15. Dezember 2020 / 22:01 Uhr

Vorm Hit bei den Bayern: Wolfsburgs Glasner will nicht über die Champions League reden

Vorm Hit bei den Bayern: Wolfsburgs Glasner will nicht über die Champions League reden

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto: Boris Baschin, Wolfsburg, SPORT, Fußball-Bundesliga, VfL Wolfsburg - Hertha BSC Berlin
Spitzenspiel in München: Oliver Glasner (r.), der Trainer des VfL Wolfsburg, und sein Team haben in dieser Saison noch nicht verloren. © Boris Baschin
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Der noch ungeschlagene VfL Wolfsburg am Mittwochabend (20.30 Uhr) bei Triple-Sieger Bayern - mit so viel Selbstvertrauen wie diesmal sind die Wolfsburger lange nicht mehr zu ihren Angstgegner gereist...

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Die VfL-Bilanz in München (zwei Remis, ein 3:3 und ein 2:2, in 23 Versuchen) ist hinlänglich bekannt. Weil den Wolfsburgern fast immer eine gehörige Portion Mut und Selbstbewusstsein fehlte, verlor der heimische Fußball-Bundesligist bis auf die beiden Ausnahmen immer. Am Mittwochabend (20.30 Uhr) gibt‘s nun den nächsten Versuch, beim FCB zu bestehen. Und es ist schon länger her, dass die Voraussetzungen dafür so gut waren wie jetzt. Wenn nicht jetzt, wann dann?

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Der VfL (Vierter) und die Bayern (Zweiter) trennen drei Punkte, zudem waren die Münchner zuletzt hinten so anfällig wie ganz lange nicht mehr. Oliver Glasner weiß das, aber die Hürde FCB sei trotzdem immer noch hoch. „Ich habe keine große Hoffnung, dass wir jetzt auf schwache Bayern treffen werden. Wir spielen gegen den amtierenden Triple-Sieger. Sie hatten eine unglaubliche Form und Serie. Jetzt haben sie eine normale Phase“, so der Österreicher, der sich natürlich das letzte Spiel, das Remis der Bayern am vergangenen Samstagabend bei Union Berlin, angeschaut hat. „Ich habe gesehen, dass in Berlin Sané eingewechselt wurde, Tolisso eingewechselt wurde und Choupo-Moting eingewechselt wurde. Sie haben einen unglaublich großen und qualitativ hochwertigen Kader.“ Und so werde keiner seiner Spieler am Mittwochabend glauben, dass es im Duell mit dem FCB „nur mit Halbgas“ ginge, „weil die Bayern ein bisschen müde sind“. Die VfL-Profis sind das nicht, sie dürfen in diesem Jahr nicht wie das Star-Ensemble von der Isar auf Europas Fußball-Bühne spielen.

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Die letzte Niederlage (0:4) auf nationaler Ebene hat die Glasner-Truppe im Saisonfinale der vergangenen Spielzeit hinnehmen müssen – und zwar gegen die Bayern. Aber: Nach Start-Schwierigkeiten in dieser Saison, besonders im Spiel nach vorn, läuft es nun richtig gut für die Wolfsburger. „Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, dass wir mit Selbstvertrauen dorthin fahren und uns etwas zutrauen zu können“, so Glasner. „Aber klar ist, dass wir eine außergewöhnlich gute Leistung brauchen, um dort Punkte mitzunehmen.“

In den vergangenen sieben Spieltagen holte der VfL (17) mehr Punkte als die Bayern (15) – und er steht auch deshalb vorm Hit in München auf einem Champions-League-Rang. Das VfL-Ziel für diese Saison heißt zwar Europa, aber über die Königsklasse mag Glasner jetzt nicht nachdenken. Er begründet: „Wir sind erst vor drei Monaten aus der Europa-League-Quali rausgeflogen. Jetzt die Champions League auszurufen, das passt einfach nicht. Wir tun gut daran, auf unsere Leistung zu schauen und diese zu bestätigen.“ Er finde als Trainer „immer wieder noch viele Sachen, die wir besser machen können“.

Das eigene Spiel weiter verbessern, weiterhin hungrig bleiben – darauf müsse man den Fokus legen und nicht auf die CL oder die Platzierung in der Tabelle. Glasner: „Das hat im Dezember sehr selten geholfen.“ 21 Punkte hat der VfL nun schon geholt, „unsere Leistungen machen uns Mut“, so der Coach, für den die Tabelle nach elf Spieltagen noch keine so große Aussagekraft habe: „Die Tabelle gibt immer die Vergangenheit wieder, aber nie die Zukunft. Das ist so wie mit dem Aktienkurs – da bin ich auch schon öfter auf die Schnauze gefallen...“