02. Mai 2022 / 17:10 Uhr

Vorsprung des Radefelder SV schmilzt nach Remis im Topspiel gegen Rotation

Vorsprung des Radefelder SV schmilzt nach Remis im Topspiel gegen Rotation

Johannes David
Leipziger Volkszeitung
Hand in Hand: Radefelds Justin Salomo (l.) und Rotation-Kicker Markus Jahn kommen sich beim Kampf um den Ball sehr nah.
Hand in Hand: Radefelds Justin Salomo (l.) und Rotation-Kicker Markus Jahn kommen sich beim Kampf um den Ball sehr nah. © Alexander Prautzsch
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Nach dem 2:2 freut sich der Dritte – Lipsia Eutritzsch verkürzt Rückstand. Der ESV Delitzsch taumelt dem Abstieg entgegen und der FSV Krostitz blamiert sich beim Schusslicht.

Nordsachsen. In der Fußball-Landesklasse haben die nordsächsischen Mannschaften ein wenig erbauliches Wochenende erlebt. Primus Radefeld holte im Topspiel zwar ein Remis, dennoch schmolz der Vorsprung an der Spitze. Ein Debakel beim Schlusslicht erlebte der FSV Krostitz, während der ESV Delitzsch nach der vierten Niederlage am Stück dem Abstieg entgegen taumelt.

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Radefelder SVRotation Leipzig 2:2 (1:1). Radefelds Vizepräsident Jürgen Weber war nach der Partie hin- und hergerissen. „Was wir wieder für Chancen haben liegen lassen, geht auf keine Kuhhaut. Doch letztendlich müssen wir zufrieden sein, weil Rotation in der zweiten Halbzeit auch ein paar gute Dinger hatte.“ Nutznießer des Spitzen-Remis’ war Eutritzsch, das dank des klaren Erfolgs bei Tapfer Leipzig auf Rang zwei vorrückte, mit acht Punkten Rückstand auf den RSV.

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Punkteteilung: Der Radefelder SV lässt gegen die SG Rotation Leipzig Federn und muss sich mit einem 2:2 begnügen. Zur Galerie
Punkteteilung: Der Radefelder SV lässt gegen die SG Rotation Leipzig Federn und muss sich mit einem 2:2 begnügen. ©

Die Randschkeuditzer sorgten für knapp 140 Zuschauern Mitte des ersten Durchgangs für kollektives Stirnklatschen, als sie binnen zwölf Minuten vier beste Möglichkeiten ausließen. Patrick Böhme, Steven Hache, Markus Richter (Innenpfosten) und Raul Kästner schafften es nicht, den Ball über die Linie zu bringen. Das übernahm letztlich Justin Salomo, der per Kopf die Führung erzielte (40.). Nur hatte die kaum 120 Sekunden Bestand. Als die Radefelder Defensive auf Abseits spekulierte, markierte Ronny Jähn postwendend den Ausgleich (42.).

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Der zweite Durchgang einer spielerisch durchaus ansprechenden Partie begann turbulent. Zunächst tauchte Hache allein vor Rotation Keeper Tim Kubald auf und schoss ihn aus sechs Metern an. Auf der Gegenseite wurde nun auch Leipzig offensiv aktiver und ließ eine Großchance liegen (53.). Doch im Gegenzug landete ein langer Ball beim schnellen Hache, der schüttelte sämtliche Gegenspieler ab und behielt diesmal auch im Abschluss die Ruhe (2:1, 55.).

Doch die Gäste waren nicht aus dem Konzept zu bringen – und egalisierten nach dem wohl schönsten Spielzug der Partie, an dessen Ende Markus Jahn den Ball per Außenrist in den Winkel zirkelte (67.). Es ging weiter munter auf und ab. Hache verpasste einen Eingabe von Yannick Eschholz um Haaresbreite. Auf der anderen Seite unterschätze Tim Schwarz einen langen Ball, griff zur Notbremse und flog mit Rot vom Platz (85.). Am Ergebnis änderte der Platzverweis freilich nichts mehr.

Radefelder SV: Friedrich; Kaiser, Schwarz, Hache, Eschholz, Salomo (71. Hirsch), Böhme, Lüers (66. Farkas), Choschnau, Kästner, Richter.

Eintracht SermuthFSV Krostitz 6:2 (1:1). Beim bisherigen Schlusslicht leistete der FSV nach der Pause einen Offenbarungseid und brachte damit natürlich auch Coach Mike Geppert zur Weißglut. „Unterirdisch“, nannte der Coach den Auftritt nach der Pause. „So etwas darf einfach nicht passieren.“

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Doch es passierte. Im ersten Durchgang deutete bis auf das Gegentor (Stefan Pannike, 23.) wenig darauf hin. Denn im Gegenzug glich Sascha Quasdorf aus. Der FSV war überlegen, kam zu diversen guten Chancen, traf aber kein zweites Mal. „In der Kabine dachten dann wohl einige, es ist in der zweiten Halbzeit nur eine Frage der Zeit und waren sich ihrer Sache zu sicher“, sagte Geppert.  Stattdessen stand es plötzlich 4:1, dank eines Doppelpacks von Marvin Gräf (52., 67.) und einer Bude von Kevin Adam (61.). Der Rest war Schaulaufen und Ergebniskosmetik. Zunächst erzielte Andreas Luck das 4:2 (84.), dann schlug Adam zwei weitere Male zu (90., 90.+6, Elfmeter) und beendete damit einen grausigen Krostitzer Fußballnachmittag.

FSV Krostitz: Görmann; Dietrich, Huxdorff (56. Marzog), Luck, Quasdorf, Dennhardt (56. Narr), Theinert, Gruber (56. Walther), Persdorf, Lehmann, Morgenstern.

ESV DelitzschSG LVB 2:3 (0:2). Der ESV Delitzsch kann einfach nicht mehr gewinnen und hat im so wichtigen Duell mit der SG LVB die vierte Niederlage am Stück kassiert. Damit rutschte das Team von Rico Winkler auf den 14. Tabellenplatz ab.

Das Unheil gegen die Leipziger nahm Mitte des ersten Durchgangs seinen Lauf, als Benjamin Bunge das 0:1 markierte (23.). Kurz vor der Pause legte Friedemann Poser das 0:2 oben drauf (42.). In die zweite Halbzeit gingen die Hausherren mit neuem Schwung – und glichen mit einem Doppelschlag aus. Danny Hauschild (52.) und Florian Stelzer (58.) sorgten für das 2:2. Doch, ach, das letzte Wort sprachen die Gäste: Bruno Pölkner gelang das Tor zum Auswärtssieg (84.). Kommenden Sonnabend geht es für die Eisenbahner zum Tabellenzweiten Lipsia Eutritzsch. Es gibt leichtere Aufgaben...

ESV Delitzsch: L. Schulze; Bachmann, Böhland, Seebach (28. Küster), Stelzer (72. Kottenhahn), Rast, Hauschild, Gebhardt, Breitkopf, Motscha, S. Dorn.