machen wollen. Dabei spielt der Coach unter anderem auf Valentino Schubert, Philipp Katzenberger (beide 1. FC Merseburg) oder Marcio Pälchen (Hallescher FC A-Junioren) an, die in dieser Saison bereits jede Menge Einsatzminuten auf dem Buckel haben.

Bei den Hallensern steht und fällt nahezu alles mit Torjäger Tommy Kind. Auch in dieser Spielzeit hat der 32-jährige Mittelstürmer bereits fünf Treffer erzielt – insgesamt sind es im VfL-Trikot bislang 36 Tore in 44 Oberliga-Partien. Weiterhin wird VfL-Coach Behring den Grimmaer Fußballfans noch bekannt sein, schließlich trug er von Juli 2004 bis Dezember 2005 das Oberliga-Trikot des SV 1919 und spielte damals mit seinem heutigen Pendant Alexander Kunert zusammen. „Ich hatte damals eine sehr geile Zeit in Grimma, auf die ich sehr gern zurückblicke“, erinnert sich der Blondschopf. „Wirtschaftliche Zwänge haben mich damals dazu veranlasst, in der Halbserie 2005/06 nach Piesteritz zu wechseln – was ich im Nachgang ganz klar als Fehler betrachte.“

„Müssen wieder an Leistungsgrenze gehen“

In insgesamt 48 Oberliga-Begegnungen lief Behring für die Muldestädter auf, in denen er 17 Treffer erzielte. „Ich habe die Zeit unter Trainer Joachim Steffens sehr genossen, zumal wir damals eine Top-Truppe hatten.“

Für das Spiel an der Mulde hat sich der ehemalige Torjäger klar festgelegt. „Wir gehen zwar als Favorit in diese Begegnung, doch ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe." Grimmas Coach Alexander Kunert erwartet ebenfalls einen heißen Tanz: „Wir müssen wieder an die Leistungsgrenze gehen, um gegen Halle etwas mitnehmen zu können. Wenn wir die Bereitschaft wie gegen Rudolstadt an den Tag legen, können wir gegen jeden Gegner punkten“, so Kunert. „Das Heimspiel vor 14 Tagen muss eindeutig unser Maßstab für die kommenden Aufgaben sein.“ Warum dies in Nordhausen nicht wirklich gelang, ärgert Grimmaer Trainer noch heute. „Genau solche Begegnungen wie letzten Sonntag dürfen wir einfach nicht verlieren. Das war einfach reine Kopfsache“, so Kunert.

„Diese Selbstzufriedenheit muss raus aus den Köpfen, dazu haben wir aufgrund unserer aktuellen Situation auch überhaupt keinen Grund. Wir haben, trotz der personellen Ausfälle, aus den ersten acht Partien zweifelsohne zu wenig Zähler geholt, so dass wir uns natürlich mit dem Begriff Abstiegskampf auseinandersetzen müssen. Das muss nun auch dem Letzten klar sein.“