16. Mai 2020 / 17:25 Uhr

Vorn haut's einfach nicht hin! RB Leipzig nur 1:1 gegen Freiburg

Vorn haut's einfach nicht hin! RB Leipzig nur 1:1 gegen Freiburg

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Ademola Lookman kam zur Halbzeit, brachte Belebung ins RB-Spiel.
Ademola Lookman kam zur Halbzeit, brachte Belebung ins RB-Spiel. © Getty Images
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Reichlich Chancen, aber nur ein eigener Treffer: RB Leipzig brennt im ersten Spiel nach dem Bundesliga-Wiederbeginn kein Feuerwerk ab, kommt gegen den SC Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus. Für die hohen Ansprüche der Messestädter dürfte das zu wenig sein.

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Leipzig. Der Traum vom Geister-Meistertitel, er lebt nur noch so ein ganz kleines bisschen. Denn RB Leipzig kam am Samstagnachmittag gegen den SC Freiburg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Mit dem Unentschieden im ersten Geisterspiel der Vereinsgeschichte vergrößerte sich der Rückstand der Nagelsmann-Elf auf den Bundesliga-Zweiten Dortmund auf drei Zähler. Gewinnt Borussia Mönchengladbach das Abendspiel bei Eintracht Frankfurt, rutschen die Messestädter auf Tabellenplatz vier ab. Dann würde allmählich die direkte Qualifikation für die Champions League in Gefahr geraten.

Hinten mit Dreierkette

Wie unter der Woche bereits angedeutet, nahmen Marcel Sabitzer und Patrik Schick zunächst nur auf der Bank Platz. Beide hatten nicht voll trainiert. Dafür durften Yussuf Poulsen (mit Kapitänsbinde) und Kevin Kampl ran. Für Letzteren war es nach langer Verletzungspause der erste Auftritt. In der Defensive fehlte Dayot Upamecano gelb gesperrt. Hinten sollte es deshalb das Trio Nordi Mukiele, Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg richten.

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Rückschlag im Kampf um die ersten Plätze: RB Leipzig ist gegen den Sc Freiburg nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Zur Galerie
Rückschlag im Kampf um die ersten Plätze: RB Leipzig ist gegen den Sc Freiburg nicht über ein 1:1 hinausgekommen. ©

Es war kein Feuerwerk des Fußballs, dass sich vom Anpfiff weg entwickelte. Aber es war auch nicht die von manchen befürchtete total dröge Vorstellung. RB übernahm die Initiative erspielte sich auch zügig Chancen. Konrad Laimer und Christopher Nkunku verpassten die besten. Auch Timo Werner und Tyler Adams hätten treffen können. Insgesamt fehlte jedoch des Öfteren entweder der entscheidende Pass oder Freiburgs Keeper Alexander Schwolow bekam rechtzeitig die Hände an den Ball.

Freiburg brutal effektiv

Im Grunde hatte RB die Partie also im Griff, allerdings nur bis zur 34. Minute. Ecke Vincenzo Grifo, Nils Petersen lässt den Ball durch, Manuel Gulde kommt mit der Hacke noch ran - und plötzlich stand es 0:1. "Chapeau, Freiburg", konnte man da nur sagen. Denn die Streich-Elf nutzte ihre erste Gelegenheit und brachte in der Folge die Hausherren sichtlich ins Wanken.

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(1) Peter Gulacsi: Bekommt zwei Bälle aufs Tor und einen ins Tor. Kein Spiel für einen Torhüter. Note 3 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bekommt zwei Bälle aufs Tor und einen ins Tor. Kein Spiel für einen Torhüter. Note 3 ©

Das erinnerte dann doch sehr deutlich an das Hinspiel. Auch da präsentierten sich die Messestädter zunächst sicher, kassierten kurz vor der Pause das Gegentor und verloren schließlich bei gnadenlos effektiven Breisgauern 1:2. "Freiburg verteidigt sehr gut, steht sehr tief", kommentierte RB-Sportdirektor Markus Krösche zur Pause. "Wir müssen im letzten Drittel ruhiger sein, brauchen bessere Lösungen."

Leipzig macht Druck

Julian Nagelsmann versuchte es erst einmal personell, brachte Offensivmann Ademola Lookman für Mukiele, stellte hinten von Dreier- auf Viererkette um. "Wir erwarten #DieRotenBullen nach einer feurigen Kabinenansprache wieder zurück auf dem Platz", twitterte die RB-Kommunikationsabteilung kurz vor Wiederanpfiff. Und tatsächlich: Die Partie nahm Fahrt auf, der rot-weiße Druck nahm zu, sehenswerte Leipziger Chancen häuften sich. Klar wäre der Ausgleich längst verdient gewesen. Allein es blieb das Problem aus Halbzeit eins: die fehlende Effektivität.

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Kevin Kampl (RB Leipzig): Wir standen heute fünfmal vorm leeren Tor, hatten Chancen für zwei Spiele – wir müssen das Ding einfach reinmachen. Abgesehen von der Chancenverwertung haben wir aber ein gutes Spiel gemacht und gegen tief stehende Freiburger gut gearbeitet. Zur Galerie
Kevin Kampl (RB Leipzig): "Wir standen heute fünfmal vorm leeren Tor, hatten Chancen für zwei Spiele – wir müssen das Ding einfach reinmachen. Abgesehen von der Chancenverwertung haben wir aber ein gutes Spiel gemacht und gegen tief stehende Freiburger gut gearbeitet." ©

Ein Sinnbild dafür: Yussuf Poulsen. Der Däne, in dieser Saison selten gesetzt, ackerte und rackerte und mühte sich. Mal spielte er sich im Strafraum fest, mal verzog er den Schuss, mal kam der Pass zu spät. Poulsen haderte, schimpfte. Aber er machte weiter und wurde in der 77. Minute dann doch belohnt - 1:1. So ein Glück. Doch zu einem weiteren Tor und damit einem Dreier reichte es nicht mehr. Freiburg stand kompakt und hätte durch Robin Koch in der Nachspielzeit fast noch gewonnen. Doch sein Treffer nach einem Freistoß wurde nach Überprüfung durch den Videoassistenten wegen Abseits aberkannt.