29. Oktober 2019 / 13:44 Uhr

Wandtke klettert im Olympia-Ranking - Scoccimarro überholt nationale Konkurrentin

Wandtke klettert im Olympia-Ranking - Scoccimarro überholt nationale Konkurrentin

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Igor Wandtke (rechts) sammelt Punkte für Olympia.
Igor Wandtke (rechts) sammelt Punkte für Olympia. © imago/Conny Kurth
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Nach Bronze in Abu Dhabi fliegt Judoka Igor Wandtke direkt weiter nach Australien, um weitere Weltranglisten-Punkte für Olympia 2020 zu sammeln. Giovanna Scoccimarro konnte ihre nationale Rivalin im Kampf um das Olympia-Ticket trotz eines frühen Ausscheidens in der Wüste überholen.

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Olympia rückt für Igor Wandtke wieder nä­her. Das Judo-Ass vom JT Hannover konnte durch seinen Bronze-Erfolg beim Grand Slam in Abu Dhabi viele wichtige Punkte für die Weltrangliste sammeln. Wandtke machte einen Sprung um acht Plätze auf Position 21 – und außerdem Boden gut auf seinen nationalen Konkurrenten Anthony Zingg (Leverkusen). Der hatte sich zuvor beim Grand Slam in Brasilia ebenfalls Bronze geholt und sich damit von Wandtke zwischenzeitlich abgesetzt.

Die Weltrangliste entscheidet über die Olympia-Tickets. Pro Gewichtsklasse darf nur ein Judoka pro Nation 2020 nach Tokio. Die ersten 18 der bereinigten Weltrangliste (die Zweiten einer Nation werden gestrichen) dürfen nach Japan. Zingg liegt aktuell mit 2461 Zählern auf Platz 20, Wandtke lauert direkt dahinter mit nun 2332 Punkten.

Wandtke will nach seinem Erfolg in der Wüste direkt weiter Punkte hamstern. Der 28-Jährige flog gleich weiter ins australische Perth zum Weltcup.

Das ist Hannovers Judo-Europameister Igor Wandtke:

Igor Wandtke beim Judo-Grand-Prix 2014 in Düsseldorf gegen Jonathan Allardon aus Frankrich. Zur Galerie
Igor Wandtke beim Judo-Grand-Prix 2014 in Düsseldorf gegen Jonathan Allardon aus Frankrich. ©
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"Das ärgert schon. Die Pause war einfach zu kurz."

In Abu Dhabi musste er hart arbeiten für Edelmetall, in der Klasse bis 73 Kilo. Claudio Nunes dos Santos (Luxemburg), Chol Gwang Kim (Nordkorea) und Denis Jarzew (Russland) bezwang er problemlos, doch der letzte Kampf der Vorrunde ge­gen den Ungarn Frigyes Szabo wurde zur Mammutaufgabe. Nach den regulären vier Minuten Kampfzeit stand kein Sieger fest. Und die Verlängerung bis zur Entscheidung durch Golden Score zog sich. Erst nach weiteren 5:17 Minuten holte Wandtke den entscheidenden Punkt. „Einen solchen langen Kampf gewinnt man mit der richtigen Fitness, dem Siegeswillen und kühlem Kopf. Ich habe die Ruhe nicht verloren“, sagte er.

Dennoch hatte dieses Duell Kraft gekostet. Das merkte der Hannoveraner nur 20 Minuten später im Halbfinale gegen den sieben Jahre jüngeren späteren Sieger Bilal Ciloglu (Türkei), immerhin Junioren-Weltmeister des vergangenen Jahres. Nach 1:03 Minuten lag Wandtke auf der Matte: „Das ärgert schon. Die Pause war einfach zu kurz. Da fehlten die Körner, um richtig gegenhalten zu können.“

Doch bis zum Duell um Bronze hatte Wandtke drei Stunden Zeit. „Da kann man sich noch mal erholen.“ Dass ihm dort der Vizeweltmeister und aktuelle Weltranglistenerste Rustam Orujov (Aserbaidschan) gegenüberstand, beeindruckte Wandtke kaum: „Ich hatte doch gegen die Nummer eins der Welt nichts zu verlieren.“ Und der nervenstarke Mann aus Hannover hatte einen Plan. „Meine klare Strategie war, dass ich es mir zugetraut habe“, sagte Wandtke. Dieser Plan ging auf.

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Scoccimarro überholt nationale Rivalin

Die Hannoveranerin Giovanna Scoccimarro (bis 70 Kilogramm) kam dagegen nur bis zur zweiten Runde. Nach dem Sieg über die Dänin Emilie Sook brachte ein kleiner Fehler gegen die Italienerin Alice Bellandi die entscheidende Wertung ge­gen Scoccimarro. Das konnte sie in der verbleibenden Zeit nicht mehr kompensieren und verlor nach Punkten.

Einen kleinen Teilerfolg feierte Scoccimarro dennoch. Auch ihre nationale Rivalin im Kampf um das Olympia-Ticket, Miriam Butkereit aus Hamburg, kam nur bis in die zweite Runde. Und da Butkereit die Hälfte von ihren Weltranglistenpunkten vom zweiten Platz im vergangenen Jahr in Abu Dhabi verlor, überholte Scoccimarro ihre nationale Konkurrentin in der Weltrangliste.

In der Klasse bis 63 Kilogramm verlor Vivian Herrmann (Garbsener SC) nach einem Freilos in der ersten Runde gegen Katharina Haecker (Australien), immerhin die Nummer elf der Weltrangliste, in der Verlängerung im Golden Score nach einer Strafe.

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