12. Januar 2022 / 19:57 Uhr

Einer wie Stevens, keiner wie Heynckes: Coach Dierks übernimmt den FSV bis Sommer

Einer wie Stevens, keiner wie Heynckes: Coach Dierks übernimmt den FSV bis Sommer

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Er kennt beide Vereine, die jetzt längst ein Fußball-Klub sind: Peter Dierks wird Interims-Trainer bei Kreisligist FSV Vorhop/Schönewörde.
Er kennt beide Vereine, die jetzt längst ein Fußball-Klub sind: Peter Dierks wird Interims-Trainer bei Kreisligist FSV Vorhop/Schönewörde. © Lea Behrens/Privat
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Zwei Dörfer und ein Verein auf der Suche nach einem Retter: Der FSV Vorhop/Schönewörde benötigte nach der Trennung von Arne Hoffart einen Trainer - und hat mit Peter Dierks eine Interimslösung gefunden, an die sich beide Teile des FSV gut erinnern können. Warum Dierks einer wie Huub Stevens ist, aber kein Jupp Heynckes, verrät der Vorsitzende des Fußball-Klubs.

Der FSV Vorhop/Schönewörde - zwei Dörfer, längst ein Fußball-Klub. Bei beiden Vereinen hat sich Peter Dierks in der Vergangenheit einen guten Namen gemacht. Jetzt übernimmt der Coach das Amt beim abstiegsbedrohten Gifhorner Kreisligisten bis zum Saisonende. Ihm zur Seite steht als Co-Trainer Jan Henneicke, der unter anderem bereits Einheiten leitete, wenn Ex-Coach Arne Hoffart verhindert war.

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Dierks führte den TSV Schönewörde in den 90er Jahren bis in den Bezirk, danach stieg er mit dem VfL Vorhop in die Kreisliga auf. "Seitdem kennen wir Peter", sagt der FSV-Vorsitzende Nicky Urbanitsch. Weil Dierks beruflich weltweit unterwegs war, musste er in Vorhop aufhören. "Wir sind aber immer in Kontakt geblieben, Stefan Müller von Schönewörder Seite und wir VfLer auch", sagt Urbanitsch. Auch nachdem er sich 2018 schon mal einen Korb bei Dierks holte, als Vorhop auf der Suche nach einer Interimslösung für Thorsten Thielemann war.

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Kurz darauf endete ein Feuerwehrmann-Auftrag für Dierks beim VfL Wittingen mit dem Kreisliga-Abstieg, zuletzt war er beim Fußball-Nachwuchs der JSG Isenhagen aktiv. Erneut den Stein ins Rollen brachte nun aber der stellvertretende FSV-Vorsitzende Müller. Der rief bei Dierks im Dezember an, um zum Geburtstag zu gratulieren. Natürlich kam das Gespräch auch auf die Situation beim FSV.


Am gleichen Tag überraschte Müller Urbanitsch mit einem möglichen Interesse von Dierks. Der Vorsitzende nahm neuerlich Kontakt zum Ex-Coach auf: "Wir sollten erst einmal weiterschauen, schließlich hätten wir noch Zeit. Die Saison geht ja erst im April weiter. Aber wenn aktuell nichts klappen sollte, würde er uns in der Rückrunde helfen." Gespräche wurden geführt - Kandidaten gibt's aber erst ab Sommer. Also war Dierks gefragt. Nach einem Treffen zwischen einem größeren Mannschaftsrat und dem Kandidaten, sagte dieser letztlich zu.

Das Team hatte nämlich nach dem langen Corona-Lockdown nicht zurück in die Spur gefunden, die Trainingsbeteiligung ließ nach, in der Folge auch die Fitness. "Die Spirale nach unten hat sich immer weiter fortgesetzt. Peter wird nun den Schwerpunkt auf Fitness legen, Kondition bolzen - so ein bisschen alte Schule", sagt der Vorsitzende. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf der Defensive liegen. "Er will das ein bisschen wie Huub Stevens machen. Hinten zu null - und das eine Tor schießen wir dann schon." Wichtig, dass Torjäger Nico Müller nach seiner Knieverletzung zumindest wieder trainieren kann. "Er ist wichtig für uns. Sonst haben wir da vorn keinen drin", sagt Urbanitsch.

Aber auch neben dem Platz setzt der Vorsitzende auf eine positive Stimmung - verbunden mit der Rückkehr von Dierks. "Ich erhoffe mir, dass viele aus den erfolgreichen Zeiten, die ehemaligen Spieler, die älteren Zuschauer, die damals schon dabei waren, wieder zum Sportplatz kommen und wir wieder ein bisschen mehr Euphorie in die ganze Geschichte reinkriegen."

Doch egal, wie gut es laufen sollte - aus der Interims- wird keine Dauerlösung werden. Urbanitsch schmunzelt: "Peter ist jetzt nicht wie Jupp Heynckes. Da haben wir eine klare Absprache. Er macht das bis zum Sommer."