20. Dezember 2020 / 10:32 Uhr

Vorschläge zwecklos: Kein eigener Name für neue Turnhalle in Leipzig-Engelsdorf

Vorschläge zwecklos: Kein eigener Name für neue Turnhalle in Leipzig-Engelsdorf

Kerstin Förster
Leipziger Volkszeitung
Im Spätsommer 2021 soll die neue Sporthalle in Leipzig-Engelsdorf fertig sein. Einen eigenen Namen wird sie allerdings nicht tragen.
Im Spätsommer 2021 soll die neue Sporthalle in Leipzig-Engelsdorf fertig sein. Einen eigenen Namen wird sie allerdings nicht tragen. © Kerstin Förster
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Ute-Starke-Turnhalle oder Jens-Lehmann-Sporthalle? Weder noch. Die noch im Bau befindliche Sporthalle der Grundschule Engelsdorf bekommt  keinen eigenen Namen.

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Leipzig. Für den Engelsdorfer Manfred Hohler ist der Blick aus seinem Küchenfenster ein erbaulicher. Denn der 80-Jährige sieht mit Freude, wie die neue Zweifeldsporthalle der Grundschule Engelsdorf in der Edisonstraße wächst. „Ich bin dort oft hinspaziert und schaue mir die Baufortschritte an“, erzählt der Senior. Die Bildungseinrichtung gleich um die Ecke trägt den Namen des Astronomen Christoph Arnold (1650-1695). Eine Sternstunde soll im Spätsommer 2021 zur geplanten Hallen-Eröffnung folgen.

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„Sie fiel schon sehr auf“

Bürger Hohler fand, dass ein Name der Sache würdig sei. Dazu angeregt wurde er durch den SPORTBUZZER-Artikel „Eine Sporthalle für Rosel“. Die Geehrte in ihrer Heimatstadt Geringswalde: Roselore Sonntag, eine Leipziger Weltklasse-Turnerin und Trainerin. „Es hat mich sehr gefreut und stolz gemacht, dass die Bürger so entschieden haben“, sagte Roselore Sonntag (86), die zur offiziellen Einweihung der Halle am 11. September, eine kleine Rede hielt.

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Zurück nach Engelsdorf. Manfred Hohler wusste um die einstige Spitzenturnriege der BSG „Lok Ost“ im Trainingsdomizil Riesaer Straße mit Roselore Sonntag, Erika Zuchold (die Weltmeisterin verstarb 2015 in Paraguay/im Leipziger Ortsteil Sommerfeld gibt es den Zucholdweg) und Ute Starke (81/Pferdsprung-Europameisterin sowie mehrfache Olympiastarterin). Letztere hatte Lok-Schlosser Hohler während seiner Lehre im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Mitte der 50er-Jahre kennengelernt.

„Da läuft man sich schon mal über den Weg. Nach Feierabend haben die Mädchen in einer Turngruppe geübt. Später dann in der Berufsschule beim Sportunterricht sah ich Ute Starke am Schwebebalken. Sie fiel schon sehr auf“, erinnert sich der allgemein sportinteressierte Hohler an jene Zeit. Zeit wäre es also, den Namensvorschlag in die Öffentlichkeit zu bringen. Geschehen und nachzulesen im aktuellen Gemeindeboten.


Namensgebung fest geregelt

Es dauerte nicht lange und eine zweite Empfehlung ging ins Rennen. Der Vorstand des SV Lok Engelsdorf schlägt Doppel-Bahnrad-Olympiasieger Jens Lehmann (53) vor. In der Begründung von Vereinspräsident Lutz Lehmann (67) hieß es unter anderem: „Jens ist Engelsdorfer und hat 1984 im RAW die Lehre als Schlosser erfolgreich beendet. Seit 2004 ist er im Stadtrat und seit 2017 im Bundestag.“ Das Lok-Ehrenmitglied habe sich stets für Belange des Stadtteils im Leipziger Osten stark gemacht, wie für den Hallenneubau oder den Kunstrasenplatz in der Hans-Weigel-Straße, der noch vor Weihnachten fertig wird.

Turnerin oder Radsportler? Weder noch. Denn wie das Amt für Jugend, Familie und Bildung auf SPORTBUZZER-Anfrage mitteilte, „erhalten Sporthallen, die zu einer Schule gehören, keinen eigenen Namen. Sie gehören zum Gebäude-Ensemble der Schule, die immer einen Namen bzw. eine Nummer hat. Im Bereich der Schulnamen ist es so, dass Schulen nur nach bereits verstorbenen Personen benannt werden können. Dies ist in der durch den Stadtrat beschlossenen Richtlinie zur Schulnamensgebung geregelt."

Dann sei es so, sagt Manfred Hohler und wird weiter aus seinem Küchenfenster schauen – hoffend, dass möglichst bald sportliches Leben in die neue Engelsdorfer Halle einzieht.