11. Dezember 2021 / 10:02 Uhr

Waldhof Mannheim kommt: Ärgert der TSV Havelse den nächsten Großen?

Waldhof Mannheim kommt: Ärgert der TSV Havelse den nächsten Großen?

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fynn Lakenmacher (Mitte) und der TSV Havelse wollen auch gegen Waldhof Mannheim punkten.
Fynn Lakenmacher (Mitte) und der TSV Havelse wollen auch gegen Waldhof Mannheim punkten. © Debbie Jayne Kinsey
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Der TSV Havelse will nach dem Achtungserfolg gegen den VfL Osnabrück (0:0) dem nächsten Topteam ein Bein stellen. Am Samstag (14 Uhr) ist der SV Waldhof Mannheim in Hannover zu Gast. Im Winter will das Drittliga-Schlusslicht zudem noch mal auf dem Transfermarkt tätig werden.

Der nächste Havelser Gegner ist gewarnt: „Der VfL Osnabrück hat sich die Zähne ausgebissen“, sagt Pa­trick Glöckner, Trainer des SV Waldhof, mit Blick auf das achtbare Havelser 0:0 bei dem Aufstiegskandidaten. Am Samstag (14 Uhr, HDI-Arena) sind die Mannheimer zu Gast in Hannover, der nächste Aufstiegskandidat – und Glöckner warnt: „Havelse hat im Moment eine gute Form!“

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Vom ewigen Lob der Gegner kann sich der TSV in der 3. Liga allerdings nichts kaufen. „Wir sind froh über den Punkt und können als Außenseiter stolz sein“, sagt Trainer Rüdiger Ziehl über das Remis in Osnabrück, „trotzdem wissen wir auch: Wir müssen mal gewinnen, um den Abstand zu verringern.“ Sein Team ist zwar oft auf Augenhöhe, aber nimmt zu wenig Punkte mit. Dass mit etwas Glück in Os­na­brück sogar ein Sieg möglich gewesen wäre, passt ins Bild. Der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze wächst zwar langsam, aber dafür stetig.

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"Das zeigt auch, wie eng diese Liga ist"

Zwei Chancen gibt’s noch, um zur Winterpause besser dazustehen: heute gegen Waldhof Mannheim und in sechs Tagen dann beim 1. FC Saarbrücken. Zwei große Namen, die mit dem Aufstieg liebäugeln, der Tabellendritte und der Vierte. „Vor der Saison haben 13 Teams intern den Aufstieg als Ziel ausgegeben, davon gehe ich fest aus. Das zeigt auch, wie eng diese Liga ist“, so Ziehl. Sicher sei die Partie heute gegen Mannheim „eines der Spiele, bei denen du sagst: Hui, das wird schwer. Aber in dieser Liga ist es ohnehin immer schwer. Egal, ob du gegen den Ersten, den Sechsten oder den Sechzehnten spielst“, sagt Ziehl.

Er glaubt trotzdem an eine Chance für sein Team, der häufigen Augenhöhe wegen. „Dafür müssen wir aber eine Topleistung bringen“, sagt der Coach. Mannheim sei schließlich schlau zusammengestellt mit einer „guten Mischung aus schnellen, erfahrenen und zweikampfstarken Spielern“.

Verstärkt sich Havelse im Winter?

In Havelse wollen sie im Winter noch ein wenig an der Teamzusammensetzung feilen, und das nicht erst seit den Ausfällen zuletzt. Vor al­lem die Verletzungen von Oliver Daedlow, Linus Meyer und Julius Langfeld wiegen allerdings schwer und nehmen offensive Variabilität. Jetzt scheint aber die Hoffnung gestiegen, dass es im Winter mit Verstärkungen klappen könnte, sowohl Ziehl als auch Sportchef Matthias Limbach wirken optimistisch, dass et­was möglich wird.

"Das ist eine Kreativaufgabe"

Das Pro­blem dabei: Der TSV Havelse hat das kleinste Budget der Liga und gar kein freies Geld für Einkäufe und weitere Ge­häl­ter. Heißt: Es geht nur über Leihdeals – und der Transferpartner muss eigentlich 100 Prozent des Spielergehaltes übernehmen. Nicht unmöglich, aber natürlich kompliziert. „Das ist eine Kreativaufgabe“, bestätigt Limbach, „du musst einen Verein finden, der bei uns einen talentierten Spieler entwickeln will“ – so wie es zum Beispiel Zweitligist Rostock mit Talent Daedlow macht, der bis zu seinem Mittelfußbruch Stammspieler und Leistungsträger war. Limbach: „Dabei ge­win­nen alle, aber das kannst du nicht erzwingen. Wir brauchen viel Goodwill.“ Es scheint erste positive Signale zu geben, das was gehen könnte. Ziehl würde es freuen und Havelse im Abstiegskampf helfen. Der Trainer: „Wir sprechen darüber. Mal sehen, was möglich ist.“