16. September 2021 / 16:48 Uhr

Vorfälle beim Regionalliga-Spiel: Chemie Leipzig sieht Widersprüche im BFC-Statement und erwartet Entschuldigung

Vorfälle beim Regionalliga-Spiel: Chemie Leipzig sieht Widersprüche im BFC-Statement und erwartet Entschuldigung

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Trainer Miroslav Jagatic im Spiel FC Eilenburg - BSG Chemie Leipzig
Bei der Partie gegen den BFC Dynamo wurde die Familie von BSG-Trainer Miro Jagatic von gegnerischen Fans in verstärktem Maße beleidigt. © Alexander Prautzsch
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Die hitzige Partie zwischen dem Berliner FC Dynamo und Chemie Leipzig ist inzwischen einige Tage her, doch die Gemüter haben sich noch immer nicht beruhigt. Aussagen von einem Berliner Polizeisprecher sorgen nun für Verwirrung, da sie sich nicht mit einem zentralen Punkt des BFC-Statements decken.

Leipzig. Eigentlich sollten sich die Gemüter nach den Zwischenfällen im Spiel BFC gegen Chemie am Sonntag beruhigt haben, doch mittlerweile haben sich bundesweite Medien der Sache angenommen – neue Fakten machen die Runde.

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Ein Berliner Polizeisprecher bestätigte auf Anfrage von ntv.de, dass eine dem BFC-Lager zuzuordnende Person wegen fünfmaligen Zeigens des Hitlergrußes aus dem Block geholt wurde – Ermittlungen laufen. Damit widersprach er einem zentralen Punkt des BFC-Statements, wonach ein Strafverdacht nicht bestätigt wurde.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 0:2-Niederlage von Chemie Leipzig

In einem spannenden Spiel unterlag Chemie Leipzig dem BFC Dynamo mit 0:2. Den Grün-Weißen fehlte am Sonntag etwas die spielerische Note. Zur Galerie
In einem spannenden Spiel unterlag Chemie Leipzig dem BFC Dynamo mit 0:2. Den Grün-Weißen fehlte am Sonntag etwas die spielerische Note. ©

Auch Chemie äußerte sich offiziell und ging im Detail darauf ein, warum sich Trainer Miro Jagatic mit Personen im BFC-Block verbal gefetzt hatte. Mit Worten über Jagatics Familie wie „vergasen“ und „auslöschen“ sei diese Reaktion provoziert worden.

Offene Fragen bleiben

Warum dies in der Pressekonferenz, aber auch im zwei Tage später abgegebenen BFC-Statement heruntergespielt wurde, versteht der Chemie-Vorstand und stellvertretende Sicherheitschef Marc Walenta nicht: „Ich bin menschlich enttäuscht. Wir haben auf Vereinsebene gut zusammengearbeitet. Es gab eine gewisse Annäherung, wenn ich an die Gedenkveranstaltung zu Ehren des 1991 erschossenen Mike Polley denke. Das wird jetzt ein Stück weit konterkariert, da hätte ich mehr erwartet seitens des BFC.“ Nach dem Spiel finde man vielleicht nicht gleich die richtigen Worte. Aber wenn man in einer wohlüberlegten Stellungnahme zu den Schlussfolgerungen komme, gäbe das zu denken, so Walenta.

Der Trainer wäre nicht so emotional geworden ohne die ungeheuerlichen Beleidigungen, die grün-weißen Fans wären nicht auf den Zaun gestiegen, wenn ihre Elf nicht derart beworfen worden wäre. Fragen seien offen: „War es richtig, die Gästetrainerbank vor dem eigenen Fanblock zu platzieren? Warum waren vor dem BFC-Block weit weniger Ordner als auf der Gästeseite? Hat die Securityfirma geschulte Leute für einen solchen Einsatz? Warum konnten sich zwei BFC-Fans ungehindert über das gesamte Spielfeld dem Chemieblock nähern? Warum konnten die Chemie-Spieler über eine Minute lang massiv beworfen werden? Warum gab es im Gästeblock kein Bier, im Heimblock aber schon?“, fragt sich Walenta, der auf eine Entschuldigung seitens des BFC wartet.