25. Mai 2021 / 18:22 Uhr

Vorm DFB-Pokal-Finale: Weckruf für VfL-Frauen, Videogrüße für Frankfurt

Vorm DFB-Pokal-Finale: Weckruf für VfL-Frauen, Videogrüße für Frankfurt

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das wird kein Spaziergang für den Titelverteidiger: Der VfL Wolfsburg (am Ball Svenja Huth) trifft im DFB-Pokal-Finale in Köln auf Eintracht Frankfurt (v. l. Camilla Küver und Laura Störzel).
Das wird kein Spaziergang für den Titelverteidiger: Der VfL Wolfsburg (am Ball Svenja Huth) trifft im DFB-Pokal-Finale in Köln auf Eintracht Frankfurt (v. l. Camilla Küver und Laura Störzel). © Imago Images
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Diese Titelchance haben die VfL-Fußballerinnen in der eigenen Hand: Während Wolfsburg in der Bundesliga auf einen Ausrutscher von Spitzenreiter Bayern München hoffen muss, kann das Team von Stephan Lerch am Sonntag zum sechsten Mal in Folge den DFB-Pokal aus eigener Kraft gewinnen. Dass es gegen Eintracht Frankfurt kein Spaziergang wird, hat allerdings der jüngste Bundesliga-Spieltag gezeigt.

Nach Frankfurt ist vor Frankfurt! Am vergangenen Sonntag setzten sich die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg mit 3:2 gegen die Eintracht in der Bundesliga durch und wahrten sich damit eine Rest-Chance auf die Titelverteidigung am letzten Spieltag in zwei Wochen. Zuvor gibt's aber erst einmal das Wiedersehen mit den Hessinnen. Und diesmal geht's um einen Titel. Am Sonntag (30. Mai, 16 Uhr) treffen beide Teams im Kölner Rhein-Energie-Stadion im DFB-Pokal-Finale aufeinander.

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In diesem Wettbewerg gab's seit 2015 keinen anderen Sieger als den VfL. Ein weiterer Triumph würde die sechste Titelverteidigung in Folge und den achten Erfolg insgesamt bedeuten. Aber: Auch Frankfurt hat große Pokaltradition. Der 1. FFC, der am 1. Juli 2020 mit der Eintracht fusionierte, ist mit neun Cupsiegen Rekordhalter.

Mehr über die VfL-Frauen

Dass es für Titelverteidiger VfL kein Spaziergang am Sonntag wird, zeigte das Ligaspiel. Während Wolfsburg eine brillante erste Halbzeit spielte, kämpfte sich Frankfurt im zweiten Durchgang mutig zurück - und hätte sogar fast das Titelrennen entschieden. Ein abgefälschter Schuss von SGE-Akteurin Alexandra Johansdottir, übrigens gut mit Bayern-Spielerin Karolina Lea Vilhjalmsdottir befreundet, landete in der Schlussminute an der Latte des VfL-Tores. Ein 3:3 hätte Spitzenreiter FC Bayern vorzeitig zum Meister gekürt.

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Für Wolfsburgs Cheftrainer Stephan Lerch war die Partie vorm Pokal-Finale ein Weckruf. "Was uns nach dem Spiel direkt allen deutlich wurde, ist, dass wir uns im Finale in keiner Sekunde wirklich sicher sein dürfen", so der 36-Jährige. Sein "Wunsch und Plan" ist: "Dass wir früh in Führung gehen, das ein oder andere Tor vorlegen und uns nicht zurücklehnen." Beim 3:2 in der Liga habe man gesehen, "dass Frankfurt die nötige Mentalität hat und zurückkommen kann". Der frischgebackene Fußball-Lehrer ist sich aber sicher, dass, wenn der VfL in Köln über 90 Minuten so auftritt wie in Frankfurt im ersten Durchgang, "die reguläre Spielzeit reicht, um sich durchsetzen zu können."

In Frankfurt haderte man nach der Niederlage mit der Einstellung. "Wir sind sehr ängstlich in die Partie gestartet, das hatten wir gegen Wolfsburg leider schon häufiger. Das ist genau der Punkt, den wir bis zum Pokalfinale unbedingt ändern müssen", weiß Ex-Wolfsburgerin Merle Frohms, denn: "Man hat auch gesehen, dass wir spielerisch bestehen können." Auch SGE-Trainer Niko Arnautis fand, dass man "etwas zu viel Respekt vorm Gegner hatte".

Im Kreis nach dem Spiel schwörte sich der Tabellensechste der Liga auf das Endspiel ein, wie der 41-Jährige verriet - und als zusätzlichen Push gab es sogar schon ein Motivationsvideo der Herrenmannschaft, die 2018 Pokalsieger wurde. Auch als Außenseiter (3:1 gegen Bayern München). " Über das Motivationsvideo haben wir uns sehr gefreut.", so Arnautis. Kann auch sein Team einen Favoriten knacken? "Wir haben in der zweiten Halbzeit gezeigt, dass wir es, wenn wir konsequent spielen, diesem Gegner nicht nur schwermachen, sondern auch gewinnen können. Das nehmen wir mit!"