24. März 2019 / 19:29 Uhr

VSK Osterholz-Scharmbeck gewinnt, überzeugt aber nicht

VSK Osterholz-Scharmbeck gewinnt, überzeugt aber nicht

Karsten Hollmann
Weser-Kurier
Lokman Abdi traf gegen den SV Lilienthal-Falkenberg zum zwischenzeitlichen 1:1.
Lokman Abdi traf gegen den SV Lilienthal-Falkenberg zum zwischenzeitlichen 1:1. © Tobias Dohr
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Bezirksligist setzt sich mit 2:1 gegen den SV Lilienthal-Falkenberg durch

Nach 72 Minuten wehrte der Torwart des SV Lilienthal-Falkenberg, Malte Börtzow, einen von Eugen Zilke verlängerten Freistoß von Felix Gartelmann ein wenig unkonventionell mit dem Knie ab. Tobias Stöhr nutzte den Abpraller per Kopf zum 2:1-Siegtreffer für den VSK Osterholz-Scharmbeck im Kreisderby der Fußball-Bezirksliga 3. Für Lilienthals Trainer Manuel Weinrich war das städtische Stadion schon ein bisschen zu vertraut. Die VSK-„Legende“ bog auf dem Rasen falsch ab. „Ich wollte mich erst auf die VSK-Bank setzen“, berichtete Weinrich. Er sah in der ersten Halbzeit einen überlegenen Ex-Verein, der allerdings in spielerischer Hinsicht kaum zu überzeugen vermochte. Dennoch wären die Hausherren beinahe bereits nach 120 Sekunden mit 1:0 in Führung gegangen. Felix Gartelmann köpfte den Ball jedoch freistehend knapp vorbei.

Nach 24 Minuten klärte Lilienthals Arne Schlüter eine Linksflanke von Felix Gartelmann artistisch auf der Linie. Den Nachschuss beförderte Steffen Gardianczik drüber. Acht Minuten hiernach spritzte Eugen Zilke in einen Freistoß von Lokman Abdi. Doch der Ball wollte wieder nicht über die Linie. Ansonsten war die erste Halbzeit nicht gerade ein Leckerbissen. Die Gäste standen zwar hinten recht kompakt, brachten aber nach vorne rein gar nichts zustande. Bezeichnend war ein Freistoß von Tom Meierdierks, bei dem er den Ball in Rücklage in den Himmel jagte. „Der VSK war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wir hätten uns daher über einen Rückstand zur Pause nicht beschweren dürfen“, räumte Manuel Weinrich ein.

Ausrufezeichen von Nils Koehle

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Die Lilienthaler kamen aber mit mehr Mumm aus der Kabine zurück. „Wir wollten früher stören. Das hat auch gut geklappt“, sagte „ManU“ Weinrich. Nils Koehle setzte mit einem Schuss, der knapp am rechten Pfosten vorbeiging, ein erstes Ausrufezeichen (51.). Die Gastgeber waren in der ersten Viertelstunde nach der Pause viel zu passiv. Felix Gartelmann kam dennoch einmal zum Abschluss, visierte dabei jedoch die Eckfahne an (57.). Luca Stel tat es Gartelmann im Gegenzug gleich. Der nächste SV-Schuss saß dann aber. Fabian Lübsin wischte die Kugel nach einem Eckball von Nils Koehle per Kopf in Richtung zweiten Pfosten weiter. Der auf der Linie postierte VSK-Verteidiger Fabian Thiel vermochte nicht zu retten und musste mit ansehen, wie Peer Wehking aus kurzer Distanz zum 1:0 für den Außenseiter abstaubte (60.).

Wer nun einen Sturmlauf der Platzherren erwartete, sah sich schnell getäuscht. Der Ausgleich fiel aber dennoch aus dem Nichts. Mindestens 50 Prozent am 1:1 gehörten Ali Dag. Der Rechtsverteidiger setzte zu einem unwiderstehlichen Tempolauf an und sah dann auch noch seinen mitgelaufenen Kumpel, Lokman Abdi. Dieser hatte keine Mühe, zum Einstand zu vollstrecken (66.). „Das Tor war klasse herausgespielt“, schnalzte VSK-Coach Oliver Schilling mit der Zunge. Sein Gegenüber Manuel Weinrich ärgerte sich über seine viel zu weit aufgerückte Elf: „Wir führen mit 1:0 beim Sechsten und lassen uns dann auskontern.“ Sechs Zeigerumdrehungen hiernach drehte der Favorit den Spieß mit der Kopfball-Bogenlampe von Tobias Stöhr endgültig um. „Der VSK machte seine Tore ausgerechnet in einer Phase, in der unser Gegner nicht richtig im Spiel war“, wunderte sich Manuel Weinrich.

Mit dem Treffer zum 2:1 war der Widerstand der Blau-Gelben gebrochen. „In der Schlussphase hätten wir auch noch mit 4:1 oder 5:1 gewinnen können“, urteilte Oliver Schilling. Das wäre dann aber doch ein wenig des Guten zu viel gewesen. Für einen kurzen Moment sah es so aus, als ob Lilienthals Marvin Hüsing einen Schuss von Joker Kevin Zilke bei dessen erster Ballberührung auf die lange Ecke ins eigene Tor verlängern würde. Aber Hüsing bekam das Spielgerät doch noch unter Kontrolle (77.). Kurz darauf patzte Malte Börtzow bei einem Freistoß von Lokman Abdi. Doch Kevin Zilke nutzte den Fehler nicht.