05. Januar 2020 / 22:10 Uhr

Warnemünder krönen sich erneut zum Stadtmeister: „Einfach nur geil"

Warnemünder krönen sich erneut zum Stadtmeister: „Einfach nur geil"

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Warnemündes Philipp Scheller (r.) setzt sich gegen Hansa-Kicker Sascha Schünemann durch.
Warnemündes Philipp Scheller (r.) setzt sich gegen Hansa-Kicker Sascha Schünemann durch. © Johannes Weber
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Verbandsligist kann nach 3:0 im Finale gegen den FC Hansa II erfolgreiche Titelverteidigung feiern. 9. Rostocker Sportbuzzer Stadtmeisterschaft bringt rund 10.000 Euro ein.

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Rostock. Andreas Hötschkes hält es nicht mehr auf seinem Sitz. Der Fußball-Abteilungsleiter des SV Warnemünde rennt vom Zuschauerblock auf das Spielfeld der ausverkauften Ospa-Arena und klatscht mit Spieler Marc Benduhn ab. Letzterer erzielte kurz vor dem Ende das 3:0 für den SVW gegen Oberligist FC Hansa Rostock II im Finale der 9. Rostocker Sportbuzzer Stadtmeisterschaft im Hallenfußball. Es war der Schlusspunkt im Endspiel. Die Warnemünder verteidigten ihren Titel beim prestigeträchtigen Benefizturnier. „Das ist einfach nur geil, den Titel verteidigt zu haben“, jubelte Hötschkes, der seine Farben unter den zahlreichen SVW-Anhänger lautstark angefeuert hatte.

Die Fans des Verbandsligisten hatten ihre Schützlinge vor dem ersten Spiel gegen den FC Förderkader René Schneider (1:0) mit einer Choreographie überrascht. Das sorgte bei Warnemündes Mittelfeldspieler Denny Schäfer für Gänsehaut. „Wenn du siehst, was die eigenen Fans vorbereitet haben, bekommst du richtig Bock“, schwärmte der 30-Jährige, der mit Teamkollege Paul Kuchel für die beiden weiteren Tore im Endspiel gegen Hansa II zuständig war.

Hier gibt es einige Eindrücke von der Endrunde der 9. Rostocker Sportbuzzer Stadtmeisterschaft:

Endrunde der 9. Rostocker Sportbuzzer Stadtmeisterschaft Zur Galerie
Endrunde der 9. Rostocker Sportbuzzer Stadtmeisterschaft ©

Noch in der Gruppenphase hatte die Drittliga-Reserve den SVW 2:1 geschlagen. Hansa-Torhüter Dirk Orlishausen ahnte, dass die Warnemünder durch den ersten Vergleich im Finale besser auf die Kogge vorbereitet sein werden. „Sie haben verdient gewonnen. Leider hat es für uns nur zu Platz zwei gereicht“, resümierte der etatmäßige Torwarttrainer der FCH-Profimannschaft.

Torwarttrainer der Profis spielt bei Hansa II mit

Da das Oberliga-Team des FC Hansa nach dem Abgang von Keeper Philipp Puls unterbesetzt war, stellte sich Orlishausen zwischen die Pfosten. Er hatte vier Tage vor der Endrunde die Anfrage bekommen. Ausgerechnet im Endspiel verhinderte der 36-Jährige beim Stand von 0:1 ein SVW-Tor mit einer Parade außerhalb des Strafraums und sah dafür die Rote Karte. Für den Platzverweis wurde den FCH-Kickern eine Fünf-Minuten-Strafe aufgebrummt, sie mussten die verbleibenden vier Minuten und 44 Sekunden in Unterzahl agieren. Stürmer Henry Haufe stellte sich bis zur Schlusssirene in den Kasten, verhinderte die zwei folgenden Gegentore aber nicht. „Es hat trotzdem Riesenspaß gemacht“, befand Orlishausen, der kurz nach der Stadtmeisterschaft am Sonntagvormittag mit dem Drittliga-Team ins Trainingslager in die Türkei geflogen ist.

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Ebenfalls viel Freude hat Christian Rosenkranz der Wettbewerb bereitet. Der Defensivmann landete mit dem Rostocker FC nach einem 7:1-Sieg im kleinen Finale gegen die HSG Warnemünde auf dem dritten Rang. Für Rosenkranz war es der erste Auftritt nach einem halben Jahr Verletzungspause. „Es hat Spaß gemacht, nach langem wieder zu kicken. Sicher wäre mehr drin gewesen, allerdings haben wir im Halbfinale gegen Warnemünde (2:6, d. Red.) zu viele einfache Fehler gemacht“, meinte der 28-Jährige.

Er und Henry Haufe waren die treffsichersten Akteure des Turniers, beide hatten jeweils neun Tore markiert. Das Stechen um den Torjägerpokal verlor Rosenkranz, sicherte sich jedoch die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler des Turniers. RFC-Teamkollege Tony-Glen Siegmund wurde als bester Akteur der Veranstaltung geehrt.

Die besten drei Teams für kommende Endrunde gesetzt

Während der RFC, Sieger SVW und FC Hansa II als drei beste Mannschaften für das Finalturnier 2021 schon gesetzt sind, muss die HSG Warnemünde bei der kommenden Stadtmeisterschaft wieder in die Qualifikation. Als undankbarer Vierter war der Kreisoberligist gegen die Topteams chancenlos. HSG-Kicker Hans-Henning Schult sagte: „Gegen solche starken Gegner haben wir nicht gut verteidigt und zahlten Lehrgeld. Dennoch war es ein schönes Turnier.“

Als Kritikpunkt hatte der Mittelfeldmann anzumerken, dass die HSG nach ihrem letzten Gruppenspiel gegen den RFC (1:6) direkt das Halbfinale gegen Hansa II (0:9) bestreiten musste. „Hoffentlich kann man das im nächsten Jahr besser lösen. Vielleicht zieht man ein Platzierungsspiel vor“, so Schult.

Die Mannschaftsbilder bei der Endrunde der 9. Rostocker Sportbuzzer Stadtmeisterschaft:

1. Platz: SV Warnemünde (Verbandsliga) Zur Galerie
1. Platz: SV Warnemünde (Verbandsliga) ©

HSG-Ligakontrahent FC Nebelküste landete beim Endrundendebüt auf Rang sechs. FCN-Angreifer Eric Lucyga beschrieb den eigenen Turnierverlauf: „Zunächst einmal war es toll, beim Finale dabei zu sein. Es war eine schöne Veranstaltung. Wir sind leider nur schwer ins Turnier gekommen, haben uns gegen RFC noch gut verkauft. Gegen die HSG wurden wir in Unterzahl ausgekontert. So verdienst du es dann auch nicht, weiterzukommen. Danach haben wir uns gefangen und gerade gegen den Förderkader (4:6, d. Red.) für die Zuschauer noch einmal ein schönes Spiel geboten."

Fünfstellige Spendensumme

Ein positives Fazit zog Cheforganisator Frank Goesch vom Veranstalter Grashoppers Rostock. Er berichtete, dass zusammen bei Qualifikation und Endrunde rund 10 000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen sind. „Das sind 2000 Euro mehr als im Vorjahr. Das ist mega“, sagte Goesch stolz.

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