11. Januar 2021 / 15:25 Uhr

Vorsichtiger Optimismus: Sportfamilie in Ostprignitz-Ruppin sehnt sich nach Normalität

Vorsichtiger Optimismus: Sportfamilie in Ostprignitz-Ruppin sehnt sich nach Normalität

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Ob im Motorsport, beim Triathlon, Volleyball oder Fußball - es ist noch unklar, wann es im Amateursport weitergeht.
Ob im Motorsport, beim Triathlon, Volleyball oder Fußball - es ist noch unklar, wann es im Amateursport weitergeht. © Marius Böttcher
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Die Emotionen, die der Sport entfachen kann, fehlen den Athleten im Ruppiner Land – Vorfreude auf Rückkehr in den Trainings- und Wettkampfbetrieb als Strohhalm.

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Am 8. Januar 2020 wurden die ersten Schleifen beim 20. CSI in Neustadt (Dosse) verteilt. Die Veranstalter begrüßten bei der fünftägigen Jubiläumsveranstaltung des internationalen Springturniers etwa 10 000 Besucher in der Graf-von-Lindenau-Halle auf dem Haupt- und Landgestüt. Gegenwärtig, nur ein Jahr später, ist ein Event solcher Größenordnung undenkbar. Noch mehr sogar: Gänzlich still ruhen die Sportanlagen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin – seien es Schwimmhallen, die Fußball- und Faustballfelder, die Indoor-Sporthallen oder die Vereinsheime. Die Corona-Pandemie hat die hiesige Sportfamilie mit den über 13 500 Mitgliedern fest im Würgegriff.

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Im vergangenen Jahr hangelte man sich von Monat zu Monat, trotzte den Abbrüchen im Ligabetrieb, hielt sich mit Laufchallenges und virtuellen Teambuilding-Maßnahmen bei Laune und sagte sich voller Optimismus, dass 2021 ein besseres Jahr wird. Doch wird es das, wenn trotz Einführung eines Impfstoffes Infektionszahlen in die Höhe schnellen? „Ich wünsche uns allen ab April ein normales Sportjahr, alles andere ist unrealistisch“, sagt Markus Fetter. Der Vorsitzende des Kreissportbundes weiß aber auch, worauf es in den nächsten Wochen und Monaten ankommen wird: „Neben der Gesundheit sind Durchhaltevermögen und Zusammenhalt gefragt. Vielleicht ist man in der Krise auch noch enger zusammengerückt und sieht vieles nicht mehr so verbissen.“

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Tatsächlich würden sich die meisten nach dem letzten Dreivierteljahr – einer schier endlos wirkenden Zwangspause – bereits mit kleinen Dingen zufrieden geben. Es müsste nicht das große Pokalfinale sein, nicht das Riesenevent um Medaillen. Zum einfachen Trainingsbetrieb zurückkehren und ein- bis zweimal in der Woche seiner Leidenschaft zu fröhnen – allein das wäre für viele Aktive eine Art Erlösung. „Für uns geht es jetzt in erster Linie darum, alle Vereinsmitglieder im Verein zu behalten und den Spielbetrieb in den Mannschaften aufrecht zu erhalten“, betont Gerd Jastrow, der den Vorsitz beim Volleyballclub Fortuna Kyritz inne hat. Vor allem für die Nachwuchssportler, welche zum Nichtstun verdonnert sind, sei die Situation extrem schwierig.

Auch wenn Licht am Ende des Tunnels nach aktuellem Stand lediglich zu erahnen ist, so greifen die Verantwortlichen und die Sportler aus Ostprignitz-Ruppin nach den wenigen Strohhalmen, durch die Vorfreude entwickelt werden kann. Beim VC Fortuna aus der Knatterstadt ist es beispielsweise das traditionelle Euroturnier, welches am 18. Dezember 2021 seine 30. Ausgabe feiern soll. „Dies dürfte bei uns den Jahreshöhepunkt darstellen“, ist sich Gerd Jastrow sicher. Neben den Ball-, Motor- und Wassersportarten erfreut sich auch das Laufen großer Beliebtheit. Unzählige Volksläufe fielen im vergangenen Kalenderjahr der Corona-Pandemie zum Opfer, einzig der Hubertuslauf Ende Oktober wurde unter strengen Hygieneregeln durchgeführt.

"Grand mit Vieren" vom KSB terminiert

In der Regel eröffnet der Burgwall-Lauf der LG Neuruppin im März die Laufsaison in der Region, die KSB-Wettkampfreihe „Grand mit Vieren“ lockt ebenso etliche Athleten ins Ruppiner Land. Am 27. März soll der Neuruppiner Stadtparklauf den Startschuss geben, der Ruppiner Duathlon in Kagar folgt am 17. April. Der Neuruppiner Triathlon am 13. Juni und der Hubertuslauf (24. Oktober) schließen die vier Wettbewerbe ab – sofern es die Pandemie zulässt. „Unsere eigenen Veranstaltungen wie die Talentiade und die Kita-Olympiade haben wir fest eingeplant, warten aber teilweise noch auf die Zusage der Kommunen für die Hallennutzung. Unsere Kreis-, Kinder- und Jugendsportspiele in mehr als 20 Sportarten haben wir etwas nach hinten geschoben, da die Ungewissheit bei den Vereinen groß ist“, erklärt Hannes Holtmann, der beim KSB im Bereich Koordination Integration und Sport- und Spieleinsätze tätig ist.