22. November 2020 / 19:07 Uhr

Vorzeitige Winterpause keine Überraschung mehr für Oberhavels Fußballer

Vorzeitige Winterpause keine Überraschung mehr für Oberhavels Fußballer

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Marc Flohr, TuS Sachsenhausen
Marc Flohr, Sportlicher Leiter beim TuS Sachsenhausen, glaubte schon längst nicht mehr an eine Saisonfortsetzung vor Weihnachten. © Robert Roeske
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Fußballkreis Oberhavel/Barnim: Spieler, Trainer und Funktionäre haben Entscheidung des Landesverbandes schon erwartet. Viele offene Fragen gibt es zum Thema Fortsetzung im Frühjahr.

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Als Marc Flohr, Sportlicher Leiter beim Fußball-Brandenburgligisten TuS Sachsenhausen, kurz vor dem erneuten Lockdown für den Amateursport Ende Oktober noch einmal zur Mannschaft sprach, hatte er sie schon darauf eingestellt, dass es wohl das letzte Mal für dieses Jahr sei, dass man sich sehen würde. „Auch wenn ich etwas anderes gehofft hatte, habe ich nicht mehr damit gerechnet, dass wir in diesem Jahr noch einmal spielen“, sagt Flohr nach dem Beschluss des Landesverbandes (FLB), die Fußballsaison mindestens bis zum 31. Dezember auszusetzen (MAZ berichtete). „Als der Lockdown kam, war uns das allen klar.“

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Wie es weitergeht, vermag er nicht zu sagen. Er weiß aber: „Wenn der Verband die komplette Saison durchziehen will, geraten wir unter Termindruck.“ Dann dürfe nichts mehr passieren. Entspannter wäre es, nur die Hinrunde zu Ende zu spielen. „Auch wenn das nicht meine favorisierte Lösung ist“, sagt Flohr. Bis dahin haben die TuS-Akteure „Hausaufgaben“ mitbekommen, um sich möglichst fit zu halten.

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Das ist auch bei Liga-Konkurrent SV Zehdenick so. „Da ist jeder für sich selbst verantwortlich“, sagt Manager Ronny Erdmann über das „Homeoffice“ der SVZ-Kicker, die sich immerhin mit ihrem ersten Sieg in die Zwangspause verabschiedeten. „Jetzt sind wir immerhin schon einige Wochen in der Brandenburgliga ungeschlagen“, sagt Erdmann lachend. Er habe vom ersten Tag an nicht mehr damit gerechnet, dass der Spielbetrieb 2020 noch einmal freigegeben wird. „Ich konnte mir nichts anderes vorstellen und denke auch nicht, dass es vor März weitergeht.“

Malanowski: "Englische Wochen albern"

Das sieht auch Jerome Malanowski vom Oranienburger FC Eintracht so. „Es braucht mir doch keiner erzählen, dass es im Januar oder Februar normal weitergeht“, sagt der OFC-Kapitän, der die Entscheidung zumindest unter dem Aspekt der Planungssicherheit vertretbar findet, aber auch sagt: „Es ist ja diskutabel, ob es etwas bringt, den Sport so komplett runterzufahren.“ Malanowski und Co. halten sich derzeit zumindest individuell fit. „Dick wird hier keiner“, bemerkt der 33-Jährige. Und wie geht’s nun weiter? „Schwer vorstellbar, dass die Saison regulär zu Ende gespielt wird“, sagt der Oranienburger. „Mit Englischen Wochen brauchen wir nicht anfangen, das ist auf unserem Level, wo jeder noch arbeiten geht, doch albern“, fügt Malanowski an. Nur die Hinserie zu beenden und entsprechend zu werten, sei in seinen Augen eine Option.

„Ich denke auch, dass es Anfang nächsten Jahres bestimmt noch nicht losgehen kann“, sagt Kreisoberliga-Torjäger Thomas Guggenberger von Blau-Weiß Leegebruch. „Jetzt ist die Pause wieder extrem lang und man muss sich mehr oder weniger ohne Fußball fit halten“, so der 31-Jährige. Er nimmt’s trotzdem gelassen: „Für mich persönlich hat es etwas Gutes – ich hatte mich vor der Zwangspause verletzt und hätte so zwei oder drei Spiele verpasst.“