26. April 2021 / 16:19 Uhr

Vorm Frauenfußball-Gipfel: Wolfsburg kann durchatmen, der FC Bayern nicht

Vorm Frauenfußball-Gipfel: Wolfsburg kann durchatmen, der FC Bayern nicht

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Will die Bayern in der Bundesliga noch einholen: VfL-Coach Stephan Lerch.
Will die Bayern in der Bundesliga noch einholen: VfL-Coach Stephan Lerch. © Roland Hermstein
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Am Sonntag in einer Woche steigt der ultimative Showdown des deutschen Frauenfußballs. Verfolger VfL Wolfsburg kann vorm Duell mit dem FC Bayern durchatmen, der Tabellenführer aus München muss in der Champions League ran - und darf dort ans Finale denken.

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Es ist alles bereit für das Gipfeltreffen in der Frauenfußball-Bundesliga! Der VfL Wolfsburg setzte sich am Sonntag mit 4:0 bei Schlusslicht MSV Duisburg durch und rückte wieder bis auf zwei Punkte an Spitzenreiter Bayern ran. Der Blick der Wolfsburgerinnen richtet sich nun auf den 9. Mai (13 Uhr), denn da empfängt der Titelverteidiger die Münchnerinnen im AOK-Stadion zur wahrscheinlichen Vorentscheidung im Rennen um die Meisterschale. Ungewöhnlich: Die Niedersächsinnen haben am kommenden Wochenende erst einmal spielfrei.

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"Das Top-Spiel ist angerichtet. Wer hätte das vor ein paar Wochen noch so gedacht und erwartet?", so Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch nach dem Triumph in Duisburg. Monatelang liefen die VfLerinnen einem Rückstand von fünf Zählern in der Tabelle hinterher, durch den Bayern-Patzer gegen Hoffenheim (2:3) vor zwei Wochen ist der Kampf um die Meisterschaft aber wieder offen.

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Dass der VfL nun ein Wochenende frei hat, sieht Lerch als Vorteil, denn: "Wir haben die Belastungssteuerung ja immer mal wieder thematisiert, jetzt können wir kurz durchatmen." Er mahnt aber auch: "Gegen Bayern wird es natürlich wieder ein anderes Spiel als gegen den MSV, aber wir werden nicht anfangen, jetzt grundsätzlich etwas anders zu machen. Wir bleiben in unserem Rhythmus drin und werden dazu die nötige Frische reinbekommen."

Bayern erst mal in der Champions League gefordert

Beim FC Bayern denkt noch niemand an das anstehende Top-Duell gegen den VfL. Denn die Mannschaft von Coach Jens Scheuer kämpft um den Einzug ins Endspiel der Champions League. Am Sonntag landeten die Münchnerinnen im Halbfinal-Hinspiel einen überzeugenden 2:1-Sieg gegen Wolfsburg-Bezwinger FC Chelsea. "Die Mädels haben ein großartiges Spiel abgeliefert und es sich verdient. Es war ein aufopferungsvoller Kampf. Mit ein bisschen Glück hätten wir am Ende sogar noch das 3:1 machen können. Mit dem Ergebnis und dem Engagement der Mädels bin ich total zufrieden", lobte Scheuer. Chelsea, so der 42-Jährige, sei eine "Ausnahme-Mannschaft. Der Sieg war das Wichtigste, jetzt haben wir es selbst in der Hand.“

Mit dem Erfolg setzten die Münchnerinnen bereits ein erstes Ausrufezeichen auf Europas größer Fußballbühne, im Internet erreichte Bayerns Live-Stream der Partie knapp 170.000 Aufrufe. Das Rückspiel steigt an diesem Sonntag (13.30 Uhr), Zeit zum Ausruhen gibt es für den letzten verbliebenen deutschen CL-Teilnehmer also nicht. Im zweiten Halbfinal-Hinspiel trennten sich der FC Barcelona und Paris Saint-Germain mit 1:1. Das Finale steigt am 16. Mai im Gamla Ullevi in Göteborg. Für den FC Bayern wäre es in der Königsklasse die erste Endspiel-Teilnahme der Vereinsgeschichte.

In der Autostadt wird man genau hingucken. "Wir schauen natürlich auch, was Bayern in der Königsklasse macht...", so Lerch. Doch auch das 2:0 im DFB-Pokal-Halbfinale soll dabei helfen, um zu sehen, "was wir besonders gut gemacht haben". Der Titelverteidiger war an Ostersonntag das physisch und taktisch bessere Team - im Liga-Showdown werden sich beide Mannschaften wahrscheinlich nichts schenken. "Wir freuen uns darauf, und genau so werden wir das Spiel angehen", kündigt Lerch an, immerhin "müssen wir keine vier Tore schießen. Es reicht auch eins, solange wir hinten keins bekommen. Und dann ist die Saison mal kurzzeitig auf den Kopf gestellt!"