27. Dezember 2021 / 17:31 Uhr

Vorrunde zum Vergessen: Harenberg will es in Abstiegsrunde besser machen

Vorrunde zum Vergessen: Harenberg will es in Abstiegsrunde besser machen

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für den TuS Harenberg lief die Saison bislang sehr enttäuschend.
Für den TuS Harenberg lief die Saison bislang sehr enttäuschend. © deisterpics/Stefan Zwing
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Der Blick auf die Abschlusstabelle trügt nicht: Nach 14 Spieltagen haben die Fußballer des TuS Harenberg in der Bezirksliga 7 magere sieben Punkte auf dem Konto, und auch das Torverhältnis ist mit 18:59 gelinde gesagt desaströs. „Am Ende ist der Saisonverlauf bislang sehr enttäuschend“, sagt Coach Pascal Biank.

„Dass es schwer wird, war uns im Sommer klar. Aber vor allem das, was wir nach dem 3:2-Sieg gegen Davenstedt am neunten Spieltag gezeigt haben, war erschreckend schlecht“, sagt Biank und schiebt noch nach: „Wir haben alles vermissen lassen, was zum Fußball gehört. Wir haben auf sämtlichen Ebenen völlig versagt.“ Wenn er den starken Auftritt gegen das Spitzenteam TuS Davenstedt als Maßstab nehme, sei das Folgende in keiner Weise zu akzeptieren.

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Biank attestiert seinem stark verjüngten Team grundsätzlich schon das Potenzial, um in der Liga zu bestehen. Das habe die Mannschaft unter der Woche bei den Trainingseinheiten durchaus erkennen lassen. „Aber man muss auch alles dafür tun, um im Bezirk spielen zu wollen. Dazu gehören vor allem die richtige Einstellung, die nötige Leidenschaft, volle Konzentration und eine angemessenen Spielvorbereitung.“

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"Wir habe uns entschieden, den personellen Umbruch und den weiteren Verjüngungsprozess schneller als geplant voranzutreiben."

Und genau darauf werde es im Frühjahr in der Abstiegsrunde ankommen. „Wichtig sind die Grundlagen, und genau darauf werden wir schon in der Vorbereitung extrem achten“, sagt der TuS-Coach. Es bedürfe zunächst einmal der richtigen Mentalität und einer Top-Fitness, um im Kampf um den Klassenerhalt bestehen zu können. Und dann habe die „Vorrunde“ auch bewiesen, dass die jungen Spieler auf sich allein gestellt noch überfordert seien. Zudem fehle es an Durchschlagskraft.


„Nach dem 1:3 gegen die Egestorfer Reserve am vierten Spieltag haben wir gewusst, dass nach oben nix geht, und einen Haken dahinter gemacht“, sagt Biank. „Wir habe uns entschieden, den personellen Umbruch und den weiteren Verjüngungsprozess schneller als geplant voranzutreiben.“ Trotz fehlender Punkte sei die Entwicklung bis zum Duell gegen die Konkurrenten aus Davenstedt relativ hoffnungsvoll gewesen. Doch die nur sieben Tage später folgende 0:2-Heimpleite gegen das bis dato sieg- und punktlose Schlusslicht FC Can Mozaik habe dem Team ganz offenkundig einen Knacks verpasst. „Danach haben wir in Egestorf und gegen Gehrden 17 Tore gefressen – das war echt peinlich.“

"Nur mit den jungen, unerfahrenen Spielern geht es dann halt doch nicht."

Beim 1:1 in Mühlenberg habe das Team zumindest in der zweiten Halbzeit angedeutet, das insgesamt mehr drin gewesen wäre. Unterm Strich müsse man sich aber eingestehen, dass dem Team ein Gerüst und damit der Halt gefehlt hätten. „Nur mit den jungen, unerfahrenen Spielern geht es dann halt doch nicht“, gibt Biank ehrlich zu. Was Konsequenzen haben wird: „Wir wollen weiter eine junge Mannschaft mit Perspektive entwickeln, werden das aber ab jetzt mit mehr Auge machen.“ Konkret bedeutet das, dass für die Abstiegsrunde mit Christoph Rischker und René Scheffel zwei Routiniers und Leistungsträger zu 100 Prozent eingeplant sind. „Auch Marek Gilke und Riad Fazlija, die verletzt oder krank oft gefehlt haben, sind wieder voll dabei.“

Dazu gibt es mit dem 33-jährigen Tolgahan Davran (zuvor TuS Davenstedt) und dem 23 Jahre alten Maik-Carsten Geisler (kommt vom TSV Barsinghausen) zwei hochkarätige Verstärkungen für die offensiven Außenbahnen. „Die beiden verfügen über Ober- beziehungsweise Landesliga-Erfahrung und werden uns auf Anhieb enorm weiterhelfen“, freut sich der TuS-Coach, der jüngst am Außenmeniskus operiert wurde und mit seiner Klasse und Regionalliga-Vergangenheit selbst möglicherweise im Abstiegskampf noch einmal auf dem Platz aktiv eingreifen könnte.

"In Harenberg reißt uns keiner den Kopf ab, wenn es nicht reicht, wir aber alles gegeben haben."

„Uns erwartet eine knallharte Abstiegsrunde, in der man sich kaum etwas erlauben darf“, sagt der Harenberger Spielertrainer. Aktuell hätten die Spieler via Lauf-App zwei Einheiten pro Woche zu absolvieren. „Da werden Strecke und Tempo vorgeben und auch kontrolliert.“ Wahrscheinlich ab Anfang Februar, wenn Corona es zulässt, beginne dann die Wintervorbereitung, in der dreimal die Woche Training ansteht und es vier Testspiele geben soll. „Und die Einstellung, die die Jungs im Training zeigen, müssen sie dann auch konstant in den Spielen erkennen lassen.“

Die Staffel-Einteilung für die Abstiegsrunde findet Biank „absolut in Ordnung. Natürlich sind ein paar weite Fahrten dabei. Aber wir freuen uns darauf. Es sind coole Teams und eine coole Liga.“ Im Grunde schaue er aber ohnehin weniger auf die Gegner als auf seine Mannschaft. „Wir gehen nach dieser desolaten Vorrunde sowieso als kompletter Underdog in diese neun Endspiele. Und wir wollen uns und allen anderen beweisen, dass wir so schlecht nicht sind.“ Druck gebe es nur den, den sich Spieler und Trainer selbst machten. „In Harenberg reißt uns keiner den Kopf ab, wenn es nicht reicht, wir aber alles gegeben haben. Dann würden wir eben neu angreifen.“ Noch lebt die Hoffnung auf ein weiteres Jahr in der Bezirksliga – trotz dieser furchtbaren ersten 14 Saisonspiele.