23. Februar 2021 / 23:00 Uhr

Wahnsinn! 3:2 in Berlin, die Serie der Grizzlys Wolfsburg geht weiter

Wahnsinn! 3:2 in Berlin, die Serie der Grizzlys Wolfsburg geht weiter

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
copy of (L-R) Ryan Button, Mathis Olimb, Pekka Jormakka und Anthony Rech von den Grizzlys Wolfsburg feiern das Tor zum 1:1 wŠhrend des Spiels zwischen den EisbŠren Berlin gegen den Grizzlys Wolfsburg am 23.02.2021 in Berlin, Deutschland. (Foto von Marco Leipold/City-Press GmbH)
Sensationell: Ryan Button, Mathis Olimb, Pekka Jormakka, Toto Rech und die Grizzlys Wolfsburg feierten auch in Berlin, gewannen mit 3:2 nach Penaltys - der siebte Erfolg in Serie. © Grizzlys Wolfsburg/City-PressGmbH
Anzeige

Ganz stark! Die Grizzlys Wolfsburg bleiben das Team der Stunde im Eishockey-Oberhaus. Sie landeten den siebten Sieg in Folge mit 3:2 nach Penaltys bei Spitzenreiter Eisbären Berlin. Sebastian Furchner hatte die Nerven aus Stahl.

Anzeige

Eine Serie musste enden in diesem Eishockey-Erstligaspiel: Die Eisbären Berlin hatten acht glatte Siege aus acht Heimspielen im Rücken, Wolfsburg sechs Siege in Folge. Die Wolfsburger Serie hielt, die Grizzlys gewannen 3:2 (1:1, 0:0, 1:1) nach Penaltys. Es war eine taktische und kämpferische Top-Leistung der in der Defensive längst nicht optimal besetzten Gäste beim unangefochtenen Spitzenreiter der Nordgruppe. Toto Rech und Max Görtz waren die Torschützen für das Team von Trainer Pat Cortina in regulärer Zeit. Im Kasten stand ein bärenstarker Chet Pickard, im Penaltyschießen band Sebastian Furchner den Sack zu, nachdem schon Pekka Jormakka getroffen hatte, während für Berlin nur Matt White erfolgreich war.

Anzeige

Personal

Bei den Grizzlys durfte Pickard mal wieder zwischen die Pfosten. Er hatte seine letzte Partie zum Auftakt der Grizzlys-Siegesserie beim Heim-6:4 gegen Berlin gemacht. Es fehlten Fabio Pfohl (Oberkörper-Beschwerden) sowie die Verteidiger Dominik Bittner (Bauchmuskelverletzung) und Armin Wurm (Corona), die im Aufbautraining, aber noch nicht spielbereit sind. Jan Nijenhuis (zuletzt krank) war wieder dabei, Coach Pat Cortina mischte die Reihen ein wenig, Phil Hungerecker rückte zu Spencer Machacek und Garrett Festerling. Jordan Boucher wiederum übernahm den Platz von Hungerecker neben Gerrit Fauser, der zuletzt Flügel neben Fabio Pfohl und Boucher war. Nijenhuis war der dritte Spieler in dieser neu formierten Reihe. Valentin Busch, der gegen Iserlohn sein Comeback nach Corona-Erkrankung gegeben hatte, war 13. Stürmer.

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Eisbären Berlin gegen Grizzlys Wolfsburg am 23. Februar 2021

Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Eisbären Berlin gegen Grizzlys Wolfsburg am 23. Februar 2021 Zur Galerie
Szenen vom DEL-Spiel zwischen den Eisbären Berlin gegen Grizzlys Wolfsburg am 23. Februar 2021 © Grizzlys Wolfsburg/City-Press-GmbH

Berlin spielte in starker Besetzung, machte gleich Druck, dennoch hatte Nijenhuis die erste Chance, sein Schuss wurde gerade noch geblockt. Dann traf Giovanni Fiore für die Gastgeber nur den Pfosten. Berlin verdiente sich das 1:0, erzielte es aber glücklich. Ein Schuss war links am Kasten vorbei geflogen, kam auf der rechten Seite genau im richtigen Winkel zurück - auf Matt Whites Schläger - 1:0. Doch Wolfsburg blieb unbeeindruckt und schlug durch die Schrecken der Eisbären zu - im Powerplay und ähnlich glücklich: Ein Schuss von Toto Rech blieb erst hängen, landete dann offenbar abgefälscht von einem Berliner im Netz. Die im Powerplay lange harmlosen Grizzlys hatten diese Schwäche beim 6:4 gegen Berlin abgelegt, Jormakka, der beim 1:1 auch schon vor dem Kasten lauerte, und Rech hatten da je drei Punkte gebucht und für zwei von insgesamt vier Powerplay-Toren gesorgt. Die Grizzlys hatten nun eine gute Phase, dann drehte Berlin noch einmal auf, Pickard klärte unter anderem gegen Lukas Reichel stark.

Zweites Drittel

Berlin erhöhte den Druck, spielte teilweise Powerplay. Das Team von Trainer Serge Aubin hatte acht Siege in acht Heimspielen eingefahren, dabei in den letzten fünf Partien 26:6 Tore erzielt. Die bekamen die Gäste zu spüren. Aber: Sie ließen sich vom angriffsstärksten Team des Nordens nicht aushebeln. Wolfsburg unterstrich seinerseits, warum man zuletzt wenig Gegentore und viele Siege kassiert hatte. Man hielt die Gastgeber meist in ungefährlichen Räumen, setzte Nadelstiche. Jeff Likens (24.) hätte nach Jordan Bouchers Pass treffen können, verzog. Später hätte Jormakka beim Alleingang das 2:1 erzielen können, verzettelte sich aber. Zwischendurch aber spielten hauptsächlich die Eisbären, unter anderem fand Mark Zengerle in Pickard seinen Meister, Zach Boychuk traf frei vor Wolfsburgs Keeper die Scheibe nicht. Bis zum Beginn der 40. Minute war das 1:1 aus Wolfsburger Sicht glücklich, doch dann hatten Max Görtz und Matti Järvinen noch die Riesen-Konterchance und verzockten sie. Glück für Berlin.


Die Entscheidung

Auch im Schlussdrittel hatten die Grizzlys gleich wieder eine dicke Chance. Festerling scheiterte im Powerplay an Mathias Niederberger im Eisbären-Kasten. Was sie vorhatten, hatten sie den erwartet spielstarken Hauptstädtern angedeutet: Wir lassen euch kommen, aber wir werden unsere Chancen haben. Und so geschah es auch. Wieder ein schneller Angriff über Järvinen zu Görtz, der zog ab, von einem Berliner abgefälscht schlug es ein - 2:1 für die Mannschaft, die nur halb so oft den Puck aufs Tor gebracht hatte. Wolfsburg schaffte zwischenzeitlich etwas mehr Entlastung, doch dann kam Berlin wieder auf, Pickard rettete mehrfach, zudem traf White (55.) nur den Pfosten, dann überwand Parker Tuomie den starken Pickard doch noch zum 2:2. Zum vierten Mal in Folge ging Wolfsburg in die Overtime. Da hatten beide dicke Chancen, ließen sie aber aus. Also ging es ins Penaltyschießen.

Gut für die Grizzlys: Verfolger Iserlohn unterlag Bremerhaven mit 1:5, die Roosters haben wie die Kölner Haie keinen direkten Kontakt zu den Grizzlys, die den vierten Rang (letzter Play-Off-Platz) bekleiden. Erst am Montag (20.30 Uhr) Sonntag haben die Grizzlys Wolfsburg ihr nächstes Spiel - dann sind sie erneut bei den Eisbären Berlin zu Gast, die sie dann erst in den Play-Offs wiedertreffen könnte.

Statistik

Eisbären: Niederberger - Ramage, Müller; Wissmann, Hördler; McKiernan, Mik - Fiore, Boychuk, White; Pföderl, Reichel, Noebels; Foucault, Zengerle, Olver; Dietz, Streu, Tuomie.

Grizzlys: Pickard - Melchiori, Likens; Button, Möser; Raabe, Adam - Machacek, Festerling, Hungerecker; Görtz, Järvinen, Furchner; Jormakka, Olimb, Rech; Boucher, Fauser, Nijenhuis; Busch.

Schiedsrichter: Schrader/Iwert. - Strafminuten: Berlin 8/Wolfsburg 4.

Tore: 1:0 (7:31) White (McKiernan/Boychuk), 1:1 (11:46) Rech (Olimb/Button - 5:4), 1:2 (47:13) Görtz (Järvinen/Raabe), 2:2 (55:08) Toumie (Foucault), 2:3 (65:00) Furchner (im Penaltyschießen).