04. April 2018 / 11:23 Uhr

Während HSV-Zeit: Dennis Aogo suchte Psychologen auf

Während HSV-Zeit: Dennis Aogo suchte Psychologen auf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hatte in seiner HSV-Zeit kräftig mit der Last der Verantwortung zu kämpfen: Dennis Aogo.
Hatte in seiner HSV-Zeit kräftig mit der Last der Verantwortung zu kämpfen: Dennis Aogo. © 2013 Getty Images
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Fußballweltmeister Per Mertesacker hatte jüngst bekannt, dass ihn der brutale öffentliche Druck im Profi-Fußball vor erhebliche psychologische Probleme gestellt hat. Jetzt hat Ex-Nationalspieler Dennis Aogo erzählt, dass auch er diesen Druck kennt und in den Anfängen seiner Karriere beim HSV zeitweise in psychologischer Behandlung war.

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Viel Aufsehen hat das Interview erregt, das Fußballweltmeister Per Mertesacker kürzlich im Spiegel gegeben hat. Der 33-Jährige, der seine Karriere im Sommer beenden wird, bekannte darin, dass er unter dem Druck im Fußballgeschäft im Verlauf seiner Karriere extrem gelitten hat. Bei Mertesacker hat dies sogar zu Symptomen wie Übelkeit vor Spielen geführt. Nun hat sich auch Dennis Aogo vom VfB Stuttgart in der Talkshow von Markus Lanz im ZDF zum Druck im Profi-Geschäft geäußert. Der 31-Jährige gab zu: "Druck ist da, klar. In Berufen, wo man Verantwortung hat, wo man viel Geld verdient - ich glaube auch das gehört dazu. Aber viel wichtiger ist, dass man als Spieler einen Weg findet damit umzugehen."

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Zwar finde er sich in den extremen Beschreibungen Mertesackers - Brechreiz vor den Spielen, Panikattacken, Magen-Darm-Probleme - nicht wieder, doch auch er habe zeitweise sehr unter dem Druck der Öffentlichkeit gelitten und sich deswegen während seiner Zeit beim Hamburger SV (2008-2013) Hilfe gesucht:

"Ich habe das (Psychologische Beratung, Anm. d. Red.) extern gemacht, das ist einige Jahre her - zu meiner HSV-Zeit. Das war für mich eine wichtige Phase als junger Spieler. Ich war damals Nationalspieler, ein Aushängeschild für den Verein. Auf mir ist einfach extrem viel Verantwortung gelastet. Und ich muss ehrlich sagen, dass ich damals in den jungen Jahren Schwierigkeiten damit hatte und mir dann gesagt hab: "Ok ich brauch Hilfe". Und ich muss im Nachhinein sagen, dass das die beste Entscheidung meiner Karriere war, weil ich damit sehr viel über mich selber gelernt habe."



Konkret sei er vor allem froh, dass er Methoden beigebracht bekommen hat, um mit dem Druck umzugehen: "Ich glaube, das ist das Wichtigste was man braucht um eine lange Karriere zu haben, eine schöne Karriere zu haben und am Ende auch eine erfolgreiche Karriere zu haben. Deshalb würde ich diesen Schritt niemals bereuen."

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Seit dem Suizid Robert Enkes stellen die meisten Bundesliga-Vereine eigene Psychologen, an die sich die Spieler im Falle psychischer Leiden wenden sollen. Für ihn sei dies jedoch problematisch, sagte Aogo. "Man hat immer irgenwie das Gefühl, dass es doch transportiert wird," beschreibt er seine Zweifel an dem Modell. In der Konkurrenzsituation wolle man dies lieber nicht, da man letztendlich austauschbar sei.

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