31. Juli 2020 / 16:08 Uhr

Vor Pokal-Halbfinale: Union Neuruppin-Coach Stephan Ellfeldt übt harsche Kritik an Verband

Vor Pokal-Halbfinale: Union Neuruppin-Coach Stephan Ellfeldt übt harsche Kritik an Verband

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Union-Trainer Stephan Ellfeldt fand lobende Worte für den Gegner.
Union-Trainer Stephan Ellfeldt übt harte Kritik an Verband. © Marius Böttcher
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Kreispokal Prignitz/Ruppin: Am Sonntag gastiert Union Neuruppin bei der Reserve des MSV Neuruppin zum Kreispokal-Halbfinale. Im Vordergrund steht für Stephan Ellfeldt jedoch nicht der Finaleinzug, sondern die Gesundheit seiner Spieler.

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Von einer "bodenlosen Frechheit", spricht Union Neuruppin-Trainer Stephan Ellfeldt, wenn er an die Fortsetzung des Kreispokals denkt: "Was sich die Funktionäre dort ausdenken, ist eine Farce. Der Sport spielt gar keine Rolle, das ist ein Pokal, der keinen Sinn hat. Alt Ruppin ist als Landesliga-Mannschaft schon für den Pokal qualifiziert und der MSV II darf gar nicht teilnehmen", erklärt der 42-Jährige, "und dafür müssen wir mit einer Woche Vorbereitung und komplett unfit das erste Pflichtspiel bestreiten. Für einen Pokalwettbewerb, in dem nicht einmal mehr die Teams die selben sind."

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Dennoch kommt es am Sonntag im Kreispokal-Halbfinale zum Aufeinandertreffen mit der Reserve des MSV Neuruppin (14 Uhr). Dabei ist Union erst vor anderthalb Wochen in die Vorbereitung auf die neue Saison gestartet und hatte mit der Partie gegen den TSV Wustrau bisher auch nur ein Testspiel (4:1). "Ohne den Kreispokal hätten wir drei Wochen Vorbereitung gehabt - das ist das Mindeste", erklärt Ellfeldt und gibt zu verstehen, dass "das Risiko gewaltig hoch ist, dass sich Spieler verletzten. Ich hoffe, dass sowohl meine Spieler, als auch die aus Kyritz, Alt Ruppin und vom MSV es alle unbeschadet überstehen. Alles andere ist egal, das hat keinen sportlichen Wert."

Besonders harte Kritik übt der Übungsleiter an den Funktionären der Verbände, die unfitte Spiele nach der monatelangen Corona-Pause in ein gewaltiges Verletzungsrisiko versetzen sollen. "Dreiviertel meiner Mannschaft halten nicht mal 45 Minuten auf dem erforderlichen Tempo durch. Ich habe den Jungs vorgeschlagen, dass wir am Wettbewerb nicht mehr teilnehmen, jedoch hat die Mehrheit der Spieler eine andere Sicht gehabt, sie lieben dann doch den Wettkampf. Mir ist das völlig egal, ich werde an der Seite sitzen und beten, dass sich niemand verletzt."

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Kurios: Sollte Alt Ruppin gegen Kyritz gewinnen, und die Reserve des MSV gegen Union, kommt es eine Woche später zum Aufeinandertreffen zwischen den beiden unterlegenden Teams, die dann den Platz im Landespokal ausspielen. In der zweiten Runde träfe der Sieger dann auf den SC Oberhavel Velten, "ein Team, das ich beliebig anrufen kann und nach einem Testspiel fragen könnte, wenn ich wollte", erklärt Ellfeldt. Freude auf zwei weitere Spiele, in einem ohnehin nahezu vollen Terminkalender, hört sich sicherlich anders an.