19. Oktober 2021 / 19:38 Uhr

Warten auf den Messias: Warum Lionel Messi bei PSG noch nicht glänzt

Warten auf den Messias: Warum Lionel Messi bei PSG noch nicht glänzt

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lionel Messi hat in Paris noch keine Gala-Leistungen abgeliefert. Klappt das gegen RB Leipzig?
Lionel Messi hat in Paris noch keine Gala-Leistungen abgeliefert. Klappt das gegen RB Leipzig? © IMAGO/Sportimage
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Bislang sind die Auftritte von Fußballgott Lionel Messi in Paris überschaubar, doch das hat auch seine Gründe. Platzt der Knoten nun ausgerechnet gegen RB Leipzig in der Champions League?

Der Fußball-Messi-as ist bei Paris Saint-Germain noch nicht richtig angekommen. Gut zwei Monate, nachdem Lionel Messi in der französischen Hauptstadt einen Zweijahresvertrag plus ein Jahr Option un­ter­zeich­ne­te, hat er bisher sein bestes Gesicht nicht zeigen können. Ein einziges Highlight lieferte er den PSG-Anhängern immerhin: Sein Traumtreffer in der Königsklasse gegen Manchester City (2:0), als er vor drei Wochen nach feinem Zuspiel von Kylian Mbappé einen Linksschuss in den Winkel setzte, sorgte für Gänsehaut.

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Seine Auswechslung gegen Olympique Lyon am 19. September in der Ligue 1 sorgte dagegen für viel Unmut und gilt bis hierhin als ein spektakulärer Tiefschlag. Messi wird selten ausgewechselt und war von dieser Maßnahme dermaßen überrascht – obwohl er mehrere Minuten über eine Knieprellung geklagt hatte –, dass er sogar den Handschlag mit Trainer Mauricio Pochettino verweigerte. Eine Ablehnung, die für erheblichen Zündstoff sorgte. Obwohl das Spiel beim Stand von 1:1 noch völlig offen war, interessierte sich der argentinische Nationalspieler kaum noch für das Geschehen auf dem Rasen des Prinzenparks. Sogar beim Siegtreffer von Mauro Icardi in der Nachspielzeit blieb er als einziger Pariser auf seinem Platz sitzen und jubelte nicht mit seinen Kollegen.

"Alle großen Spieler werden ungern ausgewechselt, das ist ja überall der Fall", sagte der Trainer. "Aber wir haben einen extrem engen Spielplan, und da ist es auch meine Verantwortung, mit den Kräften unserer Spieler sorgfältig umzugehen, insbesondere mit den Südamerikanern, die ja zuletzt zweimal in ihre Heimat düsten, um WM-Quali-Spiele zu bestreiten, und dadurch jeweils das darauffolgende Ligaspiel verpassten.“ Im Camp Nou von Barcelona wurde Messi nur 18-mal in 371 Partien wettbewerbsübergreifend ausgewechselt, und zwar nur, wenn das Ergebnis so hoch zugunsten der Katalanen war, dass er ohne großes Murren vom Platz ging. Mit Argentinien stand er seit 2014 bei jeder Partie auf dem Platz und spielte immer durch.

Messi kommt mit der harten Gangart in der Ligue 1 noch nicht zurecht

Von der Gangart mancher Abwehrspieler in der Ligue 1 – wie vor zwei Wochen bei der einzigen Saisonniederlage in Rennes (0:2) – schien er überrumpelt zu sein. In der PSG-Kabine ist Messi ständig mit seinen Landsmännern Angel Di Maria und Leandro Paredes zu finden, aber vor allem mit seinem langjährigen Freund Neymar. An seinen seltenen freien Tagen hat er sich die Stadt der Liebe ein bisschen ansehen können, aber die Leute lassen ihn auf der Straße kaum in Ruhe, so dass er lieber mit seinen Kindern in Parks spazieren geht, begleitet von einigen Bodyguards.

Privat hat er immerhin sein Glück gefunden. Bisher wohnte er mit seiner Familie in einer Luxussuite des Hotel Royal Monceau auf den Champs-Elysées. Seit Beginn des Monats hat er nun ein Haus in Neuilly-sur-Seine gefunden. Deutlich bescheidener als seine Villa in Casteldelfels (bei Barcelona), nämlich insgesamt 300 Qua­drat­me­ter, mit einem kleinen Garten, aber keinem Pool – und einer bescheidenen Monatsmiete in Höhe von 22 000 Euro. Seine Nachbarn heißen Icardi, Marquinhos, Di Maria, Verratti und Nicolas Sarkozy, Frankreichs ehemaliger Staatschef und großer PSG-Fan.

Messi ist nach Paris gewechselt, um in den nächsten zwei Jahren die Champions League zu gewinnen, und mit dem Ziel, seine Geschichte im Weltfußball weiterzuschreiben. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn wird er am Dienstag (21 Uhr, DAZN) erst einmal auf RB Leipzig treffen. Natürlich wird eine deutliche Leistungssteigerung erwartet. Auch seine Automatismen mit Neymar und Mbappé greifen noch lange nicht wie erwünscht. Im ausverkauften Prinzenpark muss Messi allerdings auf den angeschlagenen Neymar verzichten – ein Zeichen will der Superstar trotzdem endlich setzen.