28. Juli 2020 / 07:47 Uhr

Anton ließ sich Wechsel von Hannover 96 zusichern - VfB Stuttgart macht Druck

Anton ließ sich Wechsel von Hannover 96 zusichern - VfB Stuttgart macht Druck

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waldi, du bleibst hier!? Kocak muss seinen Mittelfeldantreiber wohl oder übel in Richtung Stuttgart ziehen lassen.
Waldi, du bleibst hier!? Kocak muss seinen Mittelfeldantreiber wohl oder übel in Richtung Stuttgart ziehen lassen. © Florian Petrow
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Waldemar Anton will Hannover 96 verlassen, von Profichef Martin Kind bekam er dafür das Versprechen vor der abgelaufenen Saison. Die Verhandlungen mit dem VfB Stuttgart werden intensiver, eine Einigung steht freilich noch nicht kurz bevor. Es hakt an der Ablösesumme.

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Die Wünsche sind klar. Waldemar Anton (24) möchte zum VfB Stuttgart wechseln, statt in sein zehntes Jahr mit 96 zu gehen. Stuttgart will ihn haben, Hannover ihn aber nicht für 3 Millionen Euro gehen lassen.

„Wir sind in ordentlichem Austausch“, bestätigt 96-Sportdirektor Gerhard Zuber. Eine Einigung stehe nicht unmittelbar bevor. Das hätte der Aufsteiger aus Stuttgart aber gern ein bisschen schneller.

VfB will Anton zum Vorbereitungsstart

Der VfB startet nächsten Montag in die Vorbereitung mit der Wunschvorstellung vieler Klubs: So viele neue Spieler wie möglich mögen bitte an Bord sein. Da Anton zu den Wunschspielern gehört, soll der VfB noch einmal eine Million Euro mehr angeboten haben für den 96-Sechser aus Mühlenberg: 4 Millionen Euro plus Nachzahlungen bei Klassenerhalt.

Noch immer nicht genug für 96. Dennoch rechnen alle drei Parteien – aufnehmender, abgebender Verein und der Spieler – in dieser Woche mit einer Einigung. Aber: „Das wird schon noch ein bisschen dauern“, erklärte Zuber.

Das sind die teuersten Abgänge in der Geschichte von Hannover 96

<b>Ihlas Bebou:</b> 8,5 Millionen Euro zu 1899 Hoffenheim (2019) Zur Galerie
Ihlas Bebou: 8,5 Millionen Euro zu 1899 Hoffenheim (2019) © imago:

Wechsel-Versprechen vor einem Jahr

Die Klubs sitzen seit einigen Wochen am Verhandlungstisch. „Waldi“ hing lange in der Warteschleife. Die 96-Entscheider stehen bei Anton im Wort. Der wollte schon vor einem Jahr lieber in der 1. Liga spielen – und blieb doch in Hannover, weil der damalige Sportdirektor Jan Schlaudraff sich eine weitere Wertsteigerung erhoffte. Anton soll auch selbst ein Angebot eines englischen Erstligisten abgelehnt haben.

Für die Treue zu Hannover gab’s von Profiboss Martin Kind die Zusage, dass er im Jahr darauf – also jetzt – gehen dürfe, wenn es nicht klappt mit dem Aufstieg. Auch Kenan Kocak und Zuber gaben Anton ihr Okay, aber nicht um jeden Preis.

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96 wünschte sich 5 Millionen plus X

Die defensive Allzweckwaffe hätte für 96 ein wichtiger Baustein für die erneuerten Aufstiegspläne werden können. Gleichsam gilt: Weil er nur noch ein Jahr Vertrag hat, kann 96 jetzt zum letzten Mal am „Waldi“-Wechsel verdienen. Das Ziel für Kind und Co. war ursprünglich: 5 plus X Millionen. Da spielt der VfB bisher nicht mit.

Gut möglich, dass sich die Verhandlungspartner am Ende im Bereich zwischen 4 und 5 Millionen Euro plus Erfolgsprämien treffen. Der Stuttgarter Klassenerhalt könnte dabei noch einmal verspätetes Extrageld für Anton einbringen.

Ein Blick zurück: So verliefen die 18 gemeinsamen Jahre von Hannover 96 und dem VfB Stuttgart im Profifußball

Nach dem Aufstieg von Hannover 96 stand das erste Duell mit dem VfB Stuttgart am 23. November 2002 an. Die Roten zahlten in ihrer ersten Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg Lehrgeld im Schwabenland und verloren mit 0:3. Hannover wurde damals von Ralf Rangnick trainiert, für den VfB stand Trainerlegende Felix Magath an der Seitenlinie. Die Startelf von 96: <b>Sievers - Stefulj, Zuraw, Konstantinidis, Cherundolo - Jaime, Lala, Krupnikovic - Idrissou, Bobic, Stajner</b>. Die Startelf vom VfB Stuttgart: <b>Th. Ernst - Hinkel, Rui Marques, Bordon, Gerber - Meißner, Soldo - Amanatidis, Balakov, Hleb - Kuranyi</b>. Tore: <b>Amanatidis, Hleb, Eigentor Stefulj</b>. Zur Galerie
Nach dem Aufstieg von Hannover 96 stand das erste Duell mit dem VfB Stuttgart am 23. November 2002 an. Die Roten zahlten in ihrer ersten Bundesliga-Saison nach dem Aufstieg Lehrgeld im Schwabenland und verloren mit 0:3. Hannover wurde damals von Ralf Rangnick trainiert, für den VfB stand Trainerlegende Felix Magath an der Seitenlinie. Die Startelf von 96: Sievers - Stefulj, Zuraw, Konstantinidis, Cherundolo - Jaime, Lala, Krupnikovic - Idrissou, Bobic, Stajner. Die Startelf vom VfB Stuttgart: Th. Ernst - Hinkel, Rui Marques, Bordon, Gerber - Meißner, Soldo - Amanatidis, Balakov, Hleb - Kuranyi. Tore: Amanatidis, Hleb, Eigentor Stefulj. ©
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Palsson als Ersatz?

Wenn es Vollzug gibt nach dem Verzug, braucht 96 Ersatz für den variabel einsetzbaren Anton. Wer wird also der neue „Waldi“?

Ein Kandidat für Antons Position und dessen Profil ist Darmstadts Victor Palsson (29). Der isländische Nationalspieler machte zuletzt 31 Saisonspiele für die „Lilien“. Palsson steht auf Platz eins der Zweitligakartentabelle, Anton ist in dem Ranking Vierter. Es gibt also Mittelfeldspieler, die noch aggressiver verteidigen als der Anton aus Mühlenberg.