03. Dezember 2021 / 18:29 Uhr

"Vorbild einer ganzen Nation": Flick, Bierhoff, Völler und Co. reagieren auf den Tod von Horst Eckel

"Vorbild einer ganzen Nation": Flick, Bierhoff, Völler und Co. reagieren auf den Tod von Horst Eckel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Horst Eckel gehörte zum Weltmeister-Team beim Wunder von Bern 1954.
Horst Eckel gehörte zum Weltmeister-Team beim "Wunder von Bern" 1954. © IMAGO/regios24/Chai v.d. Laage (Montage)
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Mit Horst Eckel ist am Freitag der letzte verbliebene Weltmeister von 1954 verstorben. Große Persönlichkeiten des deutschen Fußballs trauern. Der SPORTBUZZER blickt auf die Stimmen von Bundestrainer Hansi Flick bis Leverkusen-Geschäftsführer Rudi Völler.

In die Historie des deutschen Fußballs ging Horst Eckel als einer der auf ewig unvergessenen Helden von Bern ein. Jetzt trauert Deutschland um den letzten Weltmeister von 1954. Eckel starb am Freitag im Alter von 89 Jahren, wie der Deutsche Fußball-Bund bestätigte. "Horst Eckel war Fußballspieler mit Leib und Seele und gehörte zweifelsohne zu den herausragendsten Fußballern unseres Landes“, teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag mit. "Seine Natürlichkeit und Teambereitschaft machten ihn zum Vorbild einer ganzen Nation." Neben Vertretern der rheinland-pfälzischen Landesregierung reagierten auch weitere Persönlichkeiten der deutschen Fußball-Landschaft bestürzt auf den Tod des "Windhunds". Der SPORTBUZZER blickt auf die Worte von Bundestrainer Hansi Flick, BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Co..

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Hansi Flick (Bundestrainer): "Den Fußballer Horst Eckel habe ich leider nie live spielen sehen dürfen, der Mensch Horst Eckel war in jeder Hinsicht ein Vorbild für mich. Seine Warmherzigkeit war ansteckend, sein soziales Engagement außergewöhnlich. Er wird mir persönlich und dem gesamten deutschen Fußball sehr fehlen. Die Nachricht von seinem Tod macht mich sehr traurig."

Oliver Bierhoff (DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie): "Die Weltmeister von 1954 sind sportlich und nicht zuletzt aufgrund der historischen Umstände für die Geschichte der Nationalmannschaft von überragender Bedeutung. Die Aufmerksamkeit und Begeisterung, die heute rund um die Spiele unserer Mannschaft herrschen, wären ohne sie undenkbar. Horst Eckel stand sinnbildlich für die Werte der Helden von Bern: bescheiden, herzlich, bodenständig, ohne Allüren. Die persönlichen Gespräche mit ihm waren immer ungemein bereichernd. Zu wissen, dass Horst Eckel und damit keiner der 54er mehr lebt, erfüllt mich und uns alle bei der Nationalmannschaft mit großer Trauer."


Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): "Horst Eckel war einer der ganz Großen im deutschen Fußball. Das lag nicht nur daran, dass er 1954 Weltmeister geworden ist, sondern auch daran, dass er immer ein sehr bescheidener und warmherziger Mensch geblieben ist. Jedes Gespräch, das ich mit ihm in den vergangenen Jahren geführt habe, war für mich eine enorme Bereicherung."

1. FC Nürnberg (via Twitter): "Ruhe in Frieden, Horst Eckel! Grüße an unseren Maxl und alle anderen Weltmeister von 1954. Ohne euch wäre der Fußball hier in Deutschland nie zu dem geworden, was er für ganze viele Menschen heute ist."

"Ein kritischer Beobachter des heutigen Fußballs"

Hans-Peter Briegel (ehemaliger Spieler des 1. FC Kaiserslautern bei t-online): "Der Verlust von Horst Eckel ist wahnsinnig traurig – für alle Fußballfans in Deutschland, insbesondere aber für die Lauterer Anhängerschaft und Fußballgemeinde. Im Februar kommenden Jahres wollte er seinen 90. Geburtstag feiern, seine Tochter hatte bereits ein 'Save the Date' rausgeschickt, auch an mich. Es ist sehr traurig, dass es dazu nicht mehr kommen wird. Ich habe oft in Kaiserslautern mit Horst Eckel diskutiert und ihn für seine angenehme Ruhe und Zurückhaltung sehr geschätzt. Er war ein kritischer Beobachter des heutigen Fußballs."

Rainer Koch (1. DFB-Vizepräsident): "Ich habe Horst Eckel als einen wunderbaren Menschen kennengelernt und erlebt, der sich aus tiefster Überzeugung heraus stets auf die Seite der Schwächeren geschlagen hat und ihnen ein echtes Vorbild war. Menschen in vermeintlich aussichtslosen Situationen wusste er den Weg ans Licht zu zeigen, und der Held von Bern verband dies immer mit seinem ganz persönlichen Fußballmärchen. Willenskraft und Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Demut haben sein Leben geprägt und ihn zu einer Persönlichkeit gemacht, die wir alle schmerzlich vermissen. Nicht nur für mich geht mit seinem Tod eine Persönlichkeit verloren, auch uns im DFB mit unseren sozialen Einrichtungen, für die er unermüdlich unterwegs war, wird Horst Eckel fehlen."

FC Schalke 04 (via Twitter): "Ein ganz Großer des deutschen Fußballs ist von uns gegangen: Ruhe in Frieden, Horst Eckel!"

"Ein feiner Mensch mit Charakter und Persönlichkeit"

Lothar Matthäus (deutscher Rekordnationalspieler auf RTL/ntv): "Horst Eckel war ein Vorbild, mit Sicherheit nicht nur für mich. Anlässlich der persönlichen Begegnungen mit Ihm traf ich immer auf einen positiven, kommunikativen und dabei wohltuend bodenständigen Menschen. Er erzählte gerne über die unvergessliche Weltmeisterschaft 1954, die erfolgreiche Zeit in Kaiserslautern, aber auch über aktuelle Themen. Ich habe Ihm sehr gerne zugehört, weil Horst eine fesselnde Art hatte zu erzählen - auch immer mit einer Prise Humor. Ein feiner Mensch mit Charakter und Persönlichkeit hat uns verlassen."

Rudi Völler (Sport-Geschäftsführer Bayer Leverkusen): "Sinnbildlich für alle 54er-Weltmeister stand er als bodenständiger Mensch für große Bescheidenheit. Horst war absolut ohne Allüren und ein sehr angenehmer Gesprächspartner. Bei unseren persönlichen Treffen war es immer wunderbar, mit ihm über alte Zeiten zu reden. Er wird dem deutschen Fußball sehr fehlen."