18. September 2021 / 18:11 Uhr

Wahnsinn! Empor Rostock schlägt auch Coburg

Wahnsinn! Empor Rostock schlägt auch Coburg

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Freude pur: Janos Steidtmann jubelt nach dem Schlusspfiff.
Freude pur: Janos Steidtmann jubelt nach dem Schlusspfiff.
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Nach einem 25:27-Rückstand gewinnen die aufopferungsvoll kämpfenden Rostocker Handballer gegen den Bundesliga-Absteiger 29:27 und legen einen perfekten Saisonstart hin.

Nur noch 56 Sekunden auf der Hallenuhr. Die Handballer des HC Empor Rostock führen gegen den HSC 2000 Coburg mit 28:27. Doch der Bundesliga-Absteiger ist im Ballbesitz. Die Coburger verursachen ein Stürmerfoul. 15 Sekunden vor Schluss nimmt Empor-Trainer Till Wiechers eine Auszeit. Kaum ist der Ball wieder im Spiel, folgt ein Pass auf Jonas Ottsen, der ganz cool zum 29:27 (11:14) vollstreckt. Die zweite Überraschung ist perfekt. Eine Woche nach dem 22:19 gegen die HSG Nordhorn-Lingen schlägt der HCE auch den nächsten Favoriten und macht damit den traumhaften Saisonstart perfekt. “Wahnnsinn!”, jubelt Geschäftsführer Stefan Güter.

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Wiechers ist nach dem Schlusspfiff “einfach nur stolz” auf seine Truppe. “Das war Teamgeist pur.” Dann richtet er sich an das Publikum: “Ich hatte ein bisschen Angst, dass uns nach der wahnsinnigen Energieleistung gegen Nordhorn ein bisschen die Power fehlt. Aber das habt ihr nicht zugelassen. Das war unfassbar. Ihr habt an uns geglaubt. In der zweiten Halbzeit haben wir auch daran geglaubt.”

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Vor 330 Zuschauern in der unter Corona-Bedingungen ausverkauften Ospa-Arena erwischt Empor den besseren Start. Marc Pechstein, der zwei Siebenmeter sicher verwandelt, und Richard Lößner, der per Tempogegenstoß trifft, sorgen für eine schnelle 3:1-Führung. Doch nach dem 4:2 durch Robin Breitenfeldt (nach schönem Zuspiel von Jakub Zboril) reißt der Faden.

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Durch Zeitstrafen und Fehler im Angriff kippt das Spiel. Auffällig: Der Bundesliga-Absteiger ist glänzend auf das Kreisläuferspiel des HCE eingestellt. Der HSC fängt mehrere Pässe auf Jonas Thümmler und Maximilian Schütze ab und kommt somit immer wieder zu Ballgewinnen. Auch dem Treffer zum 9:13 durch Florian Billek (26.) geht ein missglücktes Anspiel voraus.

Trainer Till Wiechers nimmt eine Auszeit und stellte auf das System mit dem siebten Feldspieler um. Mit Erfolg: Janos Steidtmann verkürzt mit einem Doppelschlag auf 11:13.

Nach einem 25:27-Rückstand gewinnen die aufopferungsvoll kämpfenden Rostocker Handballer gegen den Bundesliga-Absteiger 29:27 und legen einen perfekten Saisonstart hin.

Fünf Versuche, fünf Treffer: Janos Steidtmann hat einen Ball abgefangen und startet zum Konter. Zur Galerie
Fünf Versuche, fünf Treffer: Janos Steidtmann hat einen Ball abgefangen und startet zum Konter. ©

Und der Rechtsaußen macht nach der Pause munter weiter. Steidtmann fängt einen Ball der Coburger ab und trifft per Tempogegenstoß zum 12:14. Auf der anderen Seite erobert Jakub Zboril den Ball. Der Angriff der Rostocker endet mit einem Siebenmeter, den Marc Pechstein mit einem frechen Dreher zum 14:15 verwandelt. Beim Zurücklaufen ballt der Abwehrstratege jubelnd die Faust.

Torhüter Leon Mehler glänzt mit einer weiteren Parade. Steidtmann vollstreckt mit einem Heber zum 15:15 – innerhalb von gut vier Minuten machen die Gastgeber den Drei-Tore-Rückstand wett.

Die Zuschauer sind begeistert. Und es kommt noch besser. Pechstein bedient Dennis Mehler, der die 19:18-Führung erzielt.

Die Schlussphase ist an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Nach dem 25:25 durch Robin Breitenfeldt geraten die Hansestädter mit 25:27 in Rückstand. Doch Ottsen und Völzke mit einem Strahl in den rechten Winkel sorgen für den Ausgleich. Thümmler bringt die Rostocker eine Minute vor Schluss mit 28:27 in Führung. HSC-Trainer Alois Mraz nimmt eine Auszeit. Die Coburger sind im Angriff. Doch der bis dahin überragende Karl Toom leistet sich ein Stürmerfoul. Der Rest geht im Jubel unter.

Statistik

Empor: L. Mehler, Wetzel – Wilhelm 1, Steidtmann 5, Ottsen 4, Schütze, D. Mehler 2, Völzke 4, Witte, Asmussen, Zboril, Breitrenfeldt 2, Kohnagel 1, Thümmler 3, Pechstein 5/5, Lößner 2.

Coburg: Kulhanek, Jochens – Preller, Fuß 1, Toom 7, Billek 2, Mubenzem 1, Varvne 3, Schäfer 2, Schikora, Kurch 1, Grozdanic 6/1, Schröder 4, Bauer.

Siebenmeter: Empor 6/5 (Pechstein scheitert an Kulhanek), Coburg 1/1.

Strafminuten: Empor 8, Coburg 10.