19. Februar 2021 / 16:12 Uhr

Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe: Freiwasser-Bundestrainer tritt von seinem Amt zurück

Nach Vorwürfen wegen sexueller Übergriffe: Freiwasser-Bundestrainer tritt von seinem Amt zurück

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Deutsche Schwimm-Verband hat einen Bundestrainer beurlaubt.
Der Deutsche Schwimm-Verband hat einen Bundestrainer beurlaubt. © IMAGO/Matthias Koch (Symbolfoto)
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Nachdem der Deutsche Schwimm-Verband Stefan Lurz beurlaubt hatte, reichte der Freiwasser-Bundestrainer am Freitagnachmittag seinen sofortigen Rücktritt von seinem Amt ein. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe über sexuelle Übergriffe berichtet, in die Lurz verwickelt sein soll. 

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Skandal beim Deutschen Schwimm-Verband? Der DSV hatte Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz beurlaubt, der hat gegenüber dem DSV-Vorstand am Freitagnachmittag seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Der Auslöser des Ganzen ist ein Bericht des Spiegel (Samstagausgabe), der in seinem Text über sexuelle Übergriffe des Bundestrainers auf seine Athletinnen berichtet. Das Nachrichtenmagazin schreibt unter anderem von Berührungen sowie das Versenden von Nacktfotos.

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Der DSV reagierte am Freitag umgehend auf den Spiegel-Bericht und stellt klar, dass "jegliche Form von Missbrauch und Gewalt, gleich, ob körperlicher, seelischer oder sexueller Art" verurteilt wird. "Jeder Fall von sexualisierter Gewalt ist ein Fall zu viel. Der DSV reagiert unmittelbar und vollumfassend auf Verdachtsfälle", heißt es in der Meldung weiter.

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Was war daraufhin passiert? "Der/die Verdächtige wurde gemäß unserer Handlungsrichtlinien bei Verdachtsfällen mit sofortiger Wirkung beurlaubt, ohne hiermit eine Vorverurteilung durchzuführen", heißt es in der DSV-Meldung. Desweiteren wurde Kontakt zu einem mutmaßlichen Opfer hergestellt, ein Bild über die Vorgänge soll sich verschafft werden, weitere Informationen wurden an die Staatsanwaltschaft übergeben. "Wir unterstützen die vollumfängliche Aufklärung möglicher Fälle im Bereich sexualisierter Gewalt", heißt es weiter vom Schwimmverband. "Das Thema Aufarbeitung ist in diesem Bereich von großer Bedeutung, denn Schweigen schützt die Falschen. Der DSV hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Kultur des Hinsehens zu schaffen."

Lurz streitet die Vorwürfe ab. Er erklärte dem Spiegel auf Nachfrage: "Seit – gefühlt – über zehn Jahren sehe ich mich immer wieder denselben Vorwürfen ausgesetzt. Ich bestreite die Vorwürfe weiterhin. Zu meinen privaten Kontakten werde ich keine Auskünfte erteilen." Der Main-Post sagte er, er sei selbst von seinem Amt zurückgetreten, "um weiteren Imageschaden vom Deutschen Schwimm-Verband abzuwenden". Eine Stellungnahme der vom DSV informierten Staatsanwaltschaft gab es zunächst nicht.