20. Januar 2022 / 22:10 Uhr

Vorm Leipzig-Spiel: Für Wolfsburgs Lacroix ist der alte Wechsel-Wunsch kein Thema mehr

Vorm Leipzig-Spiel: Für Wolfsburgs Lacroix ist der alte Wechsel-Wunsch kein Thema mehr

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Gegen Leipzig statt mit Leipzig: Wolfsburgs Maxence Lacroix.
Gegen Leipzig statt mit Leipzig: Wolfsburgs Maxence Lacroix. © Boris Baschin
Anzeige

Der VfL Wolfsburg hat sich im Sommer dazu entschieden, seine Leistungsträger zu behalten, doch nun läuft er seinen eigenen Ansprüchen hinterher. Hätte es vor der Saison Veränderungen im Kader geben müssen? VfL-Aufsichtsratschef Frank Witter sagt Nein.

Der VfL Wolfsburg kämpft als Tabellen-14. gegen den Abstieg, Spieler wie Maxence Lacroix, Ridle Baku oder Wout Weghorst laufen ihrer Top-Form hinterher. Hätte der Fußball-Bundesligist nach dem Erfolg mit Rang vier in der Vorsaison einige Leistungsträger abgeben und noch mehr neue Akteure holen sollen, um neuen Wind in den Kader zu bringen? Nein, sagt VfL-Aufsichtsratschef Frank Witter und erklärt, warum.

Anzeige

Weghorst liebäugelt immer mal wieder mit einem Wechsel nach England, Lacroix wäre nach seiner starken Debüt-Saison in der Bundesliga im Sommer gern zu RB Leipzig gewechselt. Doch die Leistungsträger wurden gehalten. "Wir haben vor dieser Saison den Kader so zusammengehalten", sagt Witter, "weil wir die Perspektive Champions League und die hohe Belastung gesehen haben, ebenso haben wir das Potenzial der einzelnen Spieler gesehen. Darüber hinaus sei der Verein "nicht in der Situation, jedes Angebot für einen unserer Spieler annehmen zu müssen. Da muss man immer die wirtschaftlichen und sportlichen Interessen des Vereins, aber auch die Interessen des Spielers abwägen."

Mehr zum VfL Wolfsburg

Vor allem der Fall Lacroix rückt wieder in den Fokus - denn am Sonntag tritt der VfL bei RB Leipzig an, dem Verein, zu dem der Franzose gern gewechselt wäre. RB war nicht bereit, 30 Millionen Euro zu zahlen, der Deal platzte. "Ich war ein bisschen sauer. Es war schwer für mich, ich bin jung, es war das erste Mal, dass es einige Angebote für mich gab", hatte der 21-Jährige Anfang September gesagt. Doch inzwischen ist Gras über die Sache gewachsen, "weil wir uns zusammengesetzt und die Dinge besprochen haben", so der Profi im Kicker-Interview. Inzwischen gehört das Wechsel-Theater der Vergangenheit an, der Lacroix-Vertrag wurde zu verbesserten Bezügen verlängert. "Das Thema ist erledigt", die kommende Aufgabe in Leipzig gehe er "mit Vorfreude und dem Ziel, gegen eine gute Mannschaft zu gewinnen" an.

Dass im Sommer erneut Anfragen für Spieler beim VfL eintrudeln, ist wahrscheinlich. Für Lacroix müsste ein Klub dann allerdings die im Vertrag festgeschriebenen 40 Millionen Euro Ablöse zahlen. "Mit solchen Gedanken beschäftige ich mich nicht, aktuell denke ich von Tag zu Tag", betont Lacroix (Vertrag bis 2025). Und Witter "hat bei ihm überhaupt nicht den Eindruck, dass er sich bei uns unwohl fühlt". Der Aufsichtsratschef glaubt grundsätzlich, "dass der VfL für viele Spieler ein guter Verein sein kann, um ihren Beruf über viele Jahre hier auszuüben". Es sei aber auch "völlig in Ordnung, wenn jemand auch nur für einen Teil seiner Karriere bei uns bleibt."

An seine Top-Leistungen der Vorsaison konnte Lacroix in dieser Spielzeit genau wie viele andere VfL-Profis jedoch noch nicht anknüpfen. Drei verschuldete Strafstöße, zwei Platzverweise, ein Eigentor - das wurmt den ehrgeizigen und lernwilligen Abwehrmann selbst am meisten. "Es ist für jeden schwierig, in der aktuellen Situation an die Leistung der vergangenen Spielzeit anzuknüpfen", sagt Lacroix. "Aber ich schiebe das nicht auf fehlendes Glück, das ist dann auch eine Frage der Konzentration. Ich und wir kommen da nur mit harter Arbeit und klarem Fokus wieder raus."

Nach neun Pflichtspielen ohne Sieg und nur einem Punkt aus all den Partien soll bei den erstarkten Leipzigern endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis her. Das wäre wichtig, um den Abstand zu den Abstiegsplätzen (derzeit drei Punkte) zu vergrößern. Dass der VfL überhaupt in diese missliche Lage geraten ist, dafür hat auch Lacroix nach Erklärungen gesucht. "Für viele war die Mehrbelastung durch die Champions League neu. In der DNA des VfL ist viel Arbeit verankert, in der Bundesliga fehlte teilweise der Fokus auf die Details. Wir sind mit dem Rhythmus nicht so klargekommen wie erhofft", sagt Lacroix.


Laimer kehrt bei RB zurück

Der kommende VfL-Gegner RB Leipzig hat vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen die Wolfsburger wieder mehr Optionen im defensiven Mittelfeld. Wegen der Afrika-Cup-Abstellungen von Amadou Haidara (Mali) und Ilaix Moriba (Guinea) hatten zuletzt Kevin Kampl und Tyler Adams vor der Abwehr agiert. Doch nun hat Trainer Domenico Tedesco eine weitere Alternative zur Verfügung. Konrad Laimer hat seinen Innenbandriss im linken Sprunggelenk auskuriert und feierte beim Pokalspiel gegen Hansa Rostock sein Comeback, er wurde in der 74. Minute eingewechselt. „Wir sind froh, dass er zurück ist. Um ehrlich zu sein, haben wir ein bisschen früher mit ihm geplant“, sagt Tedesco. "Wir haben ihm die Zeit gegeben, das tat ihm sehr gut. Er ist komplett schmerzfrei." Und auch der Spieler selbst ist happy und hofft, dass er gegen Wolfsburg weitere Einsatzzeit bekommt: "Ich freue mich sehr, dass ich meinem Team wieder aktiv helfen kann. Mein größter Wunsch für 2022 ist, verletzungsfrei zu bleiben und regelmäßig zu spielen."