18. September 2020 / 11:35 Uhr

Vor zehn Jahren: Champions-League-Sieger Turbine Potsdam zu Gast im Waldstadion

Vor zehn Jahren: Champions-League-Sieger Turbine Potsdam zu Gast im Waldstadion

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Vor zehn Jahren kickte Turbine Potsdam im Ludwigsfelder Waldstadion.
Vor zehn Jahren kickte Turbine Potsdam im Ludwigsfelder Waldstadion.
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Vor zehn Jahren trug Frauen-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam eines von mehreren Spielen in Ludwigsfelde aus.

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Der Name war klangvoll, die Sonne strahlte, als sich der große europäische Spitzenclub wieder einmal in Ludwigsfelde präsentierte: Im September 2010 dribbelte der 1. FFC Turbine Potsdam als amtierender Deutscher Meister und Champions-League-Sieger bei einem Freundschaftsspiel in der Autobauerstadt auf. „Das Wetter passte beim Benefizspiel zu Gunsten des Soldatenhilfswerkes, als der 1. FFC Turbine Potsdam eine Auswahl der Bundeswehr im Waldstadion mit 5:0 besiegte“, heißt es in einem Artikel der Märkischen Allgemeinen Zeitung, „es machten sich rund 500 Zuschauer auf den Weg in die Ludwigsfelder Fußballarena. Dort erwarteten sie unter anderem die beiden Eisschnellläuferinnen Katrin Mattscherodt und Monique Angermüller zur Autogrammstunde, ein alter Bell-Hubschrauber und der Reservistenverband mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone.“ Der Erlös des Duells im Ludwigsfelder Stadion betrug am Ende 1137 Euro.

Es war einer von vielen Auftritten des 1. FFC in dieser Zeit in der Arena – der auch Schrittmachdienste für die kurz zuvor gegründete Frauenfußball-Abteilung des Ludwigsfelder FC leistete. „Es war sicherlich schon so, dass diese Partie einige Spielerinnen darauf aufmerksam gemacht hat, dass es uns gibt und die dann den Weg zum LFC gefunden haben“, sagt Katharina Kruse – damals wie heute die Vorsitzende der Frauenfußball-Fraktion. „Für die Spielerinnen war es auch ein Ansporn, solche Idole spielen zu sehen. Es war schön, dass uns Turbine nicht als Konkurrenz gesehen hat, sondern als Partner.“ Einer der Gründe für die Turbine-Gastspiele: Reiner Rabe, der Geschäftsführer des ZAL, das Turbine als Brustsponsor unterstützte.

In Bildern: Am 20. Mai 2010 gewinnt Turbine Potsdam die Champions-League.

Der 1. FFC Turbine Potsdam bezwang am 20. Mai 2010 in Getafe im Champions-League-Finale den französischen Club Olympique Lyon mit 7:6 nach Elfmeterschießen. Anschließend gab es eine Party und vier Tage später einen großen Empfang auf dem Luisenplatz. Zur Galerie
Der 1. FFC Turbine Potsdam bezwang am 20. Mai 2010 in Getafe im Champions-League-Finale den französischen Club Olympique Lyon mit 7:6 nach Elfmeterschießen. Anschließend gab es eine Party und vier Tage später einen großen Empfang auf dem Luisenplatz. © Jan Kuppert und Detlev Scheerbarth/MAZ

Während beim Benefizspiel wegen eines Länderspiels eine B-Auswahl gegen die Bundeswehr-Vertretung antrat, war im Frühjahr 2010 beim Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München das komplette, hochdekorierte Potsdamer Starensemble aufgelaufen. Im April 2010 hieß es in der MAZ: Die Fußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam haben den Bann gegen den FC Bayern München, gegen den sie die letzten fünf Duelle in der Bundesliga nicht gewinnen konnten, gebrochen und gestern mit einem 2:0 (2:0)-Erfolg einen Riesenschritt zum Gewinn ihrer vierten deutschen Meisterschaft gemacht. Vor 1190 Zuschauern im schmucken Waldstadion von Ludwigsfelde erzielten Nadine Keßler (9. Minute) und Lira Bajramaj (30.) die Tore für den spiel- und laufstarken Gastgeber. Potsdam hat damit vier Spieltage vor Saisonschluss acht Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten FCR Duisburg. „Ich glaube, man kann heute schon Turbine zur Meisterschaft gratulieren”, so Bayern-Trainer Günther Wörle.

Auch Paris St. Germain kickte in der Ludwigsfelder Arena

Der Grund für die Premiere in Ludwigsfelde: Da das Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion, die Heimstätte der Turbinen, an diesem Tage nicht zur Verfügung stand, wurde zum ersten Mal im Ludwigsfelder Waldstadion um Bundesligapunkte gespielt. August 2014: In der Ludwigsfelder Arena trafen die Frauenfußball-Spitzenclubs 1. FFC Turbine Potsdam und FCF Juvisy Essonne (Frankreich) aufeinander. Das Spiel endete 1:1-Unentschieden. Juvisy hatte in der vergangenen Saison Rang drei in der ersten französischen Liga erkämpft.

August 2015: Die Generalprobe war geglückt im Waldstadion gegen einen Konkurrenten mit einem klangvollen Namen: Die Fußballerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam hatten im Ludwigsfelder Waldstadion den letzten Test vor dem Bundesliga-Start beim FC Bayern München bestanden und sich gegen den Champions-League-Finalisten von 2015, Paris St. Germain, nach einem ordentlichen Auftritt 1:1 (0:0) getrennt. „Das war ein guter Auftritt von uns“, befand Turbine-Trainer Bernd Schröder. „Gerade im Sturm haben wir gut gepresst. Überragend war Svenja Huth.“
Derzeit sind keine Turbine-Partien in Ludwigsfelde geplant, „aber natürlich ist der 1. FFC jederzeit willkommen“, sagt Katharina Kruse.